Nach Kritik von Anwohnern: So geht es an der Speicherstraße weiter

rnDortmunder Hafen

Wie geht es weiter am Hafen? Bürger, Unternehmen und Verwaltung sind sich in dieser Woche nähergekommen. Doch es gibt nach wie vor noch einiges zu klären beim Thema Speicherstraße.

Dortmund

, 29.06.2019, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 90 Menschen aus dem Hafenquartier kamen auf Einladung der Stadt Dortmund im Theater im Depot an der Immermannstraße zusammen. Darunter waren unter anderem Bewohner des Viertels, Thomas Westphal als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Vertreter von ansässigen Unternehmen.

Aber auch Mitglieder der Hafeninitiative waren eingeladen. Sie hatten zuletzt deutlich Sorge darüber ausgedrückt, dass die Neuplanung der nördlichen und der südlichen Speicherstraße an den Interessen der Anwohner vorbei gehe.

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Das sind einige der Themen, die auf den Tisch kamen

  • Dass sich an der südlichen Speicherstraße etwas tut, begrüßen viele. Bisher empfängt die Straße ihre Besucher mit einem großen Schotter-Parkplatz und wenig ansehnlicher Architektur. Besonders aus Reihen der Unternehmen kam der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität.
  • Häufig geäußert wurde der Wunsch nach öffentlichen Plätzen, die für alle nutzbar sind.
  • Großzügige Grünflächen, Gemeinschaftsgärten sowie gut ausgebaute Fahrradwege sollen Teil der Planung werden.
  • Es soll Flächen geben, die offen für zukünftige Initiativen sind.
  • Viele sprachen sich für den Erhalt bestehender kultureller Räume wie Speicher100 und Herr Walter aus. Die Wirtschaftsförderung äußert diesen Wunsch ebenfalls, erste Gespräche seien im Gange. „Es wäre ideal, wenn die Kunst- und Kreativszene gebündelt werden kann“, sagt Thomas Westphal. Die kolportierte Annahme, dass der Abriss von Gebäuden wie an der Speicherstraße 100 bereits geplant sei, ist laut der Wirtschaftsförderung falsch.

Es gab Thementische zu den Bereichen Architektur und Städtebau, Freiraum und Umwelt, Wirtschaftliche Chancen und Soziale Entwicklung. Am Ende der Veranstaltung stand ein Versprechen von Thomas Westphal, weiterhin einen transparenten und kontinuierlichen Dialog mit den Bewohnern des Hafenviertels zu pflegen.

Neu gegründete Entwicklungsgesellschaft soll das Hafenquartier voranbringen

DSW 21 und die Hafen AG haben gemeinsam die d-Port Entwicklungsgesellschaft gegründet. Diese entwickelt bis 2025 ein gemischtes Quartier mit den Schwerpunkten Büros, Gewerbe, Bildung und Digitalisierung. Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt fließen in die Bedingungen für einen Wettbewerb für Stadtplaner und Architekten ein.

Die Entwicklung des Hafens zu einem urbanen, durchmischten Quartier läuft schon seit einigen Jahren. Die nördliche Speicherstraße ist seit September 2018 fester Bestandteil der Planungen für den neuen Digital-Hafen. DSW 21 hat das fünf Hektar große Grundstück des Unternehmens Knauf Interfer gekauft. „Das war zu Beginn der Planungen für den Hafen noch gar nicht absehbar“, sagt Thomas Westphal.

Architektur-Entwürfe für die nördliche Speicherstraße sollen bis Anfang 2020 vorliegen

Das Ergebnis wird voraussichtlich Anfang 2020 vorliegen. In der südlichen Speicherstraße, also am Übergang von der U-Bahn-Station Hafen, sind die Planungen schon weiter. Hier stehen Bauprojekte wie die Digitalakademie des Theaters oder der Lensing Media Port bereits auf sicheren Füßen.

Die Mitglieder der Hafeninitiative nehmen einen positiven Eindruck mit aus der Bürgerwerkstatt. „Wir freuen uns, mit den Verantwortlichen und der Nachbarschaft im Dialog zu bleiben. Wir werden genau beobachten, wie mit den Ideen der Anwohner umgegangen wird und uns dafür einsetzen, dass der Hafenbereich für vielfältige Nutzungen offenbleibt“, sagt Alex Katschke von der Hafeninitiative. Es gebe ein reges Interesse der Anwohner an einer umfassenden Mitbestimmung. „Was dort passiert, kann erhebliche Auswirkungen auf den Stadtteil haben.“

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