Die Dortmunder CDU-Spitzen kontern die krachende Kritik von den CDU-Mitgliedern Dr. Volker Geers und Manfred Sauer. © picture alliance/dpa
Bundestagswahl

Nach Kritik aus den eigenen Reihen: Dortmunder CDU-Spitze keilt zurück

Von „Todessehnsucht“ war nach der verlorenen Bundestagswahl die Rede, von „Bedeutungslosigkeit“ – jetzt wehren sich Dortmunder CDU-Spitzen gegen Kritik aus den eigenen Reihen und schlagen zurück.

Es war eine Abrechnung mit der eigenen Partei. Ex-Bürgermeister Manfred Sauer, den seine CDU 2020 für dieses Amt nicht mehr wollte, feuerte sie auf dem Schriftweg an die Redaktion ab: Die CDU habe bei der Bundestagswahl „einen schmerzhaften Tritt in Richtung Bedeutungslosigkeit erhalten“.

Das Ergebnis der Bundestagswahl nahm Sauer zum Anlass, die grün-schwarze Projektarbeit im Rat zu geißeln und mahnte, wenn sich die CDU nicht auf eine „moderne, konservative Politik“ konzentriere, habe sie weder in Dortmund noch in Deutschland eine Zukunft.

Dr. Volker Geers, 1999 Oberbürgermeister-Kandidat der Dortmunder CDU, ging noch weiter, erklärte, der Wahlkampf der Dortmunder CDU sei „nicht durch „Kampf, sondern eine kollektive Todessehnsucht“ gekennzeichnet gewesen. Er forderte, die Parteispitze vor Ort müsse zurücktreten und einen Raum für Wandel schaffen.

Seit 20 Jahren nicht für die Partei engagiert

Solch harsche Kritik lassen der Dortmunder CDU-Kreisvorsitzende Sascha Mader und Dr. Jendrik Suck, Fraktionschef im Rat, nicht unwidersprochen. Volker Geers sei vor mehr als 20 Jahren ein erfolgreicher OB-Kandidat gewesen, doch seitdem habe er sich weder groß engagiert, noch am Wahlkampf beteiligt.

Mader: „Grundsätzlich darf jeder schreiben, was er will. Aber ich habe wenig Verständnis dafür, den gerade im August neugewählten Kreisvorstand zum Rücktritt aufzufordern.“ Er hätte sich gefreut, wenn die Kritiker die Auseinandersetzung innerhalb der Partei gesucht hätten. Das sei der Weg, wenn man das Beste für die Partei wolle.

Dieser Satz geht auch an Manfred Sauer und seine Kritik an der grün-schwarzen Zusammenarbeit im Rat, in dem er noch Mitglied ist. „Die Niederlage der Union bei der Bundestagswahl kann man nicht mit einer lokalen Zusammenarbeit erklären“, kontert Mader, „das Dortmunder Ergebnis liegt im Bundestrend.“ Zudem frage er sich, so Mader, warum Sauer sich nicht traue, seine Kritik beim Kreisparteitag und in der Fraktion zu äußern.

Nur eine Worthülse

In dasselbe Horn stößt auch Fraktionschef Jendrik Suck, der die grün-schwarze Projektarbeit im Rat verteidigt: „Ich glaube, dass die Projektpartnerschaft Dortmund guttut. Sie macht deutlich, dass es Alternativen zur Sozialdemokratie gibt. Für die CDU ist es wichtig, als moderne Großstadt-Partei zu agieren“ – auch um, wie von Sauer gefordert, mehr Wähler aus der jungen Wählerschaft zu gewinnen.

Kopfschütteln ruft bei Suck auch Sauers Forderung hervor, sich in Dortmund auf „eine moderne, konservative Politik“ zu konzentrieren. Suck: „Was soll das sein? Das ist nur eine Worthülse.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle