Nach Quetsch-Unfall: Keine Rente für Lokführer

Sozialgericht urteilt

Vor knapp 20 Jahren wurden einem Lokführer auf dem Hoesch-Gelände fast die Beine zerquetscht. Dass er überlebte, ist eigentlich unglaublich. Die Schmerzen sind angeblich immer noch da. Eine Unfallrente bekommt er trotzdem nicht.

DORTMUND

11.05.2016 / Lesedauer: 2 min
Nach Quetsch-Unfall: Keine Rente für Lokführer

Kläger Alexander Nazarenus vorm Sozialgericht.

Es war ein Unfall, bei dem man wohl lieber sofort weggeguckt hätte. Lokführer Alexander Nazarenus stand vorne auf einem Waggon, mit dem tonnenschwere Eisenbrammen transportiert wurde. Dann stand plötzlich ein Auto auf den Gleisen. Der 55-Jährige wurde eingequetscht, erst rund 200 Meter weiter kamen Zug und Auto zum Stillstand.

Das Unglaubliche: Es waren nicht mal Knochen gebrochen. Dafür hatte der Lokführer allerdings schlimme Quetschungen erlitten, die ihn angeblich bis heute quälen. „Ich kann die Schmerzen nur mit Medikamenten aushalten“, sagte er am Mittwoch. Auch das Laufen falle ihm schwer.

Antrag abgelehnt

Seinen Antrag auf Zahlung einer Unfallrente hatte die Berufsgenossenschaft allerdings abgelehnt. Deshalb war er jetzt vors Sozialgericht gezogen. Doch auch dort hatte der 55-Jährige am Mittwoch keinen Erfolg. Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten hatte ergeben, dass keine Erwerbsminderung bestehe. Und ohne Erwerbsminderung keine Unfallrente, so die Begründung des Gerichts.

Der Lokführer hat dafür allerdings kein Verständnis. „Ich lüge doch nicht“, empörte er sich im Prozess. „Die Schmerzen sind doch da.“ 

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt