Besucher des Naturschutzgebiets Buschei stören sich an „Knöllchen“

Ärger um Strafzettel

Gerne geht der Asselner Hundebesitzer Klaus Hartz im Naturschutzgebiet Buschei spazieren. Seit einiger Zeit gibt es aber öfter „Knöllchen“ - was er zwar versteht, aber nicht gut findet.

Kurl, Asseln

, 16.03.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Klaus Hartz geht gerne im Naturschutzgebiet Hohenbuschei spazieren - und bekommt wie andere plötzlich Knöllchen für sein davor geparktes Auto.

Klaus Hartz geht gerne im Naturschutzgebiet Hohenbuschei spazieren - und bekommt wie andere plötzlich Knöllchen für sein davor geparktes Auto. © Tobias Weskamp

Schön ist es im Kurler Naturschutzgebiet Buschei im Dortmunder Norden, friedlich leider nicht immer. Viele Menschen lassen dort ihren Müll zurück. Eingesammelt wird er oft von Hundebesitzern und Radfahrern, die meist vor der Schranke am Eingang parken.

Und diese bekommen seit einiger Zeit „Knöllchen“ für ihre geparkten Autos, worüber sich Klaus Hartz aus Asseln ärgert: „Andere Hundehalter und ich nutzen den Wald nun zehn Jahre, nie hat es irgend jemanden gestört.“

Helfer fühlen sich bestraft

Wie Klaus Hartz berichtet, feiern viele Jugendliche Partys im Naturschutzgebiet und entsorgen ihren Müll nicht. Sprayer haben in den alten Schießbahnen eine Heimat gefunden und hinterlassen ebenfalls viel Müll.

„Man räumt auch den Müll vom dortigen See zusammen, informiert das Umweltamt oder die EDG über die App ‚Müllpetze‘“, erklärt Klaus Hartz.

Spaziergänger nehmen sich des Müllproblems an.

Spaziergänger nehmen sich des Müllproblems an. © Tobias Weskamp

Wie viele andere parkt Klaus Hartz auf der Straße Buschwiese, einer kleinen Verbindungsstraße zur ehemaligen Schießanlage, auch als „Panzerstraße“ (nach ihrem ehemaligen Zweck) bekannt. Dort ist allerdings weder das Parken erlaubt, noch das Befahren - dies dürfen nur Anlieger und der landwirtschaftliche Verkehr.

„Früher hat das niemanden interessiert“, erzählt Klaus Hartz. „Erst seit Ende 2020 kommen Polizei und Ordnungsamt schon in den frühen Morgenstunden bis zum späten Abend, um Knöllchen zu verteilen.“

Hartz und die meisten anderen wollten das nicht einfach so hinnehmen. Daher haben sie Widerspruch erhoben. Teilweise wurde dem auch stattgegeben, was Hartz nicht versteht.

Auf der alten Panzerstraße im Naturschutzgebiet Hohenbuschei kann man gut spazierengehen.

Auf der alten Panzerstraße im Naturschutzgebiet Hohenbuschei kann man gut spazierengehen. © Tobias Weskamp

Schlechte Erreichbarkeit

„Man sollte hier von Seiten des zuständigen Amtes mal über diesen Zustand nachdenken“, findet Klaus Hartz. Spaziergänger und Hundebesitzer, die auch noch Müll sammeln, sollte man nicht noch bestrafen. Auch könnten Ältere oder Behinderte nicht mit einem Auto bis an den Rand des Naturschutzgebietes fahren.

Jetzt lesen

„Im Naturschutzgebiet Buschei kommt es immer wieder zu vermehrten illegalen Abfallablagerungen“, sagt Christian Schön von der Stadt auf Anfrage dieser Redaktion. „Insbesondere am sogenannten ‚Wulfschen Teich‘ finden teilweise wilde Grillgelage statt.“

Gerade während der Pandemie werde das Naturschutzgebiet (NSG) deutlich stärker in Anspruch genommen und das leider nicht immer regelkonform.

uch Graffiti gibt es an manchen Stellen.

Auch Graffiti gibt es an manchen Stellen. © Tobias Weskamp

Lob für Abfallpaten

Um die Beseitigung der wilden Müllablagerungen kümmern sich der Landesforst Wald und Holz sowie auch die Stadt selbst. „Erfreulicherweise engagieren sich darüber hinaus gleich mehrere Freiwillige im Rahmen einer Abfallpatenschaft“, sagt Christian Schön.

Jetzt lesen

Das Ordnungsamt war dort Mitte Januar einmal vor Ort, weil es den Hinweis gab, dort werde kreuz und quer geparkt, erklärt Christian Schön. Bei der Kontrolle konnte aber nur ein einziges Fahrzeug dort festgestellt werden. „Aufgrund dessen wurden keine weiteren Kontrollen mehr durchgeführt“, so der Stadtpressesprecher.

Polizei kontrolliert verstärkt

„Grundsätzlich ist die Stadt für den ruhenden Verkehr zuständig“, erklärt Polizeihauptkommissar Sven Schönberg. Wenn die Polizei gerufen werde, komme sie aber auch in Ausnahmefällen; so auch beim Naturschutzgebiet Buschei.

Grund ist der Müll, der immer wieder gemeldet werde. Erst vor ein paar Tagen hätten dort etliche Fahrzeuge geparkt. „Die Fahrer sagten dann, sie wüssten nicht, dass man dort weder parken noch fahren darf.“ Den von Klaus Hartz erwähnten zurückgenommenen Bescheid kann er sich nur dadurch erklären, dass es einen Grund wie Anlieger oder Forstwirtschaft gegeben habe.

Die Schilder im Naturschutzgebiet Hohenbuschei sind öfter beschmiert.

Die Schilder im Naturschutzgebiet Hohenbuschei sind öfter beschmiert. © Tobias Weskamp

Generell lobt auch Sven Schönberg das Verhalten einiger Besucher wie Klaus Hartz, die dort Unrat einsammeln. „Müll wird dort leider gerne abgeladen.“ Er bittet aber auch um Verständnis: „Das kann der Kollege, der ‚Knöllchen‘ verteilt, nicht wissen.“ Und das Befahren der Straße sei nun einmal verboten.

Schlagworte:

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt