Nach Hausverbot bei Malzers: Dortmunder Rentnerin (73) bleibt unversöhnlich

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Für die Benutzung einer defekten Toilette hat Dorlies Beloch Hausverbot bekommen. Die Aufregung im Netz ist groß. Wie die Rentnerin darauf reagiert.

von Johannes Bauer

Mitte

, 06.12.2019, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorlies Beloch beginnt den Tag gemütlich. Für den Moment scheint die Aufregung der vergangenen Tage verflogen. Im Bademantel sitzt sie in ihrem Wohnzimmer und löst ein Kreuzworträtsel, als sie unser Anruf aus der Redaktion erreicht.

Ob Frau Beloch einen Facebook-Account besitzt? „Ne, hab‘ ich nicht“, erklärt die 73-Jährige.

Sie konnte also nicht mitverfolgen, dass sich unter dem Artikel über ihr Hausverbot bei Malzers mehr als 200 Kommentare angesammelt haben. Aus ihrem persönlichen Umfeld bekam sie viel Zuspruch: „Von Freunden und Bekannten habe ich nur gehört: Gut, dass du dich gewehrt hast!“

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So positiv sich das eigene Umfeld hinter sie stellt, so harsch fallen die Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. Beispiel Facebook. Einige Nutzer stellen sich hinter das Verhalten der Verkäuferin, die das Hausverbot ausgesprochen hat, gehen aber nicht näher auf die Situation ein.

Nach Hausverbot bei Malzers: Dortmunder Rentnerin (73) bleibt unversöhnlich

Dorlies Beloch ist immer noch sauer. © Johannes Bauer

Der Gedanke, dass diese Nutzer den Artikel nicht komplett gelesen haben, liegt nahe. Eine Nutzerin schreibt: „Es gibt bestimmt auch einen Grund dafür. Alles müssen sich die Unternehmen oder die Betriebe und vor allem die Mitarbeiter nicht gefallen lassen.“

Beloch hat Verständnis für Verkäuferin

Eine Sichtweise, die Beloch teilt: „Richtig, die Verkäuferinnen dürfen sich nicht alles gefallen lassen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ich nichts falsch gemacht habe.“ An ihrer Meinung habe sich nichts geändert, betont die Rentnerin.

Nach Hausverbot bei Malzers: Dortmunder Rentnerin (73) bleibt unversöhnlich

Die Aufregung im Netz ist groß. © Schuh

Andere Nutzer beschäftigen sich mit der Toilette, die über mehrere Tage defekt war. So auch eine Nutzerin, die sich fragt: „Hm. Wenn die Toilette eine Woche lang verstopft und nicht verfügbar ist, ist das nicht besonders kundenfreundlich. Haben die keinen Pömpel?“ Bei dieser Reaktion gerät die 73-Jährige wieder voll in Fahrt: „Das sehe ich auch so. Auch als Kunde muss man sich nicht alles gefallen lassen.“

Café hätte für einige Tage schließen können

Aber wie hätte Malzers mit der defekten Toilette umgehen sollen? Dazu hat eine dritte Nutzerin einen Vorschlag: „Wenn in einem Café mit Sitzbereich, die Toilette defekt sind, sollte man nur den Verkauf öffnen, und nicht das Café.“

Darüber hat sich Beloch auch Gedanken gemacht. „Man könnte in so einer Situation zumindest ein Schild direkt an die Eingangstür hängen, dass es keine Toilettenmöglichkeit im Café gibt.“

Fragwürdige Alternative: U-Bahn-Toilette

In der Stellungnahme von Malzers erklärte Unternehmenssprecher Oliver Hein, das Personal habe seine Kunden auf die Toilette in der U-Bahn Station an der Reinoldikirche hingewiesen.

Ein Vorschlag, der bei Beloch auf Unverständnis stößt: „Das ist doch ein Witz! Bis meine Freundin Irmgard mit ihrem Rollator da unten ist, ist es doch schon zu spät!“ In ihren Augen hat Dorlies Beloch nichts falsch gemacht und deshalb möchte sie sich auch nicht entschuldigen.

Reaktion von Malzers enttäuscht Rentnerin

Das Hausverbot hat Malzers in seiner Stellungnahme aufgehoben. Über die Art und Weise zeigt sich Beloch enttäuscht: „Die können doch kein Hausverbot erteilen und wenn ein Artikel darüber erscheint, sagen: ‚April, April! So war das nicht gemeint‘“, echauffiert sich die 73-Jährige.

Für eine persönliche Entschuldigung hat sich bisher noch niemand bei Beloch gemeldet. Ob es dazu kommt, bleibt offen. Die Pressestelle von Malzers war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

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