Familie lebt seit drei Jahren in verschimmelter Wohnung

rnWohnen in Dortmund

Immer mehr Mieter in Dortmund klagen über Probleme mit den Wohnungen. Eine Familie in Eving leidet gesundheitlich und führt das auf Schimmel zurück. Was tun? Das sagen LEG und Mieterverein.

Eving

, 16.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kalte Jahreszeit hat begonnen und immer mehr Dortmunder Mieter klagen über Schimmel in der Wohnung, ausfallende Heizungen oder eine mangelhafte Wasserversorgung.

Die zahlreichen Mieterbeschwerden zeigen zumindest vereinzelt Wirkung, aber Schimmel ist immer wieder ein heikler Streitfall. So jetzt in Eving.

Schimmel breitet sich im Schlafzimmer immer mehr aus

Michael Vogt und Mareike Köchling wohnen mit ihrer sechsjährigen Tochter im Rübezahlweg. Seit drei Jahren breitet sich im Schlafzimmer der Familie der Schimmel aus. „Anfangs war es nur ein kleiner Fleck, aber mittlerweile ist eine gesamte Wand vom Schimmel befallen“, so Vogt.

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Er habe der LEG als Vermieter bereits unzählige Mails geschrieben und Bilder geschickt. Bis auf vertröstende Antworten sei allerdings keine Reaktion erfolgt.

„Wir schlafen jetzt schon seit langer Zeit zu dritt im Wohnzimmer, weil man es im Schlafzimmer nicht mehr aushält“, erklärte Köchling. Zudem klagt die Familie über zunehmende Lungenerkrankungen.

„Schimmel ist für Lungenerkrankung verantwortlich“

Man habe zwar keine eindeutige ärztliche Bestätigung, allerdings sei der Zusammenhang zwischen Schimmel und Erkrankung nicht von der Hand zu weisen.

„Ich habe mich immer sportlich betätigt und war nie dauerhaft krank, aber seitdem wir in dieser Schimmelwohnung leben, habe ich Lungenbeschwerden. Auch unsere Tochter hat mittlerweile Atemnot und Hustenanfälle, so dass sie vermehrt auf ein Asthmaspray angewiesen ist“, unterstrich Vogt.

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Sobald sie bei den Großeltern sei, wäre von diesen Symptomen nichts mehr zu erkennen. Demzufolge könne man davon ausgehen, dass der Schimmel für die Atemprobleme verantwortlich sei.

Wohnungsunternehmen geht von eigenem Verschulden aus

Laut LEG-Pressesprecher Mischa Lenz habe sich in den vergangenen Tagen ein fachkundiger Kollege die Verhältnisse vor Ort angeschaut und festgestellt, dass der Schimmelbefall durch das Heiz- und Lüftungsverhalten der Nutzer entstanden sei.

„Das ist leider nicht selten der Fall. Wir werden jetzt aber noch einmal in einem persönlichen Gespräch mit den Mietern versuchen, diese für das Thema zu sensibilisieren“, so Lenz.

Mieterverein spricht von „heiklem“ Thema

Unterdessen sei Schimmel in der Wohnung aus rechtlicher Sicht ein äußerst heikles Thema, erklärt der Geschäftsführer des Dortmunder Mietervereins Rainer Stücker.

„Die große Frage ist immer, wer schlussendlich für die Schimmelbildung verantwortlich ist. Und da dies häufig unklar ist, ist es eine sehr komplizierte Angelegenheit.“

Bevor Mieter daher eine rechtliche Auseinandersetzung anstreben, rate er den Betroffenen immer zunächst einen Experten aufzusuchen.

Erste Modernisierungsmaßnahmen werden ergriffen

Nachdem sich bereits vor knapp drei Wochen andere Mieter aus dem Wohnhaus über die schlechten Zustände beschwert hatten, hat die LEG vereinzelte Mängel beseitigt. So ist unter anderem die über Wochen defekte Haustür des Mehrfamilienhauses instand gesetzt worden.

Familie lebt seit drei Jahren in verschimmelter Wohnung

Die Häuser am Rübezahlweg sind im Eigentum der LEG. Ein Mieter klagt hier über Schimmelbefall. © Marius Paul

„Unmittelbar nach der öffentlichen Beschwerde wurde die Tür repariert. Und auch die damals beanstandete Hausflurreinigung wurde intensiviert. Wenn man will, klappt es scheinbar also doch“, untermauerte Michael Vogt.

Verzögerungen haben laut LEG unterschiedliche Ursachen

Die Reparatur der Haustür habe sich laut Lenz leider aufgrund von Terminschwierigkeiten verzögert:

„Die für uns tätigen Handwerker sind aktuell gut ausgelastet. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten um etwas Verständnis.“

Lenz zufolge habe die LEG eine umfangreichere Hausflurreinigung schon frühzeitig in die Wege geleitet, allerdings sei das zuständige Fachunternehmen erst nach wiederholter Beanstandung tätig geworden.

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