Nach der Wahlpremiere: Viele Dortmunder ziehen ins Ruhrparlament ein

rnKommunalwahl 2020

Gleich vier Stimmzettel gab es bei der Kommunalwahl. Neben OB, Rat und Bezirksvertretung wurde erstmals das Ruhrparlament gewählt. Jetzt steht fest, wie viele Dortmunder dort vertreten sind.

Dortmund

, 15.09.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wahl zum Ruhrparlament war am Wahlsonntag (13.9.) ein echtes Novum. Bislang wurden die Vertreter in der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR), die unter anderem über die Regionalplanung entscheidet und eine wichtige Rolle bei der Grün- und Radverkehrsplanung spielt, von den Räten und Kreistagen entsandt.

Jetzt sind sie erstmals direkt vom „Ruhrgebiets-Volk“ in 53 Städten und Gemeinden im RVR gewählt worden. 21 Parteilisten standen zur Auswahl. Sechs Parteien werden im neuen Ruhrparlament vertreten sein - denn bei dessen Wahl galt eine 2,5-Prozent-Klausel.

So schnitten die Parteien ab

Die neuen Dortmunder Kräfteverhältnisse spiegeln sich auch bei der RVR-Wahl in Dortmund wieder: Stärkste Kraft ist die SPD, die 28,1 Prozent bekam. Das ist etwas weniger als bei der Ratswahl und auch im gesamten RVR. Da kam die SPD bei der Ruhrparlaments-Wahl auf 29,4 Prozent und 29 Sitze.

Mit dem "Ruhrwal" warb der RVR Mitte August im Phoenix-See für die Wahl des Ruhrparlaments.

Mit dem "Ruhrwal" warb der RVR Mitte August im Phoenix-See für die Wahl des Ruhrparlaments. © Max Slobodda

Die CDU liegt in Dortmund ebenfalls unter dem RVR-Durchschnitt. 27,2 Prozent bei der Ruhrparlaments-Wahl - das reicht für 27 Sitze - stehen hier 21,9 Prozent gegenüber.

Damit liegen die Christdemokraten auch bei dieser Wahl in Dortmund hinter den Grünen, die 26,3 Prozent erreichen. Im gesamten RVR reicht es für die Grünen mit 20,3 Prozent nur für Platz 3 und 20 Sitze.

Die AfD kommt bei der Ruhrparlaments-Wahl in Dortmund auf 6,1 Prozent, im gesamten RVR auf 7,1 Prozent und 7 Sitze, die Linke auf 5,4 Prozent in Dortmund und 4,1 Prozent im RVR, die FDP auf 3,5 beziehungsweise 3,7 Prozent. Bei diesen beiden Parteien reicht das für vier Sitze.

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Die Frage, wie viele Dortmunder im Ruhrparlament vertreten sind, hängt aber weniger vom individuellen Abschneiden bei der Wahl in Dortmund, sondern vor allem von der Zusammensetzung der Listen für die RVR-Wahl ab. Danach stellen Dortmunder Kandidaten 9 von 91 Vertretern im Ruhrparlament.

Neun Dortmunder Vertreter

Für die SPD sind es Geschäftsführerin des SPD-Unterbezirks Dortmund Christa Becker-Lettow, die frühere Ratsfrau Ulrike Matzanke und Juristin Miriam Lemmert, die im Dortmunder Westen lebt und an der Ruhr-Uni promoviert.

Die Dortmunder CDU ist mit den beiden Ratsherren Uwe Waßmann und Reinhard Frank vertreten, die Grünen sind mit den Ratsfrauen Ingrid Reuter und Svenja Noltemeyer dabei. Die Dortmunder AfD schickt Wolfgang Seitz, Beisitzer im AfD-Kreisvorstand, die Linke die Ratsfrau Fatma Karacakurtoglu ins Ruhrparlament nach Essen.

Die Wahlbeteiligung lag sowohl in Dortmund wie auch im gesamten RVR bei 47 Prozent. Insgesamt waren am 13. September rund vier Millionen Menschen in der Metropole Ruhr wahlberechtigt. Die konstituierende Sitzung der neuen RVR-Verbandsversammlung findet am 11. Dezember statt.

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