Nach Sturm "Ela": Stadt pflanzt 37.000 Bäume

Buchen statt Eichen

Pfingststurm "Ela" hat 2014 deutliche Spuren hinterlassen - große Schneisen durchziehen bis heute den Dortmunder Stadtwald. Das will die Stadt ändern. Sie hat 37.000 Buchensetzlinge im nördlichen Forstbezirk gepflanzt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

HUCKARDE

von Laurine Zienc

, 02.03.2016, 10:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit 37.000 Setzlingen hat die Stadt nach dem Pfingststurm Ela in Dortmund aufgeforstet.

Mit 37.000 Setzlingen hat die Stadt nach dem Pfingststurm Ela in Dortmund aufgeforstet.

Warum fehlten in Dortmund überhaupt Bäume?

2014 war das Jahr von Unwetter Ela. 10.000 Kubikmeter Holz hat der Pfingststurm zu Boden gerissen - und Förster Axel Dehler damit viel Arbeit beschert. Dehler ist für den Dortmunder Forstbezirk Nord zuständig, der 1300 Hektar umfasst - die Fläche entspricht ungefähr 1300 Fußballfeldern. Hier richtete Ela den größten Schaden an. Allein in den letzten zwei Jahren war er mit acht Kollegen damit beschäftigt, die beschädigten Bäume zu fällen. Seit Juni 2014 koordiniert der Förster die Räumungsarbeiten und veranlasst neue Pflanzaktionen. Ende Februar hat er die Wiederaufforstung beendet.

Welche Bäume wurden gepflanzt?

Die Sturmschäden nutzte die Stadt Dortmund für einen Waldumbau - und pflanzte zahlreiche Buchensetzlinge. Der Rahmer Wald an der Buschstraße in Huckarde wäre beispielsweise eigentlich ein Buchenwald - wie jeder Wald in Deutschland. „Die Buche ist perfekt an den Standort und das Klima in Mitteleuropa angepasst “, erklärt Förster Axel Dehler.

Welche Bäume standen dort vorher?

Vor der Aufforstung standen im Rahmer Wald hauptsächlich Eichen. Bauern pflanzten sie, weil das Holz besser zu Balken verarbeitet werden konnte. Auch der Bergbau veränderte den Boden so stark, dass die Buche sich im heimischen Gebiet nicht mehr wohl fühlte. Die Eiche lief ihr den Rang ab. Doch das soll sich nun ändern. Da die Buche eine schwersamige Baumart ist, kann sie sich nur bedingt über größere Distanz selbst aussähen. Noch schwieriger, wenn wie im Rahmer Wald keine Artgenossen in der Umgebung stehen. Der Mensch muss die Buche aufforsten, damit ein Mischbestand von Laubhölzern entstehen kann.

Wie viele neue Bäume hat Dortmund erhalten?

Seit 2015 wurden 37.000 Babybäume im Dortmunder Stadtwaldgebiet eingepflanzt, um die Sturmschäden auszugleichen. Allein 22.000 Buchensetzlinge erhielten im Rauen Holz, im Dellwiger und im Rahmer Wald ein neues Zuhause. Da waren sie drei Jahre alt und einen Meter groß.

Warum wurden die letzten Bäume gerade jetzt gepflanzt?

Ende Februar war laut Sebastian Vetter, Oberforstrat von der Forstabteilung des Umweltamtes, die beste Zeit für die Aufforstung. „Es ist kalt, nicht zu nass und die Bäume befinden sich in der Vegetationsruhe“, sagt Vetter. Die Vegetationsruhe ist eine Art Winterschlaf, in dem der Baum seinen Wachstumsprozess auf Sparflamme hält. Während dieser Wachstumspause können die Buchensetzlinge sehr erfolgsversprechend umgepflanzt werden.

Warum werden eigentlich immer wieder Bäume abgeholzt?

Um Platz für junge Bäume zu schaffen, werden jährlich circa 10.000 Kubikmeter Altholz im Stadtwaldgebiet gefällt. Die gleiche Holzmenge, die Ela in nur zwei Tagen schaffte. Dafür wachsen 1,6 Kubikmeter Holz jede Stunde im Dortmunder Stadtwald nach. 

Wie geht es jetzt weiter?

Die Aufforstung nach Ela ist beendet, doch auf Förster Dehler kommen in den nächsten drei bis vier Jahren regelmäßige Kontrollen und eine durchgängige Pflege der Buchensetzlinge zu. Nur so kann die Rückkehr der heimischen Buche in die städtischen Wälder erfolgreich gelingen. 

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