Nach Gewalt in Kassel: Polizei verbietet Impfgegner-Demo in Dortmund

Hoeschpark

Die Dortmunder Polizei hat eine für Sonntag (21.3.) angekündigte Kundgebung von „Querdenken 231“ verboten. Nach Krawallen in Kassel sei auch mit Gewalt zu rechnen. So war die Lage vor Ort.

Dortmund

, 21.03.2021, 12:23 Uhr / Lesedauer: 3 min
Michael Schele, Organisator der Impfgegner-Demo in Dortmund, im Gespräch mit der Polizei.

Michael Schele, Organisator der Impfgegner-Demo in Dortmund, im Gespräch mit der Polizei. © Oliver Schaper

Eigentlich wollten die Coronaschutz- und Impfgegner von „Querdenken 231“ am Sonntag (21.3.) in der Dortmunder Nordstadt eine Standkundgebung veranstalten. Doch daraus wurde nichts, weil es am Tag zuvor bei einem Aufmarsch der Gruppe zu Ausschreitungen kam.

Die Polizei sprach gegen die Versammlung kurzfristig ein Verbot. Dennoch war viel Polizei vor Ort. Den ausführlichen Nachbericht über den Demo-Sonntag in Dortmund können Sie hier lesen:

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Unseren Liveticker finden Sie hier:

15.45 Uhr:

Am Hansaplatz sind keine Autos der Impfgegner eingetroffen. Der Gegenprotest wird von verschiedenen Seiten ebenfalls für beendet erklärt. Wir beenden damit unseren Liveticker.

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"Querdenken"-Kundgebung am Hoeschpark

Einen Tag nach dem chaotischen Aufmarsch in Kassel der Coronaschutz- und Impfgegner von "Querdenken" traf sich die Gruppe zur Kundgebung in Dortmund. Auf einem Parkplatz am Hoeschpark wollten sie gegen die Regierung und die Corona-Maßnahmen wettern – doch das ging schief.
21.03.2021

Für Dienstag (23.3.) hat die Querdenker-Gruppe wieder eine Demonstration angekündigt, dann wieder wie mehrfach in den vergangenen Wochen als Autokorso.


15.29 Uhr:
Der Demo-Tag entwickelt sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel. Mitglieder von „Querdenken 231“ sollen für 15.30 Uhr eine weitere Eilversammlung auf dem Hansaplatz in der Innenstadt angemeldet haben. Gegendemonstranten sind auf dem Weg dorthin.

Die Dortmunder Polizei hat bereits zwei Anmeldungen als Folgeveranstaltung abgelehnt. Dies wäre auch am Hansaplatz wieder der Fall, so ein Polizeisprecher gegenüber dieser Redaktion.

In der Nordstadt wurde der spontane Protestzug von der Polizei gestoppt. Es wurden Personalien von einigen Personen aufgenommen, darunter auch Medienvertreter, die das Geschehen fotografierten.


14.55 Uhr:
In der Dortmunder Nordstadt hat eine Gruppe von rund 30 Demonstrierenden eine „antifaschistische Spontandemo“ gestartet. An der Borsigstraße ist nach Angaben unseres Reporters vor Ort ein Teil der Gruppe von der Polizei eingekesselt worden.

Der unangemeldete Protestzug soll laut Twitter-Accounts aus dem linken Spektrum zum Nordmarkt führen.

Gegendemonstranten der Querdenker-Veranstaltung bei einem spontanen Protestzug am Borsigplatz.

Gegendemonstranten der Querdenker-Veranstaltung bei einem spontanen Protestzug am Borsigplatz. © Robin Albers



14.40 Uhr:

Rund um den eigentlich geplanten Versammlungsort am Hoeschpark ist immer noch Polizei zu sehen. Eine Gruppe von Gegendemonstranten steht nach wie vor an einem Parkplatz an der Wambeler Straße.

Laut Berichten auf Twitter kommen immer noch vereinzelt Autos an, die zur Querdenker-Veranstaltung wollen. Polizisten schicken die Autofahrer weg.

Eine Gruppe von Gegendemonstranten vor dem abgesperrten Parkplatz am Hoeschpark.

Eine Gruppe von Gegendemonstranten vor dem abgesperrten Parkplatz am Hoeschpark. © Robin Albers


14.06 Uhr:

Die Querdenker-Demonstranten um Michael Schele sind nun durch Polizisten auch vom McDonalds-Parkplatz an der Bornstraße verwiesen worden. Es sollen für den heutigen Sonntag keine weiteren Aktionen geplant sein, so Schele im Gespräch mit unserem Reporter vor Ort.

Der Dortmunder war am Samstag Teil der Querdenker-Demo in Kassel, wo er an körperlichen zwischen Demonstranten und der Polizei beteiligt gewesen sein soll. Seine Präsenz in Kassel war auch einer der Gründe für die Dortmunder Polizei, die Demonstration am Sonntag zu untersagen.

13.53 Uhr:

Am Parkplatz vor dem Hoeschpark in der Nähe des Borsigplatzes sind nach Angaben der Polizei einzelne Mitglieder der Querdenken-Gruppe vor Ort.

Sie haben eine Eilversammlung angemeldet, die von der Polizei aber ebenfalls untersagt worden ist. „Wir bewerten es als Folgeveranstaltung“, sagt Polizeisprecher Gunnar Wortmann.

Polizisten haben Demo-Organisator Michael Schele und weitere zehn Mitglieder der Gruppe angewiesen, den Hoeschpark-Parkplatz zu verlassen. Aktuell hält sich die Gruppe auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Bornstraße auf.

Auch Gegendemonstranten sind vor Ort. Die Polizei hat diese an der Wambeler Straße festgesetzt, um die Konfrontation mit den Impfgegnern zu vermeiden.

Ursprüngliche Meldung:

Die für 14 Uhr am Sonntag (21.3.) angemeldete Versammlung einer Gruppe von Impfgegnern ist von der Polizei Dortmund kurzfristig verboten worden.

Die Versammlung sollte in Form einer Standkundgebung am Hoeschpark in der Dortmunder Nordstadt durchgeführt werden.

In einer Mitteilung der Polizei von Sonntagmittag heißt es: „Die Ereignisse der letzten Tage haben Unzuverlässigkeiten des Anmelders offengelegt. Die Unzuverlässigkeit wird unter anderem mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen Gegendemonstranten und Polizeibeamte begründet.“

Polizei: „Friedliche Meinungsäußerung ist nicht das Ziel der Bewegung“

Deshalb ließen aus Sicht der Polizei „die aktuellen Ereignisse in Kassel auch in Verbindung mit vorherigen Querdenken-Demos in Dresden und Berlin darauf schließen, dass eine friedliche Meinungsäußerung nicht das Ziel der Bewegung ist“.

Zudem sei damit zu rechnen, dass die Coronaschutz-Verordnung vorsätzlich nicht eingehalten wird.

Polizeipräsident Gregor Lange wird in der Mittelung wie folgt zitiert: „Es ist die Stärke unserer Verfassung, dass kritische Meinungen öffentlich auf Versammlungen friedlich und ohne Waffen geäußert werden können. Es ist unsere Aufgabe als Polizei dieses hohe Gut der Versammlungsfreiheit zu schützen. Wenn dabei jedoch durch die Versammlung gegen Recht und Ordnung verstoßen wird und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegt, ist es unserer Aufgabe, solche Versammlungen zu verbieten.“

„Querdenken“-Gruppe ruft trotzdem zur Demo auf

Über Messenger-Dienste rufen die Organisatoren der Demonstration von „Querdenken 231“ dazu auf, trotzdem zum Hoeschpark zu kommen. Eine Eilversammlung sei angemeldet.

Die Dortmunder Polizei stellt in einer ersten Reaktion darauf klar, dass das Verbot auch Folgeversammlungen betreffe, sofern sie denselben Inhalt haben.

Wir berichten an dieser Stelle weiter.

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