Nach Messerstecherei am U-Turm trafen sich Täter und Opfer in der Notaufnahme wieder

Dortmunder Landgericht

Bei einer Messerstecherei am U-Turm wurde ein junger Mann im Oktober 2018 lebensgefährlich verletzt. Der Prozess vor dem Landgericht zeigt: Es geht nicht um eine Lappalie.

Dortmund

, 04.06.2019, 17:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kurze Zeit einer Messerstecherei am U-Turm im Oktober 2018 wurde die Polizei am späten Abend ins Unfallklinikum gerufen. Ein junger Mann wollte dort Anzeige erstatten. Im Rahmen des Streits, bei dem auch der gefährliche Messerstich am U gesetzt worden war, seien ihm seine Basecap und sein Handy geraubt worden, berichtete er den Beamten.

Dann wurde es richtig kurios: „Noch während er uns das erzählte, zeigte er plötzlich auf einen anderen Mann, der auch in der Notaufnahme wartete“, erinnerte sich ein Polizist am Dienstag (4. 6.) als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht. „Er behauptete, der andere Mann würde genau seine Basecap auf dem Kopf haben.“

Täter und Opfer trafen im Klinikum erneut aufeinander

Tatsächlich war es wohl so, dass jeweils ein Mitglied aus der Täter- und aus der Opfergruppe zeitgleich auf die Behandlung im Unfallklinikum warteten. Weil der Sachverhalt logischerweise nicht direkt vor Ort geklärt werden konnte, nahmen die Polizisten die Mütze an sich und den vermeintlichen Räuber gleich mit. Das angebliche Raubopfer durfte sich erst seine Schürfwunden und eine Bänderverletzung am Sprunggelenk verarzten lassen und dann nach Hause gehen.

Der Angeklagte verfolgte die Zeugenbefragung am Dienstag mit stoischer Ruhe. Was ihm vorgeworfen wird, übersteigt den Raub eines Handys und einer Basecap bei weitem: versuchter Totschlag.

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