Naturschützer wollen, dass die Stadt Dortmund sich für den Hambacher Wald einsetzt

Hambacher Wald

BUND und weitere Gruppen haben Oberbürgermeister Ullrich Sierau, die Ratsfraktionen und die Dortmunder Bürger aufgefordert, sich gegen die Rodungen des Hambacher Waldes zu stellen.

Dortmund

, 02.10.2018 / Lesedauer: 3 min
Naturschützer wollen, dass die Stadt Dortmund sich für den Hambacher Wald einsetzt

Der Hambacher Wald bewegt auch die Naturschützer in Dortmund. Der BUND bietet eine Busfahrt zur gewaltfreien Teilnahme an der Großdemo am Samstag (6.10.) an. © picture alliance/dpa

Laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist die Rodung des Hambacher Waldes beschlossene Sache. Dennoch nimmt der Protest gegen den Verlust dieses Forstes nicht ab. Auch in Dortmund engagieren sich Naturschützer für dessen Erhalt.

Vergangene Woche schickten sie einen Offenen Brief mit eindeutigen Forderungen an die Stadtspitze. Außerdem bieten sie eine Reisemöglichkeit zur angekündigten Großdemo am Samstag (6.10.) an.

Dazu unsere Fragen und Antworten:

Was fordern die Naturschützer?

Sie fordern drei Dinge:

  • Die Stadtverwaltung soll sich dafür einsetzen, dass es keine weiteren Rodungen von RWE im Hambacher Wald gibt.
  • DSW21 und Stadtverwaltung sollen ihre RWE-Aktien verkaufen.
  • DEW21 soll „seine Verbindung mit RWE“ beenden. Denn: Knapp 40 Prozent der Stadttochter DEW21 ist Eigentum von RWE beziehungsweise der RWE-Tochter Innogy.

Warum?

Die Braunkohle im Boden unter dem Hambacher Wald ist nicht nötig, um die Stromversorgung zu sichern, sagen die Naturschützer. Dabei berufen sie sich auf Claudia Kemfert, Chefin des Energie- und Umweltbereichs des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau sagte Kemfert: „Das Angstszenario Blackouts wird zwar oft beschworen, aber ohne jede Grundlage. Wir könnten die ältesten und ineffizientesten Kraftwerke in NRW sofort vom Netz nehmen und hätten immer noch genug Strom.“

Wie soll das gehen?

Diese Entscheidungen liegen beim Rat der Stadt. Der Vorschlag der Naturschützer lautet: Mit dem Geld, dass die Stadt durch den Verkauf der RWE-Aktien erhalten würde, könnte der Rückkauf der DEW21-Unternehmensanteile von RWE mitfinanziert werden.

Wer hat den Offenen Brief unterzeichnet?

Die Dortmunder Gruppen von BUND, Greenpeace, Attac, IPPNV, Solidarische Landwirtschaft, außerdem die Naturfreunde Kreuzviertel, das Bündnis DEW Kommunal und die AG Amphibien- und Reptilienschutz.

Was sagt die Stadt Dortmund dazu?

Bereits Ende vergangener Woche, wenige Tage nach Erhalt des Offenen Briefes, kündigte die Stadt auf unsere Nachfrage hin eine Antwort von OB Ullrich Sierau an. Am Montag (1.10.) war die Antwort noch nicht formuliert worden, sollte aber nach wie vor noch erfolgen.

Was müsste konkret passieren, wenn die Stadt die Forderungen umsetzen wollte?

Zunächst mal: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Stadtverwaltung den Forderungen nachkommen will. Es bliebe außerdem die Frage, ob der Stadtrat wirklich einen Stopp der Rodungen bewirken könnte und ob er RWE dazu bewegen könnte, die 40 Prozent von DEW21 zu verkaufen.

Aber mal angenommen, die Stadtverwaltung wollte den Forderungen entsprechen, dann könnte der Rat der Stadt die entsprechenden Entscheidungen treffen, wenn die politischen Fraktionen mehrheitlich dafür stimmen würden.

Was können Dortmunder tun?

Nach Ansicht der Naturschützer können die Dortmunder zu einem Stromanbieter wechseln, der, anders als RWE, keinen Kohlestrom produziert oder verbreitet. In dem Offenen Brief fordern die Naturschützer die Dortmunder ausdrücklich dazu auf. Auf der Seite des BUND Dortmund gibt es umfangreiche Infos und Hilfestellungen zu einem möglichen Wechsel des privaten Stromanbieters.

Inwieweit beteiligt sich der BUND an der großen Demonstration, die für Samstag (6.10.) vor Ort angekündigt ist?

Der BUND organisiert eine Busreise von Dortmund in die Nähe des Hambacher Walds. Wer möchte, kann mitfahren: Das kostet pro Person 15 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich: bis Donnerstagabend per E-Mail an bundteam@bund-dortmund.de

Wenn ich mitfahren will, was muss ich dafür wissen?

Der BUND sorgt nur für die Hin- und Rückreise (Ankunft in Dortmund gegen 19 Uhr). Verpflegen müssen die Mitfahrenden sich selbst. Außerdem betont Thomas Quittek vom BUND, dass es ein friedlicher Protest sein werde: „Wir werden nicht in eine Auseinandersetzung mit der Polizei gehen. Wir wollen unbedingt gewaltfrei bleiben.“

Quittek rechnet außerdem nicht damit, innerhalb der Sicherheitszone in direkter Nähe des Waldes demonstrieren zu können.

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