Wegen einer Ruhestörung an der Möllerbrücke musste die Polizei am Freitagabend ausrücken. © Privat
Auseinandersetzungen

Nach Eskalation an der Möllerbrücke: Polizei wertet Videomaterial aus

Die Aufarbeitung der chaotischen Nacht auf den 18.9. (Samstag) an der Möllerbrücke dauert an. Die Polizei Dortmund ermittelt wegen mehrerer Straftaten – weiß aber noch nicht, gegen wen genau.

Am Montag (20.9.) teilt die Polizei Dortmund auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass Ermittlungen wegen verschiedener Straftatbestände an der Möllerbrücke aufgenommen worden sind. Darunter sind Landfriedensbruch, Sachbeschädigung sowie Beleidigung und Gewalt gegen Polizeibeamte im Einsatz.

In der Nacht vom 17. auf den 18. September (Freitag auf Samstag) war die Situation nach einem Polizeieinsatz auf der Möllerbrücke in der westlichen Dortmunder Innenstadt eskaliert.

60 bis 80 Personen in der Konfrontation mit der Polizei

Eine Gruppe von rund 60 bis 80 Personen hatte gegen 0.30 Uhr Polizisten angegriffen, als diese die Brücke räumen wollten. Es flogen unter anderem Stühle und Flaschen.

Zuvor hatte es Beschwerden über Ruhestörung gegeben, zudem waren Böller gezündet worden.

„Es ist Teil der Ermittlungen, jetzt Tatverdächtige zu identifizieren“, sagt Polizeisprecher Torsten Sziese. Dazu werde unter anderem Videomaterial des Einsatzes, etwa durch Bodycams der eingesetzten Polizisten oder Bilder von Außenstehenden gesichtet. „Das wird etwas Zeit in Anspruch nehmen“, so Sziese angesichts der hohen Zahl an potenziell beteiligten Personen.

Es gab in der Nacht der Vorfälle keine Personalienfeststellungen oder Festnahmen. „Es ging darum, die Situation zu bereinigen und die Brücke zu räumen“, sagt Sziese.

Er betont, dass es der Polizei ausdrücklich nicht um friedlich feiernde Menschen auf der Möllerbrücke gehe, sondern „um diejenigen, die Straftaten begehen und gewalttätig werden“. Die Polizei Dortmund hatte am Abend nach den Vorfällen die Zahl der Einsatzkräfte an der Möllerbrücke erhöht. Dies wird laut Sprecher Torsten Sziese auch am nächsten Wochenende vom 24. bis 26.9. der Fall sein.

Schlagstöcke und Pfefferspray beim zweiten Einsatz

Die Polizei war zunächst gegen 0 Uhr wegen Lärmbeschwerden gerufen worden und hatte Platzverweise erteilt. „Viele Leute sind danach gegangen“, sagt Torsten Sziese.

Eine Gruppe von rund 100 Personen blieb an der Brücke, es wurden Feuerwerkskörper gezündet. Die Polizei kam gegen 0 Uhr erneut zur Brücke. Die Polizeibeamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Auf einem Video ist zu sehen, wie Menschen von der Brücke in Richtung Lindemannstraße gedrängt werden.

Auf einer Internetseite mit „anarchokommunistischem“ Hintergrund tauchte am Montag ein „Erlebnisbericht auf dem Gefahrengebiet Möllerbrücke“ auf. Hierin wird Kritik an dem Vorgehen der Polizei geäußert, durch das auch Unbeteiligte getroffen worden seien.

Zugleich werden Flaschenwürfe und Provokationen eingeräumt. Wortwahl und Inhalt des Berichts werden bei Twitter, wo der Text vielfach verbreitet worden ist, scharf kritisiert.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth