Geschäfte in Asseln und Wickede wollen wieder auf die Beine kommen

rnNach Corona-Lockdown

Auch in Asseln und Wickede ist das Geschäftsleben nach dem Corona-Lockdown wieder angelaufen. Viele Inhaber haben die Soforthilfe des Bundes angenommen – und wollen jetzt wieder loslegen.

Asseln, Wickede

, 22.04.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschäftsinhaber im Dortmunder Osten haben ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht an den ersten Tagen, an denen sie ihre Läden wieder öffnen durften. Ein Rundgang durch Asseln und Wickede:

Weil Beatrix Lipka und Mario Bach von Raumkultur Bach in Asseln auch einen Paketshop betreiben, durften sie ihren Laden während des Lockdowns zumindest teilweise offen halten. Allerdings konnten die Kunden nicht, wie sonst, die Stoffe und Gardinen im Laden in Ruhe aussuchen. „So etwas braucht Zeit und Ruhe“, sagt Beatrix Lipka. Ihr Geschäft habe bereits starke Einbußen in Kauf nehmen müssen, auch weil viele Kunden aus Angst vor Ansteckung gebuchte Aufträge wieder abgesagt hätten.

Keine Einreiseerlaubnis nach Holland

„Die Ware liegt nun bei uns hier im Geschäft und wir wissen nicht, wohin damit. Auch seien viele Aufträge schon allein deshalb weggebrochen, weil Lipka keine Einreiseerlaubnis nach Holland erhalten habe, denn: „Wir arbeiten über die deutsche Grenze hinaus.“ Sie habe die 9000 Euro Soforthilfe der Bundesregierung in Anspruch genommen. Seit Montag ziehe das Geschäft aber wieder an. Viele Kunden seien seither in die Raumkultur geströmt.

Jetzt lesen

Einbußen wegen stornierter Aufträge mussten auch Heike und Detlev Grothaus vom Bäderstudio Grothaus in Asseln hinnehmen. Insgesamt aber seien sie nicht so stark von der Krise betroffen wie andere Geschäfte, obwohl auch sie ihren Laden erst am Montag (20.4.) wieder eröffnet haben.

Allerdings diene der ohnehin mehr als Ausstellungsfläche, um Musterbäder zu zeigen. Publikumsverkehr gebe es dort auch ohne Corona wenig. Ihr Geschäft hat sich auf die Renovierung von Bädern spezialisiert, und der Erstkontakt geschehe meist telefonisch.

Detlev Grothaus ist Mitinhaber des Bäderstudios Grothaus in Asseln, das seit Montag seine Ausstellungsräume wieder geöffnet hat.

Detlev Grothaus ist Mitinhaber des Bäderstudios Grothaus in Asseln, das seit Montag seine Ausstellungsräume wieder geöffnet hat. © Andreas Schröter

Farben, Tapeten und Bodenbeläge verkauft Ute Fortnagel in ihrem Geschäft am Wickeder Hellweg 110. Weil ihr Laden als Baumarkt gilt, durfte sie ihn auch während des Lockdowns öffnen. „Die Leute haben kleinere Dinge wie Farben und Lasuren gekauft“, sagt sie, „weil sie die Zeit für kleinere Sanierungen genutzt haben.“ Bei größeren Anschaffungen wie neuen Böden sei es aber schwierig gewesen, weil die Kunden in der Krise wohl auch nicht zu viel Geld ausgeben wollten.

Ute Fortnagel betreibt den gleichnamigen Laden für Farben, Tapeten und Bodebeläge am Wickede Hellweg.

Ute Fortnagel betreibt den gleichnamigen Laden für Farben, Tapeten und Bodebeläge am Wickede Hellweg. © Andreas Schröter

Guten Zulauf hat seit Montag auch Antja Lubojanski von Schick und Schön, einem Uhren- und Schmuckladen am Wickeder Hellweg. „Die Leute haben offenbar nur darauf gewartet, dass es wieder losgeht.“ Allerdings merke sie immer gegen Ende des Monats, dann wenn das frische Gehalt noch nicht auf dem Konto der Kunden ist, dass es in ihrem Ladenlokal ruhiger wird. So auch jetzt. Ihr selbst habe die 9000-Euro-Soforthilfe der Bundesregierung sehr geholfen.

Viel zu tun hat Antje Lubojanski in ihrem Uhren- und Schmuck-Geschäft „Schick und Schön“.

Viel zu tun hat Antje Lubojanski in ihrem Uhren- und Schmuck-Geschäft „Schick und Schön“. © Andreas Schröter

Noch sehr ruhig geht es in der Boutique Perne von Marija Ambrose in Wickede zu. Tochter Stefanie Biuk, die dort am Dienstag aushalf, sagt, die Corona-Krise habe ihre Mutter auch deshalb hart getroffen, weil sie den Laden erst im vorigen August übernommen habe und deshalb noch keine Rücklagen bilden konnte. Auch sie habe die 9000-Euro-Soforthilfe vom Staat erhalten. Nun müsse das Geschäft erst langsam wieder anlaufen.

Stefanie Biuk hält in der Boutique Perne in Wickede die Stellung.

Stefanie Biuk hält in der Boutique Perne in Wickede die Stellung. © Andreas Schröter

Die Asselner Geschäftsleute freuen sich unterdessen über eine gelungene Aktion der Ahorn-Apotheke. Die hat allen Läden ein Starter-Set spendiert – mit Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Handschuhen und Handcreme. Inhaberin Sarah Leide sagt: „Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, profitieren auch wir davon, weil es wieder mehr Publikumsverkehr gibt. Wir müssen in Asseln zusammenhalten. Etwa 30 solcher Sets habe sie vorbereitet – auch für die Friseure, die erst später wieder öffnen dürfen.

Die Ahorn-Apotheke hat Starter-Sets an die Asselner Betriebe verteilt – hier gezeigt von Apotheken-Mitarbeiterin Martina Packhäuser.

Die Ahorn-Apotheke hat Starter-Sets an die Asselner Betriebe verteilt – hier gezeigt von Apotheken-Mitarbeiterin Martina Packhäuser. © Andreas Schröter

Lesen Sie jetzt