Warum heißt das Naturfreibad Froschloch eigentlich Froschloch?

rnNaturfreibad Froschloch

Das Froschloch wird 92. Kein feierlicher Ehrentag: Aufgrund eines technischen Defekts ist das Bad geschlossen. Wir fragen uns aus gegebenem Anlass: Woher hat das Bad eigentlich seinen Namen?

Kirchhörde

, 19.06.2019, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen eines Pumpenausfalls ist das Naturfreibad Froschloch seit Samstag (15. Juni) bis auf Weiteres geschlossen. Besonders ärgerlich: Das Bad im Dortmunder Süden feiert am Mittwoch (19. Juni) seinen 92. Geburtstag. Anlass genug, um zu hinterfragen, woher eigentlich sein Name kommt.

Während andere Freibäder in Dortmund einfach nach den Stadtteilen benannt wurden, in denen sie liegen - wie das Freibad Wellinghofen -, sucht man in der Nähe des Naturbads Froschloch erst mal verzweifelt nach Indizien für den Namen des Freibades. Wer eine Antwort auf die Frage will, muss, wie so oft, in die Historie des Bades in der Gemeinde Kirchhörde gucken.

Bach trennte einst das Froschloch

Am 13. Juni 1927 berichtete die damalige Tremonia-Zeitung, dass in Kirchhörde ein neues Licht- und Luftbad entsteht, welches am 19. Juni eingeweiht werden sollte. Der Architekt Hans Strobel (1881-1953) war damals Stadtbaurat und eröffnete es zusammen mit der renovierten Villa Froschloch.

Warum heißt das Naturfreibad Froschloch eigentlich Froschloch?

Das Froschloch blickt auf eine fast 100 Jahre lange Geschichte zurück. Heute ist es Dortmunds natürlichstes Freibad. © Stephan Schütze (A)

Gelegen war das Bad an einem kleinen See, welcher vom Kirchhörder Bach gespeist wurde. Dieser führte damals seitlich am Schwimmbecken vorbei und nahm das Abwasser der Löttringhauser Straße auf. Der Bach trennte die Liegewiese vom Schwimmbereich und war damals Herberge unzähliger Frösche, die sich hin und wieder ins Bad verirrten und der neu angelegten Schwimmanlage so ihren Namen gaben.

Bach war verschwunden

Die vielen Frösche sorgten damals für viel Aufsehen im Bad, doch wirklich lange konnten sie dort nach der Eröffnung nicht mehr weiter leben. Denn wie aus dem Nichts verschwand der Kirchhörder Bach vor rund 75 Jahren aus dem Naturbad Froschloch. Wie es dazu kam, kann sich Heimatforscher Hans Tibbe vom Hombrucher Geschichtsverein nicht erklären.

„Der Bach muss kurz vor dem Krieg oder währenddessen verschwunden sein“, sagt er. Bemerkt worden sei dies nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Bad wiedereröffnet wurde. Heutzutage wird das Froschloch mit Brunnenwasser aus 60 Metern Tiefe gespeist - Frösche sucht man in der Anlage vergeblich.

Aufwendige Renovierung

Die Umstellung auf Brunnenwasser erfolgte erst 2010, nachdem das Bad vier Jahre zuvor schon fast vor dem Aus stand. Damals hatten bauliche Mängel beinahe zur Schließung geführt, doch es gab einen Ausweg. Die Stadt Dortmund und die Sportwelt Dortmund beschlossen, das Froschloch für etwa 1,6 Millionen Euro umfassend zu sanieren und zu einem Naturbad umzugestalten.

Schlechte Saison

Sportwelt Dortmund ist unzufrieden

Vor rund einem Monat ist am 1. Mai die Freibadsaison gestartet. Anfang Juni war Sportwelt-Geschäftsführer Michael Dominik nicht sonderlich zufrieden über die bisherige Saison: „Das war bislang ein Schuss in den Ofen“, sagte er auf Anfrage. Grund dafür sei das schlechte Wetter im Mai gewesen. Der Pumpenausfall Mitte Juni dürfte für zusätzliche finanzielle Einbußen sorgen.

Seitdem reinigt ein neues Filtersystem das Wasser, indem das Badewasser durch eine Schicht von Splitt tröpfelt. Durch das Vulkangestein wird das Wasser ökologisch desinfiziert. Inzwischen gibt es im Bad ein Schwimmer-, ein Nichtschwimmer- sowie ein Massage- und ein Kinderplanschbecken.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt