Nachbarn verfassen Beschwerde gegen Amt

Pferde-Quälerei

DORTMUND Die verwahrlosten Pferde im Stadtteil Schnee sind gerettet, werden gepflegt und endlich tiergerecht behandelt. Ruhe kehrt in der Nachbarschaft - meist selbst Pferdehalter - allerdings nicht ein.

von Von Arne Niehörster

, 18.06.2009, 19:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
»Die Rettung kam ein halbes Jahr zu spät«, glauben die Nachbarn beim Blick auf das Grundstück des angezeigten Pferde-Halters.

»Die Rettung kam ein halbes Jahr zu spät«, glauben die Nachbarn beim Blick auf das Grundstück des angezeigten Pferde-Halters.

Die Reaktionen von Arche 90 und Veterinäramt auf die Hinweise stoßen den Nachbarn sauer auf. "Die Arche hat zwei Termine vor Ort platzen lassen. Ohne Abmeldung." Auf Amtsseite hat Dr. Judith Hövel tatsächlich den 76-jährigen Besitzer der Pferde aufgesucht und ihn auf seine Pflichten hingewiesen. Jürgen Voigtländer: "Der hat seine Tiere dann in den Stall gestellt nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn."Nicht einfach unter den Tisch fallen lassen

Warum die Amtsärztin nicht direkt in den Stall geschaut hat, fragen sich die Nachbarn: "Dann hätte auch das Leid des Hengstes ein Ende gehabt." Der stand sein bisheriges Leben dort - fesseltief in Kot und Urin. Stadtsprecher Michael Meinders sieht den Schwarzen Peter nicht beim Amt, auch wenn es ein tragischer Fall sei: "Da braucht es eine schriftliche Beschwerde. Ein Anruf reicht nicht."

Arche-Vorsitzende Heike Beckmann weist den Vorwurf ebenfalls zurück, entschuldigt sich aber für die geplatzten Termine: "Da kamen uns Notfälle dazwischen." Aber: "Das Szenario war von außen nicht einsehbar." Sie kann nicht nachvollziehen, warum die "Schlammschlacht" jetzt weitergeht. Die Nachbarn sehen das anders: "Da will man ein großes Übel beseitigen und bekommt nur Steine in den Weg gelegt." Sie wollen das nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.

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