Naturschutzbeirat der Stadt spricht sich gegen OWIIIa-Weiterbau aus

rnUmstrittener Straßenbau

Die Diskussion um einen Weiterbau der OWIIIa / L663n reißt nicht ab. Nun meldet sich der Naturschutzbeirat der Stadt zu Wort - und lehnt das Bauvorhaben ab.

Asseln

, 11.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Naturschutzbeirat der Stadt Dortmund sieht den möglichen Weiterbau der L663n/OWIIIa kritisch. In einer entsprechenden Presseerklärung dazu heißt es: „Die L663n (OWIIIa) zerschneidet den größten zusammenhängenden Freiraum im Dortmunder Osten mit dem geringsten Verkehrslärm.“

Der gerade erst vom Rat verabschiedete Landschaftsplan sehe hier die Naturschutzgebiete „Wickeder Holz“ und „Wickeder Ostholz / Pleckenbrinksee“ vor. Es handele sich um einen der wenigen ruhigen und unzerschnittenen Räume in Dortmund. Südlich des Naturschutzgebietes Wickeder Ostholz, das mit dem neuen Landschaftsplan um den Pleckenbrinksee erweitert wurde, würde die Trasse ein Feuchtgebiet zerstören.

Den erheblichen ökologischen Folgen stehen nach Ansicht des Beirates nur geringe Entlastungseffekte für den Hellweg gegenüber (jetzt 15.000 Fahrzeuge, dann 12.000 Fahrzeuge pro Tag). Auf der neuen überwiegend vierspurigen Trasse würden mindestens 26.000 Fahrzeuge, insbesondere Schwerlastverkehr zu den Logistikstandorten Hafen und Westfalenhütte, fahren. Dies widerspreche den Zielsetzungen des Luftreinhalteplans Ruhrgebiet Ost, in dessen Rahmen gerade erst eine Umweltspur auf der Brackeler Straße eingerichtet wurde.

Die Brackeler Straße reißt derzeit im Nirgendwo zwischen Asseln und Kurl ab. Das soll nach dem Willen des Naturschutzbeirates der Stadt so bleiben

Die Brackeler Straße reißt derzeit im Nirgendwo zwischen Asseln und Kurl ab. Das soll nach dem Willen des Naturschutzbeirates der Stadt so bleiben. © Tobias Larisch (Archiv)

Die Stadt Dortmund habe sich den Zielen des Klimaschutzes und der Biodiversität verpflichtet. Das Projekt L663n widerspreche dieser Zielsetzung. Der Beirat fordert die verantwortlichen Politiker auf, diesen Zielen Rechnung zu tragen und die freiwerdenden Mittel zur Förderung der Biodiversität und für den Klimaschutz zu verwenden.

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In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Planung der OWIIIa im Widerspruch zur Zielsetzung der Stadt im Hinblick auf die Erhaltung der Biodiversität steht. Beiratsmitglieder kritisierten insbesondere die Haltung der SPD in Dortmund. Während die SPD auf Landesebene die von den Naturschutzverbänden initiierte „Volksinitiative Artenvielfalt“ unterstützt, verstoße sie auf Dortmunder Ebene mit dem Bau der OWIIIa gegen diese Zielsetzung.

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Wie mehrfach berichtet, erhoffen sich die Befürworter des Weiterbaus eine Entlastung insbesondere der Hellweg-Schiene mit den Ortsteilzentren von Asseln und Wickede und vielen sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kitas und Seniorenheimen. Auch die Anwohner anderer Straßen, die derzeit als Ausweich- und Schleichverkehrs-Strecken genutzt werden - wie der Küsterkamp in Asseln - würden eine deutliche Erleichterung erfahren, so die Argumente der Ausbau-Befürworter.

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