Nach dem Pfefferspray-Vorfall: Kein Schulverweis, aber „spürbare Strafen“ für die Übeltäter

rnPfefferspray im Gymnasium

Rund fünf Wochen liegt der Pfefferspray-Vorfall am Bert-Brecht-Gymnasium zurück. Die Polizei ermittelt noch immer, die schulischen Konsequenzen für die Übeltäter stehen bereits fest.

Kirchlinde

, 16.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 80 Zeugen und Geschädigte muss das Jugend-Kriminalkommissariat Dortmund zum Pfefferspray-Vorfall am Bert-Brecht-Gymnasium im Dezember 2019 befragen. „Das nimmt noch etwas Zeit in Anspruch“, sagt Polizeisprecher Sven Schönberg auf Anfrage dieser Redaktion.

Zudem habe man den Tatverdächtigen, einen 15-jährigen Schüler, noch nicht vernommen. „Er lässt sich nun durch einen Anwalt vertreten“, erklärt Schönberg. Erst danach könnten die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden. „Sie entscheidet dann über ein mögliches Ermittlungsverfahren.“

Nach dem Pfefferspray-Vorfall: Kein Schulverweis, aber „spürbare Strafen“ für die Übeltäter

Die Ermittlungen der Polizei zum Pfefferspray-Vorfall laufen noch. Ihre schulischen Strafen haben die beiden Übeltäter bereits bekommen. © (A) Helmut Kaczmarek

Die sogenannte Ordnungsmaßnahmenkonferenz des Kirchlinder Bert-Brecht-Gymnasiums hat unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen vor den Weihnachtsferien 2019 getagt, um über die schulischen Konsequenzen zu beraten – für den Tatverdächtigen, der mit Pfefferspray gesprüht hat, und für seinen Freund, der die Spraydose verbotenerweise mit in die Schule gebracht hat.

Nach Pfefferspray-Vorfall: „Wir haben keinen von der Schule geschmissen“

„Wir haben keinen von der Schule geschmissen“, sagt Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau auf Anfrage. Weil es sich um eine schulinterne Angelegenheit handele, nenne sie keine weiteren Details zum Strafmaß.

„Die Konsequenzen sind ganz sicher für beide Schüler spürbar“, sagt die Rektorin. Strafmildernd habe sich die Tatsache ausgewirkt, dass beide bislang nicht negativ in Erscheinung getreten seien.

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Sie sei weiterhin überzeugt, dass die Jungen nicht vorsätzlich gehandelt haben. „Das war ein großes Maß an Dummheit, Unbedachtheit und Imponiergehabe“, fasst sie zusammen. Beide wüssten, „welchen Mist sie da verzapft haben“. Und diese Einsicht sei viel wichtiger als die eigentliche Strafe. „Strafen schrecken nicht ab.“

Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst

Dennoch: „Mehrere Menschen sind geschädigt worden, deshalb dürfen wir den Vorfall nicht verharmlosen“, so Schmidt-Strehlau. Ein Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst war die Folge, einige Schüler mussten stationär behandelt werden.

Aus dem „unschönen und unglücklichen Vorfall“ könne die Schule sogar positive Schlüsse ziehen, so die Rektorin. „Dieser Ernstfall hat uns gezeigt, dass wir alle gut zusammengearbeitet und die Lage schnell in den Griff bekommen haben.“

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Sie habe die Geschehnisse zum Anlass genommen, um mit dem Team des Krisenmanagements einen neuen Aufgabenverteilungsplan aufzustellen und um etwa die Info-Wege und die Zuständigkeiten zu präzisieren.

Die Schüler habe man für mehr Vorsicht im Umgang mit den Sozialen Netzwerken während eines Ernstfalls sensibilisiert. Vor allem einen Sensations-Hype, etwa über WhatsApp, wolle man vermeiden. „Damit nicht noch mehr Panik erzeugt wird.“

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