Das Riesen-Mammutskelett ist der neue Star des Naturmuseums Dortmund. © Oliver Schaper
Nach Sanierungsarbeiten

Naturmuseum neu eröffnet: Höhepunkte der Ausstellung im Video-Rundgang

Sechs Jahre war das Naturkundemuseum geschlossen. Entsprechend groß wird der Andrang auf das am Dienstag neu eröffnete Naturmuseum erstmal sein. Wir nehmen Sie mit auf einen Video-Rundgang.

„Wir kommen mit den Kindern noch einmal wieder.“ Ein Satz, den man am Montag (7.9.) häufig gehört hat, wenn man die Besucher am inoffiziellen Eröffnungstag nach ihren ersten Eindrücken im neu konzipierten Naturmuseum am Fredenbaum gefragt hat. „Total schön“, findet etwa Nina Senftleben, die mit Sohn Mats zu den Eröffnungsgästen gehörte, die neue Museumsschau. „Man sieht sehr viel und lernt eine Menge. Es ist sehr interaktiv.“

Nina Senftleben und Sohn Mats hat es im Museum gut gefallen. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Genau das hob auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) in seiner Eröffnungsrede vor rund 100 Gästen hervor. Mehr Besucher ließen die Corona-Bedingungen nicht zu. „Verstaubte Exponate wird man hier nicht mehr finden“, versprach er. Das Museum biete eine gelungene Mischung aus Information und Unterhaltung.

Davon konnten sich die 100 Gäste, die die Karten bei einer Verlosung gewonnen hatten, am Montag selbst überzeugen. Das Besondere der neuen Ausstellung: „Es geht schwerpunktmäßig um die Natur Dortmunds und der Region“, erläutert Museumsleiterin Dr. Elke Möllmann.

Video

Erste Einblicke ins neue Naturmuseum

In der Biologie-Abteilung unter dem Titel „Stadt – Land – Fluss“ im Erdgeschoss empfängt die Besucher denn auch ein Ortseingangsschild von Dortmund. Dann kann man eintauchen in die Tier- und Pflanzenwelt vor der Haustür – in Hinterhöfen, Häusern und Parks. Lebensnahe Kulissen wie eine Küche sind dazu aufgebaut.

Große Touchscreens mit Karten liefern multimediale Informationen zu den Parks und Wäldern in Dortmund. Dioramen zeigen die ländliche Seite Dortmunds mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt Und das große, 100.000 Liter fassende Aquarium zeigt statt exotischer Fische die Unterwasser-Lebenswelt aus der Ruhr.

Fotostrecke

Eröffnung Naturmuseum

Sogar nachtaktive Tiere kann man entdecken: Mit Hilfe einer Taschenlampe in einem verdunkelten Raum. Und wer Mader, Eule, Igel und Fuchs anleuchtet, bekommt über eine einzeln aktivierte Tonspur auch noch hörbare Informationen.

Viele interaktive Stationen

Überhaupt gibt es viele Hörstationen mit informativen Texten, bei denen sogar der Sprecher Heimatgefühle weckt. Denn gesprochen wurden alle Texte vom Dortmunder Kabarettisten Fritz Eckenga.

Sehen, Hören, Riechen: Die Ausstellung bietet Eindrücke für fast alle Sinne: Von einer Geräuschkulisse aus Vogelgezwitscher und Zirpen bis zu Duftproben von heimischen Blumen und Pflanzen. Der Tastsinn muss dagegen noch etwas warten: Für Objekte, die man anfassen, befühlen oder auch streicheln kann, gilt bis auf Weiteres wegen Corona: Anfassen verboten, bedauert Elke Möllmann.

Reise in die Erdgeschichte

In der zweiten Etage, in der Geologie-Abteilung, kann man der Dortmunder Natur gewissermaßen auf den Grund gehen. Denn es geht in die Erdgeschichte. Höhepunkt der Ausstellung ist das 2,45 Meter hohe Skelett einer Wollmammut-Kuh, die das neue Wappentier des Museums ist. Direkt daneben kann man einen lebensechten Neandertaler neben einem Menschen aus heutiger Zeit bewundern.

Funde ausgestorbener Meerestiere wie riesige Ammoniten führen in die Kreidezeit, in der Dortmund von einem Meer bedeckt war. Wie sich die Landmassen und damit auch Dortmund im Laufe von mehreren Millionen Jahren immer wieder verschoben haben, zeigen anschaulich Globen mit Fundstücken aus den dazugehören Erd-Epochen.

Eine große Rolle spielt natürlich das Karbon-Zeitalter, in der die Steinkohle entstanden ist. Mineralien aus aller Welt sind zudem im wiederbelebten Mineralien-Kabinett zu bewundern.

Überall gibt es Schubfächer und Klappen, die man öffnen kann, Video-Bildschirme, auf denen kleine Filme laufen. Das alles ist zielgruppengerecht aufgearbeitet. Denn viele Objekte und Schautafeln sind in der Höhe von Kindern angebracht, die so ohne Hilfe der Eltern auf Entdeckungsreise gehen können.

Lange Sanierungszeit

Viel Lob gab es dafür von den Eröffnungs-Gästen. Der Ärger um die lang anhaltende, knapp 9,5 Millionen Euro teure Sanierung, die statt zwei nun sechs Jahre gedauert hat, war da fast vergessen. Immer wieder hatten Bauprobleme die Fertigstellung des Museums verzögert, das für die Sanierung im September 2014 seine Türen geschlossen hatte.

Die komplette Haustechnik wurde erneuert, die Ausstellung neu konzipiert. Entstanden ist vor allem auch ein neuer Eingangsbereich mit Foyer und Cafe „Ammonit“, das nun während der Museumszeiten, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, ebenfalls geöffnet hat.

Zuletzt verhinderte die Corona-Pandemie die eigentlich geplante große Eröffnungsfeier im Juni. Jetzt kann das Naturmuseum an der Münsterstraße, direkt am Fredenbaum, zumindest „dosiert“ besucht werden. Der Eintritt ist zwar, wie in allen städtischen Museen, frei. Man muss sich für einen Besuch aber vorher online für ein bestimmtes Zeitfenster unter naturmuseum-dortmund.de anmelden. Und natürlich gilt beim Museumsbesuch auch Maskenpflicht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich