Nach Starkregen stinkt's am Grotenbach

In Persebeck

Dortmunder, die am Grotenbach in Persebeck an der Stadtgrenze zu Witten wohnen, leben in einer Idylle - wenn da der Geruch nicht wäre, der sich jedes Mal nach Starkregen breitmacht. Den Anwohnern stinkt's, doch eine nachhaltige Änderung ist nicht in Sicht. Wir erklären warum.

DORTMUND

, 22.07.2015, 10:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie ist die Situation?

Der Grotenbach verläuft auf einem nicht öffentlich zugänglichen Stück hinter dem Wohngebiet Wiethagenweg/Menglinghauserstraße. Er ist kein Schmutzwasserlauf mehr, aber er dient bei Starkregen auch zur Entlastung des Abwasserkanals.

Eine Regenwasserbehandlungsanlage, die Ende der 90er-Jahre hinter dem Wohngebiet  in Sichtweite zur A 45 errichtet wurde, regelt bei starkem Regen den Überlauf des Regenwassers und des teils chemisch verunreinigten Abwassers, das aus dem benachbarten Witten kommt. Beim Überlauf fließt das Mischwasser ins Bett des Grotenbachs - und darüberhinaus. Es ergießt sich über die große Wiese hinter dem Bach.

Was sind die Folgen?

Das Wasser auf der Wiese braucht Tage, um zu versickern. Zurück bleibt dann Unappetitliches wie Toilettenpapier, Damenbinden und Kondome. Und der Geruch.

Wie oft passiert das?

Die zuständige Emschergenossenschaft kalkuliert mit 40 solcher Starkregenereignisse im Jahr.

Kann man gegen die Folgen nichts tun?

Den Überlauf von Mischwasser bei Starkregen gebe es  überall in Deutschland, so auch an der Ruhr und selbst im Bayerischen Wald, betont Michael Steinbach, Pressesprecher der Emschergenossenschaft: „Das werden wir in diesem Leben nicht mehr beseitigen können.“ Die Emschergenossenschaft habe die Wiese gekauft, um sie bei Regenfällen als Überflutungsfläche zu nutzen. Nach Auffassung der Emschergenossenschaft gibt es auf der Wiese  keine stinkenden Rückstände und das „gelegentlich“ austretende Mischwasser führe nicht zu „wirklichen Geruchsproblemen“.

Tut die Emschergenossenschaft also gar nichts?

Doch. Laut Ingo Glörfeld von der Bürgerinitiative Rüpingsbach hat sie sogar schon einiges getan. Der Grotenbach, erklärt Michael Steinbach zudem, werde in den nächsten zwei Jahren ökologisch „spürbar verbessert“. Er soll sich durch die Landschaft schlängeln und ausufern. Doch keiner könne dafür garantieren, "dass man in dem Bach nicht mal eine Damenbinde findet.“

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