Nach Gift-Fund in Hombruch: Fachleute untersuchen die Baustelle

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Die Arbeiten an der Kiefer- und Harkortstraße ruhen, trotzdem ist an den Baustellen einiges los. Experten untersuchen alte Leitungen und Einbauten, die sich dort im Erdreich verstecken.

Hombruch

, 23.07.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem in einer Baugrube in Hombruch Teile eines unbekannten Tanks und an einer zweiten Stelle Rohrleitungen mit Hinweisen auf den giftigen Stoff Naphthalin gefunden wurden, wird der gesamte Bereich nun aufwendig untersucht.

Ein Zusammenhang der beiden Fundstellen ist nicht sicher, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Der Verdacht liegt aber nahe.

Lage und Länge der Rohre wird ermittelt

Externe Fachleute führen nun in der Kiefer- und Harkortstraße geomagnetische Untersuchungen durch, um Lage, Länge und Verlauf der Rohrleitungen festzustellen, an denen kristalline Anlagerungen gefunden wurden. Ein Gutachter soll herausfinden, was es mit dem vermuteten Tank auf sich hat.

Flüssigkeit sammelte sich in einem Schacht

Gefunden wurde bislang nur ein Domschacht, wie er üblicherweise zu einem unterirdischen Tank gehört. In dessen Nähe hatte sich die auffällig riechende Flüssigkeit angesammelt. Eine Bodenprobe bestätigte die Kontamination des Bodens durch Kohlenwasserstoffe, unter anderem Naphthalin.

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Das zu den sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gehörende Naphthalin kann unter anderem aus Steinkohlenteer entstehen, was einen Zusammenhang mit dem ehemaligen Bergbau in Hombruch nahelegt.

Fund kam völlig überraschend

Wie die Substanz dort in den Boden gelangte, soll nun ermittelt werden. „Es ist sehr selten, dass so etwas überraschend auftaucht“, erklärt Christian Schön. Üblicherweise wird vor Beginn von Tiefbauarbeiten in alten Unterlagen recherchiert, was im Boden liegt. „Doch an dieser Stelle war nichts verzeichnet.“

So sieht die Baustelle an der Kieferstraße Ecke Harkordtstraße aus.

So sieht die Baustelle an der Kieferstraße Ecke Harkordtstraße aus. © Oliver Schaper

Bis Herkunft, Menge, Lage und Zusammensetzung des kritischen Funds geklärt und die Kontamination beseitigt ist, müssen die Arbeiten ruhen. Der Bodenaushub wurde in abgedeckten Containern gesichert und wird von der EDG gesondert entsorgt. Die verdächtigen Rohre in der Baugrube wurden mit Unterstützung der Feuerwehr abgedeckt und gesichert.

Keine direkte Gefahr

Eine unmittelbare Gefahr gehe von den Altlasten nicht aus, teilt die Stadt mit. Wie umwelt- und gesundheitsschädlich die Hinterlassenschaften sind, könne aber erst abschließend bewertet werden, wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, erklärt Christian Schön. Das werde ein paar Tage dauern.

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Erst nach Abschluss der Analysen und entsprechender Schutzmaßnahmen können dann die Arbeiten am Stromkabel fortgesetzt werden.

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