Nach Praxisaufgabe sind Patientenakten verschwunden

Ex-Bethanien-Krankenhaus

Ein Allgemeinmediziner hat seine Praxis im früheren Bethanien-Krankenhaus kurzfristig verlassen. Viele seiner Patienten hatten das nicht gewusst und standen vor verschlossenen Türen. Aber jetzt sollen auch noch Akten verschwunden sein und niemand weiß, wer dafür die Verantwortung hat.

HÖRDE

, 06.03.2015, 02:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Praxisaufgabe sind Patientenakten verschwunden

Kerstin Schneider schreibt jetzt an die Ärztekammer. Sie hat keine Ahnung, wer ihre Patientenunterlagen hat.

Warum hat der Arzt seine Praxis aufgegeben?

Es heißt, aus privaten Gründen. Er sei zu seiner Liebe nach Kassel gezogen' tag=' und praktiziere dort in einer Gemeinschaftspraxis. Der Aufbruch war sehr plötzlich.

Wie hat das Krankenhaus reagiert?

Das Krankenhaus will die Räume für sich selbst nutzen.

Wie sollte es ursprünglich für die Patienten weitergehen?

Sie mussten und müssen sich um ihre Patientenakten selbst kümmern. Die standen zunächst noch in den zugesperrten Praxisräumen im früheren Bethanien-Krankenhaus, der jetzigen Ortho-Klinik in Hörde. An der Tür der geschlossenen Praxis hing ein Schild, Patienten bekämen ihre Unterlagen im Krankenhaus - doch das Krankenhaus ist nur Vermieter der Räume.

Was geschah dann mit den Patientenakten?

Sie wurden abgeholt vom potenziellen Nachfolger der Arztpraxis - in 40 Umzugskartons. Noch muss die Kassenärztliche Vereinigung zustimmen, dann können Dr. Carsten Späth und Oliver Heine aus der Gemeinschaftspraxis an der Köln-Berliner-Straße 21a in Aplerbeck den früheren Arztsitz – so heißt das offiziell – von Marcel Stiebler übernehmen. Späth und Hein werden aber nicht in der Ortho-Klinik arbeiten als niedergelassene Ärzte, sondern in ihrer internistisch-allgemeinmedizinischen Praxis in Aplerbeck bleiben.

Was ist das aktuelle Problem?

Kerstin Schneider aus Berghofen wollte sich ihre Patientenakte holen und war überall. In der Ortho-Klinik, in Aplerbeck, sie schreibt jetzt die Ärztekammer an, denn ihre Unterlagen sind futsch. Alle sind ratlos, Dr. Späth will ihr helfen und will nach den Daten – auch an alter Stelle – suchen lassen. Schneider sagt, dass ihres Wissens 15 Patientenakten verschwunden sind.

Wie geht es für die ehemaligen Patienten weiter?

Die früheren Patienten von Stiebler können sich in Aplerbeck weiterbehandeln lassen, müssen dies natürlich nicht. Sie können dort auch ihre Unterlagen bekommen. Gegen Hinterlegung eines Pfandes können sie ihre Krankenakte kopieren. Als potenzielle Nachfolger der alten Praxis im früheren Bethanien-Krankenhaus müssen die Ärzte aus der Gemeinschaftspraxis die Original-Unterlagen zehn Jahre verwahren. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. 

Wie sind Ex-Mieter und Krankenhaus eigentlich auseinandergegangen?

Es sieht so aus, dass es eher im Unfrieden war.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt