Naturschützer unterstützen Hörder Grabeland-Gärtner

Protest gegen Wohnungsbau

Wie geht es weiter mit den Grabeland-Gärten an der Seydlitzstraße, die neuen Wohnungen weichen sollen? In der vergangenen Woche hatte die Bezirksvertretung Hörde das Thema vertagt, der nächste offizielle Diskussionstermin ist der 13. September. Doch schon jetzt tut sich hinter den Kulissen vieles.

HÖRDE

, 05.07.2016, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der neue Emschersteg-Ost. Hier sollen attraktive Wohnungen entstehen.

Der neue Emschersteg-Ost. Hier sollen attraktive Wohnungen entstehen.

Was sind die nächsten Schritte?

Die im Verein An der Kluse organisierten Gärtner treffen am Montag an der Seydlitzstraße die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Middendorf. Diese ist Sprecherin des Petitionsausschusses des Landtags, der bei Konflikten mit Behörden berät und vermittelt.

Middendorf empfahl den Grabeländern, sich an den Ausschuss zu wenden. Mit der Übergabe der Petition setzen sie damit ein weiteres formales Zeichen des Protests gegen den Bau von 80 bis 100 neuen Wohnungen direkt an der Emscherpromenade. 

Was sagen die Naturschutzverbände?

Am Dienstag hat sich eine neue Allianz von Gruppen gebildet, die ebenfalls gegen die Bebauung der Grünflächen sind. Wie Erika Scheffer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Groß-Dortmund mitteilt, werde sich ihre Organisation gemeinsam mit der „Aktionsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz Dortmund“ (Agard), dem Naturschutzbund (Nabu), dem BUND und der AG Igelschutz für den Erhalt der Gärten einsetzen.

„Wir werden mit allen Mitteln kämpfen“, sagt Scheffer im Gespräch mit der Redaktion. „Wohnungen für die gehobene Klasse dürfen nicht auf diesem gewachsenen Stückchen Erde gebaut werden. Es gibt viele andere Flächen.“ Eine gemeinsame Erklärung und konkrete Aktionen der beteiligten Verbände kündigt sie für die nächsten Wochen an. „Trotz der Ferien“, so Scheffer. Aufgewachsen am Himpendahlweg, liege ihr dieses seit rund 100 Jahren von der Natur geprägte Gebiet persönlich am Herzen.

Welche ökologischen Bedenken gibt es?

Die ökologischen Bedenken gegen die Bebauung an der Seydlitzstraße hatte vor zwei Wochen schon der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde deutlich ausgedrückt. „Der Grünzug entlang der neu entstandenen Emscheraue hat eine große Bedeutung im Rahmen des Biotopverbundsystems und sollte erhalten bleiben. Eine Bebauung wird aus Naturschutzgründen abgelehnt“, heißt es wörtlich in der Begründung des Beirats, dem auch die Naturschutzverbände angehören.

Für das Grabeland-Gebiet identifizieren sie unter anderem die Arten Teich- und Bergmolch, Erdkröte und Wasserfrosch. Die Forderung: eine umfassende Begehung mit Fachleuten wie Ornithologen (Vogelkundler) und Herpetologen (Amphibien- und Reptilienkundler), um alle Arten zu erfassen.

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