Naturfreunde erinnern mit selbstgedruckten Schildern an Tempolimit 30 im Kreuzviertel

rnVerkehr am Vinckeplatz

Seit Juni 2017 gilt auf einem Teil der Kreuzstraße Tempo 30. Nur halten sich nicht unbedingt alle an das Limit. Und so legten die Naturfreunde Kreuzviertel selbst Hand an.

von Max Nölke

Dortmund

, 05.10.2018 / Lesedauer: 3 min

50-30-50. Dem Schönheitsideal entsprechende Top-Maße sehen anders aus. Auf der Kreuzstraße zwischen Hohe und Lindemannstraße lauten sie aber so. Denn die zuvor durchgängige Tempo-50-Zone ist seit Juni 2017 durchbrochen. Der Teil auf Höhe des Vinckeplatzes bis zur Lindemannstraße darf seither nur noch mit 30 km/h befahren werden. Auf der Ecke zur Retdenbacherstraße weisen Schilder darauf hin. Nur scheint sich kaum einer daran zu halten. Die Gruppe der Naturfreunde hat da eine Idee.

„Wir wollen noch mal ans Tempolimit erinnern“

Ob die gut vier Meter über dem Boden angebrachten Kreise mit der fetten roten 30 in der Mitte zu hoch installiert sind? Ob die bunte Häuserfassade im Hintergrund die Aufmerksamkeit an der Beschilderung vorbeiziehen lässt? Oder ob der Autofahrer an sich einfach zu bequem ist, um für 300 Meter mal kurz die Bremse zu betätigen und die Geschwindigkeit zu drosseln?

„Eingehalten wird das Tempolimit hier jedenfalls nicht“, sagt Olaf Greve, Vorsitzender der Naturfreunde-Ortsgruppe Kreuzviertel. Aus diesem Grund hat er mit seinem Verein selbst gemachte Tempo-30-Schilder angebracht, „um noch mal dran zu erinnern, wie schnell man hier fahren darf“. Die Ergänzungsschilder hängen in beiden Richtungen an Laternen und Ampeln.

Die Naturfreunde haben Unterschriften gesammelt

Auf Initiative der Naturfreunde kam erst im vergangenen Jahr die Geschwindigkeitsbegrenzung an die stark befahrene Straße. Man habe festgestellt, dass die Verkehrslage hier zu gefährlich war. Viele Schulen, Kindergärten, Spielplätze und Einzelhändler befinden sich um den Vinckeplatz herum. Folglich wurden Unterschriften gesammelt und ein Antrag an die Bezirksvertretung gestellt. Die anwohnergetragene Initiative ging durch, die Schilder kamen, die Autofahrer hielten sich aber nicht dran.

Naturfreunde erinnern mit selbstgedruckten Schildern an Tempolimit 30 im Kreuzviertel

Irgendwo da oben ist das tatsächliche Tempo-30-Schild angebracht. © Max Nölke

„Der Bereich wird von vielen Fahrern passiert, die im Viertel wohnen und die fahren dann halt, wie sie immer gefahren sind“, vermutet Greve. Erschwerend kommt hinzu, dass die grundlegenden Vorfahrtsregeln in dem Teilabschnitt der Kreuzstraße geändert wurden. Denn in einer Tempo-30-Zone gilt im Grunde laut Bundesgesetz rechts vor links.

Es liegen noch weitere Ideen in der Schublade

Nun befindet sich aber an der von rechts einmündenden Liebigstraße die Vorfahrts-Kennzeichnung, sodass die Autos auf der Kreuzstraße hier keine Vorfahrt gewähren müssen. „Wir wollten aber nicht nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern eine 30er-Zone“, gibt der Vorsitzende der Naturfreunde zu verstehen.

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Um auf das bestehende Tempo-30-Limit auf einem Teil der Kreuzstraße aufmerksam zu machen, haben die Naturfreunde Kreuzviertel selbst Tempo-30-Schilder aufgehängt. Was halten Sie davon?
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Ein weiterer Punkt seien laut Greve die dicht aufeinanderfolgenden Ampeln. Und tatsächlich, entlang des Vinckeplatzes trennen zwei Ampeln gerade mal 120 Meter. Die Nächste folgt 200 Meter weiter an der Lindemannstraße. „Wer kennt das nicht, dass man auf die Tube drückt, um die Ampel noch zu erwischen“, meint Greve. Weitere Fußgängerüberwege seien daher eine Idee wert.

Die Schilder hängen seit dem Stillleben im Kreuzviertel

Die markanten Schilder, die seit dem Stillleben Anfang September die Kreuzstraße zieren, unterstreichen das Vorhaben nun nochmals. Bald sind Gespräche mit dem Tiefbauamt geplant, denn die Beschilderungen scheinen nicht auszureichen. Bodenmarkierungen mit dem vorgeschriebenen Geschwindigkeitslimit sollen unterstützend helfen.

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