Nach Messerattacke in der Nordstadt: Dortmunder Gericht fällt Urteil

rnGerichtsprozess

Im November 2019 endete ein Streit zwischen zwei Männern beinahe tödlich. Der Angeklagte beteuerte jedoch, aus Notwehr gehandelt zu haben. Nun hat das Gericht entschieden.

Dortmund

, 06.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einem heftigen Streit zwischen zwei 22 Jahre alten Männern erlitt einer der Kontrahenten im November 2019 lebensgefährliche Verletzungen. Eine von seinem Gegner geführte Messerklinge war mehrfach in seinen Oberkörper eingedrungen und hatte dabei auch innere Organe getroffen. Ohne eine sofort eingeleitete Notoperation im Klinikum Nord hätte der Mann nicht überlebt.

Der Messerstecher hatte gleich zu Beginn des Prozesses vor dem Schwurgericht die Verantwortung übernommen. Er beharrte jedoch darauf: Jeden einzelnen Stich habe er in Notwehr gesetzt. Sein Kontrahent habe ihn zuerst angegriffen, da habe er sich nicht anders zu helfen gewusst. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diese Sache denke“, sagte er damals.

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Angeklagter bricht in Tränen aus

Der junge Mann war erst wenige Tage vor der Bluttat aus seiner Heimat Algerien nach Deutschland gekommen. In Dortmund sei er als Erstes mit der Bahn zum Signal-Iduna-Park gefahren, um sich eine schwarz-gelbe BVB-Fahne zu kaufen. „So eine wollte ich schon immer haben“, sagte er den Richtern.

Vor dem Urteil war der 22-Jährige aufgeregt. Würden die Richter ihm glauben? Könnte er noch am selben Tag aus der Haft entlassen werden? Tatsächlich verkündete der Vorsitzende Richter Thomas Kelm kurz darauf einen Freispruch. Der Mann brach sofort in Tränen aus und dankte seiner Verteidigerin Ina Klimpke.

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