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Nach Nazi-Provokationen: Fan-Projekt kritisiert Polizei

Borussia Dortmund

Nach dem BVB-Heimspiel am vergangenen Samstagabend musste die Polizei auf der Hohen Straße drohende Auseinandersetzungen zwischen etwa 30 Neonazis und Ultra-Gruppen verhindern. Die Polizei und das Fan-Projekt schildern und bewerten die Lage am ersten Bundesliga-Spieltag höchst unterschiedlich.

DORTMUND

, 18.08.2015 / Lesedauer: 2 min
Nach Nazi-Provokationen: Fan-Projekt kritisiert Polizei

Das Fan-Projekt in der Dudenstraße ist seit 25 Jahren ein Treffpunkt für junge Fans. In der Nähe gab es am Samstag Auseinandersetzungen.

Thilo Danielsmeier vom Fan-Projekt wirft der Polizei vor, eine Gruppe von Ultras 90 Minuten lang „eingekesselt“ zu haben. Mitarbeiter des Fan-Projekts hätten nicht einmal vermittelnd eingreifen können. Polizeisprecherin Cornelia Weigandt widerspricht: „Es gab keinen Kessel. Polizeikräfte haben aber eine Linie gebildet, um die Gruppen voneinander zu trennen.“

Treffpunkt an der Dudenstraße

Die Ultras hätten jederzeit über die Dudenstraße abziehen können. Das Fan-Projekt betreibt an der Dudenstraße einen Treffpunkt. Anlass waren laut Fan-Projekt diverse Provokation von Neonazis, die von einem gegenüber liegenden Lokal aus agiert hätten. Die Provokationen hätten sich gegen Mitglieder der Ultras von „The Unity“, den "Jubos" und den „Desperados“ gerichtet.

Thilo Danielsmeier spricht von Böllerwürfen, Hitlergrüßen und ähnlichen Vorfällen. „Unsere jungen Fans sind eingekesselt worden, die Rechten konnten sich frei bewegen. So hat sich Enttäuschung und Wut über die Polizei breit gemacht“, stellte der Sportwissenschaftler und sportliche Leiter des vor 25 Jahren gegründeten Fan-Projekt fest.

Es sei gut gewesen, dass die Polizei mit starken Kräfte vor Ort war, stellte er klar. Denn sonst hätte es Übergriffe geben können – „von welcher Seite auch immer.“

Ein "geschützter Raum"

Die Polizei hätte aber auch ein „Zeichen gegen die Rechten“ zeigen können. Bisher sei das Fan-Projekt und sein Umfeld für junge Fans immer ein „geschützter Raum“ gewesen. Das sei jetzt anders. Zumal in der nahegelegenen Kneipe auch Alt-Mitglieder der rechtsextremen „Borussenfront“ ein- und ausgingen. Der Polizei liegen aktuell keine Hinweise auf Straftaten wie Böllerwürfe oder Hitlergrüße vor. „Wer Zeuge solcher Straftaten geworden ist, soll sich mit uns in Verbindung setzen“, sagte Polizeisprecherin Cornelia Weigandt.

>>Die Stellungnahme des Fanprojekts

>>Die Pressemitteilung der Polizei

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