Nach Posten-Hickhack: Sierau-Referent will nach Berlin - ein Konkurrent auch

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Mit der Kandidatur für den Posten des Arbeitsdirektors am Klinikum ist SPD-Mann Jens Peick (39) erfolglos geblieben. Jetzt orientiert er sich gänzlich um - und die Konkurrenz geht schon in Stellung.

Dortmund

, 05.10.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rats- und OB-Wahlen sind gerade vorbei, da starten bereits die Vorbereitungen für die Bundestagswahl im September 2021. In der SPD steht vor allem die Frage im Raum, wer im Wahlkreis von Urgestein Marco Bülow antritt. Er hatte sein SPD-Parteibuch im November 2018 zurückgegeben und sitzt nun als „Einzelkämpfer“ im Bundestag. Ob Bülow 2021 dennoch wieder in den Ring steigt, ist offen.

Inzwischen hat sich ein möglicher Nachfolger auf den Weg gemacht, Bülow im Wahlkreis 142 zu beerben: Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Jens Peick hat über Facebook seine Kandidatur für die Stadtbezirke Mengede, Huckarde, Innenstadt-Ost und -West sowie Hombruch und Lütgendortmund angekündigt.

Peick: „Viel positive Resonanz“

Zwar steht die formelle Nominierung durch Parteigremien noch aus. Dennoch habe er auf seine Ankündigung bereits „viel positive Resonanz“ erhalten, sagt SPD-Vize Peick auf Anfrage.

Seine ursprünglichen Pläne waren andere: Peick, Referent im Amt des OB, war von den Arbeitnehmern für den Posten des Arbeitsdirektors am Klinikum ausgeguckt. Als sich nach monatelangem Hickhack abzeichnete, dass sich die Mehrheit im Rat querstellt, zog Peick seine Kandidatur zurück. Nun lockt der Bundestag.

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Als „überzeugter Gewerkschafter“ sei ihm wichtig, „dass die SPD die starke Stimme der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist“, schreibt Peick auf Facebook. Er wolle dazu beitragen, mit Themen wie Bürgerversicherung, „Gute Arbeit", Mindestlohn und Bildung „linke Inhalte“ stärker in den Bundestag zu tragen.

Bis Freitag (30. Oktober) müssen alle Kandidaturen bei der SPD festgezurrt sein. Gut möglich, dass Peick einen Konkurrenten erhält.

Gegenkandidat hält sich bereit

Sebastian Otten (29), Mitglied im SPD-Ortsverein Brünninghausen, liebäugelt ebenfalls mit einer Kandidatur im Wahlkreis 142. „Ich bin durchaus gewillt“, sagte Otten auf Anfrage. „Mir ist bewusst, dass Jens Peick in der SPD eine Institution ist, aber ich glaube an die Außenseiterchance“, erklärte Otten, der weder über ein Ratsmandat verfügt noch in der Bezirksvertretung sitzt.

Otten arbeitet in der privaten Sicherheitswirtschaft. Sollte er antreten, steht der SPD im Wahlkreis 142 zunächst eine Mitgliederbefragung ins Haus, bevor Anfang 2021 auf der Wahlkreiskonferenz und dem Parteitag abgestimmt wird.

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Übersichtlicher scheint das Feld im zweiten Bundestagswahlkreis 143 mit den Stadtbezirken Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord sowie Brackel, Aplerbeck und Hörde: Dort bereitet sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann auf ihre erneute Kandidatur vor. Dabei kann sie sich auf erste Nominierungen durch ihren Ortsverein Aplerbeck und die ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen) stützen.

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