Nach den Traglufthallen stehen auch Hotelschiffe leer

Flüchtlingsunterkünfte

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen in Dortmund zeigt inzwischen deutliche Spuren: Nach den Traglufthallen an der Stadtkrone-Ost stehen nun auch die Hotelschiffe im Hafen leer, die über Monate als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt wurden. Geld kosten sie aber weiter. Viel Geld.

DORTMUND

, 11.02.2017, 02:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit Ende Januar stehen die Hotelschiffe im Hafen, die als Domizil für Flüchtlingen genutzt wurden, leer.

Seit Ende Januar stehen die Hotelschiffe im Hafen, die als Domizil für Flüchtlingen genutzt wurden, leer.

Nahezu auf Null ist die Zuweisung von Flüchtlingen durch das Land an die Stadt Dortmund seit dem Sommer 2016 gesunken. Acht von 18 städtischen Unterkünften sollen deshalb bis Ende April 2017 geschlossen werden. Die beiden Schiffe im Hafen, die seit Oktober 2015 für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wurden, sollten bis Ende März aufgegeben werden. Doch schon am 26. Januar gingen die letzten Bewohner von Bord. Seitdem stehen die Schiffe leer – ausgenommen die Wachleute, die Vandalismus verhindern sollen.

Mietkosten: 90.000 Euro pro Monat

Das Problem: Der Mietvertrag für die Schiffe läuft erst Ende September aus. Ursprünglich war er für ein Jahr bis Oktober 2016 geschlossen, wurde aber im März 2016 – als noch viele Flüchtlinge nach Dortmund kamen – um ein Jahr verlängert. Diese Fristen habe der Vertrag vorgegeben, erklärte Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage. Monat für Monat fallen so für die ungenutzten Schiffe allein Mietkosten von 90.000 Euro an, Bewachungs- und Energiekosten nicht mitgerechnet.

„Allerdings finden zurzeit Verhandlungen mit den Eignern der Schiffe statt“, erläutert Anke Widow. Ziel der Stadt sei es, den Vertrag vorzeitig beenden zu können. Dann könnten die Schiffe schon vor Oktober den Hafen verlassen – und die Stadt könnte viel Geld sparen. Mit der Caritas als Betreiberin der Einrichtung hatte man sich bereits auf ein vorzeitiges Auslaufen des Vertrages bis Ende März geeinigt.

Es sind nicht die einzigen Leerstandskosten, die aktuell die Stadtkasse belasten. Für die sechs Traglufthallen, von denen vier nie genutzt wurden und die letzte an der Stadtkrone-Ost Mitte Dezember verlassen wurde, fallen zusammen monatlich Kosten von 180.000 Euro für Energie und Bewachung an. Mitte Februar soll nun die Ausschreibung für den Abbau der Hallen anlaufen, für die man maximal verkürzte Fristen vorgeben wolle. Eine ordnungsgemäße Vergabe des Auftrags erscheine so bis Ende März realistisch, erklärte Anke Widow.

Was passiert mit den Traglufthallen?

Warum mehr als drei Monate von der Anfang November verkündeten Entscheidung, die Traglufthallen aufzugeben, bis zur Ausschreibung vergangen sind, begründet die Stadtsprecherin mit den besonderen Anforderungen. So müsse für die Ausschreibung ein umfangreiches Leistungsverzeichnis erstellt werden.

Dazu habe man im Dezember erste Gespräche mit einem externen Büro geführt. Die Hallen, die die Stadt für gut 10 Millionen Euro angeschafft hatte, müssten „zerstörungsfrei“ abgebaut werden. Sie sollen dann eingelagert werden. Eine neue Nutzung gibt es noch nicht. Auch ein Verkauf sei geprüft worden, teilt Anke Widow mit.

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