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Nazi-Gegner demonstrierten auf dem Wilhelmplatz friedlich gegen eine Demo der Rechten

Rechtsextremismus

Nach der Durchsuchung eines von Nazis bewohnten Hauses in Dorstfeld organisierten Dortmunder Rechtsextreme am Freitagabend einen Demo-Zug durch den Stadtteil. Nazi-Gegner reagierten schnell.

Dortmund

, 03.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Nazi-Gegner demonstrierten auf dem Wilhelmplatz friedlich gegen eine Demo der Rechten

Etwa 100 Menschen demonstrieren gegen die Rechtsextremen. © Michael Schnitzer

Abschlussmeldung 22.30 Uhr: Demos verliefen weitgehend friedlich

Der Demo-Abend in Dorstfeld am Freitagabend ist vorbei. Um exakt 21.18 Uhr erklärte die Polizei die letzte Kundgebung der Rechten an der Ecke Emscherstraße/Thusneldastraße, wo einige der Nazis wohnen, für beendet.

Etwas länger als eine Stunde waren die Rechtsextremisten zuvor durch Dorstfeld gezogen – weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit. Nur selten blickten Anwohner von ihren Balkonen oder Fenstern aus auf den Demo-Zug mit laut Polizei 140 Teilnehmern. Die Rechtsextremisten, viele von außerhalb Dortmunds, protestierten gegen die am Donnerstagfrüh erfolgte Durchsuchung von Räumen der Partei „Die Rechte“.

Als Redner sprach unter anderem der 2018 wegen Volksverhetzung verurteilte frühere Dortmunder Feuerwehr-Chef Klaus Schäfer.

Die Polizei sicherte die Demonstration mit sehr vielen Einsatzkräften ab. Genaue Zahlen nannte die Polizei wie üblich bei solchen Einsätzen nicht – es dürften mehrere Hundert Beamten im Einsatz gewesen sein.

Die Beamten sicherten auch die Standkundgebung der laut Polizei 150 Gegendemonstranten auf dem Wilhelmplatz, die zunächst in Sicht- und Hörweite der Nazis lautstark gegen Rechtsextremismus protestierten. Mit der Eilversammlung habe man sich den Rechten entgegenstellen und unter anderem gegen den antisemitischen Wahlkampf der Partei „Die Rechte“ demonstrieren wollen, sagte eine Blockado-Vertreterin. Nach rund anderthalb Stunden endete die Gegendemo gegen 20.30 Uhr.

Nach Informationen unserer Redaktion blieb es bei den Demonstrationen in Dorstfeld weitgehend friedlich. Autofahrer und Fahrgäste der U-Bahnen mussten in Dorstfeld wegen der Demos lediglich zwischen etwa 19 und 20 Uhr kurze Wartzezeiten in Kauf nehmen.

Aktualisierung 19.30 Uhr: 40 Meter zwischen Nazis und Nazi-Gegnern

Inzwischen haben sich auch die Rechten versammelt. Bisher verläuft alles friedlich. Rechte und Nazi-Gegner stehen sich etwa in einem Abstand von 40 Metern gegenüber. Gleich ziehen die Rechten dann durch den Stadtteil.

Nazi-Gegner demonstrierten auf dem Wilhelmplatz friedlich gegen eine Demo der Rechten

Etwa eine halbe Stunde später startet die Demonstration der Rechten. © Michael Schnitzler

Aktualisierung 19.10 Uhr: Gegen-Demo läuft

Es ist weiter ruhig: Inzwischen haben sich rund 100 Gegendemonstranten eingefunden. Es ist eine bunte Mischung von Menschen des Bündnisses Blockado, des DGB, des Arbeitskreises gegen Rechts, des Büros für Vielfalt und Toleranz und Vertretern der Parteien. Bisher läuft alles friedlich ab.

Aktualisierung 18.45 Uhr: Viel Polizei, wenig Demonstranten

Von den Demonstranten ist noch nicht viel zu sehen: Lediglich viele Einsatzkräfte der Polizei sind bereits eingetroffen. Zu sehen sind mindestens drei Dutzend Polizeifahrzeuge, die meisten stehen auf dem Wilhelmplatz. Auch berittene Polizei ist vor Ort.

Nazi-Gegner demonstrierten auf dem Wilhelmplatz friedlich gegen eine Demo der Rechten

Frühzeitig haben sich die Einsatzkräfte der Polizei in Dorstfeld versammelt. © Michael Schnitzler

Die Bahnen fahren bisher noch ganz normal, es gibt keine Einschränkungen. Die Kundgebung der Nazi-Gegner soll um 19 Uhr beginnen, die Rechten starten um 19.30 Uhr und ziehen über den Hellweg, Emscherstraße und Thusneldastraße.

So haben wir bisher berichtet:

Auf dem Wilhelmplatz wird es am Freitagabend aller Voraussicht nach laut: Sowohl Dortmunder Rechtsextreme als auch Nazi-Gegner wollen dort demonstrieren.

Wie die Polizei auf Anfrage bestätigt, hat die rechtsextreme Kleinstpartei „Die Rechte“ für 19.30 Uhr einen Demo-Zug mit 60 bis 80 Teilnehmern mit Start am Wilhelmplatz angemeldet. Anlass ist eine Polizeiaktion in der Emscherstraße am Donnerstagmorgen. Dort hatte der Staatsschutz mehrere Räume eines von Neonazis bewohnten Gebäudes wegen des Verdachts auf Wahlbetrug durchsucht.

Die Ermittler vermuten, dass Unterschriften auf einer Unterschriftenliste gefälscht wurden, die „Die Rechte“ für die Zulassung zur Europawahl benötigte. Die Ermittlungen richten sich gegen den Bundesgeschäftsführer Michael Brück, der in der Emscherstraße wohnt, und „weitere bisher unbekannte Personen“.

Gegen-Demo mit rund 100 Teilnehmern angemeldet

Nazi-Gegner meldeten kurz darauf ihrerseits eine Gegen-Demo unter dem Motto „Keine Solidarität für Nazis!“ mit rund 100 Teilnehmern an. Sie soll um 19 Uhr starten.

Die Polizei wird aller Voraussicht nach mit vielen Beamten im Einsatz sein, um beide Lager voneinander getrennt zu halten. Derzeit laufen nach Angaben der Polizei noch Verhandlungen über den Startpunkt und die Route der Nazi-Demo.

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