Nach Demo in Westerfilde: 47 Strafverfahren gegen Neonazis

Vorabend des 1. Mai

Nach einer Kundgebung in Westerfilde ermittelt die Polizei gegen 47 Neonazis. Mit Hass-Parolen und ausländerfeindlicher Hetze hatten sie gegen Zuwanderer gepöbelt. Rund 300 Demonstranten protestierten lautstark und friedlich gegen die Rechtsextremisten. Die Polizei ermöglichte wirksamen Protest durch Nähe zu den Nazis.

DORTMUND

, 30.04.2014 / Lesedauer: 3 min
Nach Demo in Westerfilde: 47 Strafverfahren gegen Neonazis

Die Jungs der Westerfilder Rap-Gruppe Kannax mögen keine Nazis.

Update 22.25:

Doch noch ein schnelles Update: Die Polizei hat soeben eine Bilanz gezogen. Hier das Fazit in aller Kürze:

  • Einsatzleiter Peter Monien dankt den friedlichen Gegendemonstranten für deren besonnenes Verhalten.
  • Die Polizei leitet Strafverfahren gegen 47 Neonazis ein. Verdacht: Volksverhetzung durch ausländerfeindliche Parolen.
  • Nach ihrer Kundgebung meldeten die Nazis gegen 21 Uhr eine Spontandemonstration an. Erneut skandierten sie Hass-Parolen. Die Polizei löste die Versammlung deshalb auf.
  • Polizeidirektor Peter Monien: "Es ist nicht akzeptabel, wenn ausländerfeindliche Parolen skandiert werden. Dagegen gehen wir mit allen Mitteln vor."

Diese Bilder zeigen, wie die Polizei die Nazis umstellt, um Personalien zu überprüfen:

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Polizei kreist 47 Neonazis ein

Nach Hass-Parolen auf einer Kundgebung ermittelt die Polizei gegen 47 Neonazis. Die Ermitttlungen zielen auf Volksverhetzung ab. Bilder von der Personalien-Überprüfung an der Speckestraße in Westerfilde.
30.04.2014
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19.27 Uhr: Die Polizei kreist 47 Neonazis ein. Gegen sie laufen jetzt Ermittlungen wegen Volksverhetzung.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei umstellte die Neonazis, um deren Personalien aufzunehmen. Verdacht: Volksverhetzung.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei umstellte die Rechtsextremisten, um ihre Personalien aufzunehmen.© Foto: Peter Bandermann
Vorläufiges Ende einer Demonstration: Die Polizei umstellt die Rechtsextremisten, die später weiter Hass-Parolen auf Westerfilder Straßen rufen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei umstelle die Neonazis, um deren Personalien aufzunehmen und Fotos aufuzunehmen.© Foto: Peter Bandermann
47 Neonazis skandierten in Westerfilde nach Angaben volksverhetzende Parolen. Gegen sie laufen jetzt Strafverfahren.© Foto: Peter Bandermann
Bereits erkennungsdienstlich erfasst: Einer von 47 Rechtsextremisten an einer provisorisch eingerichteten Kontrollstelle der Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Verdacht auf Volksverhetzung bei einer Kundgebung der Partei "Die Rechte": Lachend wartet einer der Neonazis auf die Personalien-Feststellung durch die Polizei.© Foto: Peter Bandermann

Update 20.58 Uhr: In Westerfilde wurden weiterhin Teilnehmer der Neonazi-Kundgebung von der Polizei festgehalten. Polizisten begleiteten Anschließend die Neonazis zur S-Bahn. Das Rufen ausländerfeindlicher Parolen wurde untersagt. Und das sagt Anwohnerin Edith Kauch über das Geschehen in Westerfilde:  

Wir beenden an dieser Stelle unsere aktuelle Berichterstattung. Am Mai-Feiertag werden wir erneut aktuell über das Demonstrations-Geschehen in Dortmund berichten. Hier noch ein Videofilm mit Eindrücken aus Westerfilde: 

Update 20.31 Uhr: Die Polizei prüft mehrere ausländerfeindliche Parolen, die von mindestens drei Nazi-Redner geäußert und in Sprech-Chören skaniert worden sind, darunter Aussagen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“.

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Protest gegen Neonazis

Protest gegen eine Neonazi-Kundgebung in Dortmund-Westerfilde.
30.04.2014
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Protest in Westerfilde gegen die Nazi-Kundgebung.© Foto: Peter Bandermann
Antifa-Protest in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Polizei in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Protest in Westerfilde gegen die Nazi-Kundgebung.© Foto: Peter Bandermann
Die ersten Demonstranten in Westerfilde formieren sich zum Widerstand.© Foto: Peter Bandermann
Multikultureller Protest am Straßenrand. Rund 300 Bürger richteten ihren Protest gegen Rechtsextremismus.© Foto: Peter Bandermann
Polizei und Protestierende am Straßenrand.© Foto: Peter Bandermann
Junger Protest in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
"Nazis raus" - auch die "Kanax"-Gang zeigt Gesicht gegen Nazis.© Foto: Peter Bandermann
Junger Protest gegen Nazis in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Junger Protest gegen Faschismus in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Auch viele Kinder zeigten Gesicht gegen Nazis.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Polizei an einer Speerre, dahinter eine Kundgebung der SPD.© Foto: Peter Bandermann
Die Nazii-Kundgebung in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Protest in Westerfilde gegen die Nazi-Kundgebung.© Foto: Peter Bandermann
Protest in Westerfilde gegen die Nazi-Kundgebung.© Foto: Peter Bandermann
Protestierende Bürger in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Multikultureller Protest in Westerfilde.© Foto: Peter Bandermann
Auch Kinder zeigten, was sie von Nazis halten.© Foto: Peter Bandermann
Lauter Protest, viele Nationalitäten: Unter den Demonstranten in Westerfilde waren auch viel Bürger ausländischer Herkunft.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten sperrten den Nazi-Bereich ab.© Foto: Peter Bandermann
Protest in Westerfilde gegen die Nazi-Kundgebung.© Foto: Peter Bandermann
Schlagworte Westerfilde

Die Polizei hat inzwischen die Versammlung der Neonazis umstellt. "Alle Personalien werden festgestellt, es gibt den Verdacht von Straftaten."Update 19.47 Uhr: Rund 300 Gegendemonstranten übertönen mit Trillerpfeifen und Sprechchören die etwa 35 Neonazis in Westerfilde. Zu den Anwohnern haben sich inzwischen auch Teilnehmer der Antifa-Demonstration aus der Innenstadt gesellt.Update 19.27 Uhr: In Westerfilde haben sich mehrere hundert Anwohner versammelt, um gegen die Kundgebung der Neonazis zu demonstrieren. Ein starkes Polizeiaufgebot schirmt den Kreisverkehr Speckestraße/Westerfilder Straße ab. "Der Protest hier ist sehr bunt und wird zu einem Großteil von den Anwohnern getragen", berichtet unser Reporter.Erste Meldung 18.55 Uhr: Vor dem Dortmunder Landgericht haben sich anlässlich der Urteilsverkündung im Hirsch-Q-Prozess etwa 150 Neonazi-Gegner versammelt. Sie ziehen anschließend zur Kneipe Hirsch Q an der Brückstraße. Im Bereich Ostwall/Heiliger Weg ist dabei mit kurzen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

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In Westerfilde soll ab 19.30 Uhr eine Standkundgebung der Neonazis stattfinden. Diese ist für die Ecke Speckestraße/Westerfilder Straße angekündigt. Es ist damit zu rechnen, dass die Nazi-Gegner vom Bündnis "BlockaDO" dort ebenfalls Präsenz zeigen werden.

Die Demo-Schauplätze in Westerfilde: Die voraussichtlichen Demo-Standorte der Neonazis auf einer größeren Karte anzeigenDie wichtigsten Termine im Überblick:

  • Das BlockaDO-Bündnis trifft sich am 30. April um 17 Uhr am Dortmunder Landgericht zu einer Kundgebung, die zur „Hirsch Q“-Bar an der Brückstraße führt, und am 1. Mai um 9 Uhr an der Katharinenstraße in der Innenstadt. Von dort geht es nach Westerfilde.
  • Der Arbeitskreis Christen gegen Rechts trifft sich am 1. Mai um 10.45 Uhr am Gedenkstein auf dem Platz der Alten Synagoge (Stadttheater) unter dem Banner mit dem einprägsamen Motto: „Unser Kreuz hat keine Haken“ und nimmt an der DGB-Kundgebung teil.
  • Zu Protestaktionen ruft auch der SPD-Stadtbezirk Mengede am 30. April (19 bis 21.30 Uhr) und am 1. Mai auf. Am Tag der Arbeit haben die Sozialdemokraten eine Gegen-Demo auf dem Parkplatz an der Kreuzung Haberlandstraße/Mergelkuhle organisiert.
  • Die Neonazis sind am 30. April ab 19.30 Uhr auf der Speckestraße in Westerfilde und am 1. Mai ab mittags auf der Haberlandstraße, um nach Nette zu ziehen.
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