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Nazi-Aufmarsch führt durch Hörde – Dortmunder rufen zu Protest auf

rnDemonstrationen

Neonazis marschieren am 25. Mai durch Hörde. Mehrere Initiativen bereiten Protest vor. Die Polizei steht vor einem Großeinsatz. Die Route der Nazis ist bekannt.

Dortmund

, 20.05.2019 / Lesedauer: 3 min

300 Neonazis marschieren am Samstag (25. Mai 2019) durch Hörde. Der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus erkennt in dem Aufruf der Dortmunder Rechtsextremisten mehrere Parallelen zu nationalsozialistischer Propaganda und ruft zum Protest auf. Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ will den Aufmarsch verhindern. „Blockado“ demonstriert schon am Freitagabend im Kreuzviertel und in der Innenstadt.

Die Dortmunder Neonazis halten ihre Route seit Monaten zurück. Zur Information der betroffenen Anwohner veröffentlichte die Dortmunder Polizei am Montagavormittag (20.5.) die Wegstrecke: Start Am Bruchheck / Grotestraße – Reiner-Daelen-Straße – Wellinghofer Straße – Gildenstraße – Beukenbergstraße – Schildstraße – Hörder Neumarkt (Zwischenkundgebung). Beeinträchtigt ist also auch der Busverkehr auf der Wellinghofer Straße.

Das ist die Route der Nazis:

Polizeisprecher Oliver Peiler berichtet, dass die angemeldete Strecke der Neonazis „erheblich“ verkürzt worden sei, um Anwohner, Händler, Krankenhäuser und Verkehr so gering wie möglich zu beeinträchtigen. Die Polizei werde an dem Tag „die öffentliche Sicherheit und Ordnung gegen rechtsextremistische Gefahren verteidigen und friedlichen, demokratischen Gegenprotest wirksam schützen.“

Polizisten sind bereits in dem Stadtteil unterwegs. Sie verteilen Flugblätter, führen persönliche Gespräche und sind dafür in den nächsten Tagen auf den Demo-Strecken unterwegs. Bis Freitag informiert die Polizei täglich von 11 bis 17 Uhr an der Schlanken Mathilde persönlich (am 25. Mai ab 9 Uhr). Von 10 bis 18 Uhr ist das Bürgertelefon der Polizei besetzt. Kontakt: 0231 / 132 55 55.

Gestapo-Gefängnis in Hörde

Hörde hat eine schlimme nationalsozialistische Vergangenheit. In dem Stadtteil hatte in der NS-Zeit die Geheime Staatspolizei (Gestapo) eine berüchtigte Wache betrieben. Von dort aus wurden die Karfreitags-Morde im Rombergpark und in der Bittermark organisiert. Die Nationalsozialisten brannten in Hörde eine Synagoge nieder und trieben Juden in „Judenhäusern“ zusammen, bevor man sie in Konzentrationslager deportierte.

Der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus will am 25. Mai, das ist der Tag vor der Europawahl, „ein demokratisches Europa verteidigen“. In den vergangenen Jahren war es dem Arbeitskreis immer wieder gelungen, in Hör- und Sichtweite der Neonazis zu demonstrieren. Beginn einer Kundgebung ist um 13.30 Uhr auf der Wellinghofer Straße / Ecke Brücherhofstraße. Dann folgt die „Aktion Straßenfeger“. Ende ist gegen 16 Uhr auf dem Hörder Neumarkt.

Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris unterstützt den Aufruf und bittet die Dortmunder und Hörder, zahlreich zu erscheinen. Sascha Hillgeris: „Wir lassen uns Hörde und Dortmund nicht von irgendwelchen verrückten Quergeleiteten nehmen.“

Nazi-Treffpunkt am Hauptbahnhof

In unmittelbarer Nähe der Wellinghofer Straße ist mit einem Nazi-Aufmarsch und vorübergehenden Straßensperren zu rechnen. Treffpunkt der Neonazis ist um 12 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof. Von dort aus wird es wahrscheinlich mit der U-Bahn oder einem Regionalexpress weiter nach Hörde gehen.

Anwohner, Autofahrer und Nahverkehrskunden müssen ab Samstagmorgen mit Einschränkungen rechnen, die bis in die Abendstunden reichen. Die Polizei wird bemüht sein, die Beeinträchtigungen so kurz wie möglich zu halten. Das hängt vom Verlauf der Demonstrationen ab.

Demonstration am Vorabend

Die „Blockado“-Demonstration am Vorabend (Start 18 Uhr Sonnenplatz) führt laut Polizei über den Neuen Graben, die Hohe Straße, die Ruhrallee und die Kleppingstraße in die City. Motto: „Dem Rechtsruck entgegentreten“.

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