Neonazi soll 20-Jährigem in der S-Bahn in den Rücken getreten haben

Plötzlicher Angriff

Ein 20-Jähriger ist am Donnerstagabend in einer S-Bahn plötzlich angegriffen worden. Der Tatverdächtige soll vorher Teil einer Nazi-Demo gewesen sein. Eine Sonderkommission ermittelt.

Dorstfeld

13.09.2019, 19:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neonazi soll 20-Jährigem in der S-Bahn in den Rücken getreten haben

In einer S-Bahn kam es am Abend zu dem Angriff. © Oliver Schaper

Zwischen Katharinentreppe und Hauptbahnhof hat die Partei Die Rechte am Donnerstagabend eine Kundgebung abgehalten. Ein 20-jähriger Dortmunder war als Gegenprotestant vor Ort und wurde bei der Abreise in der S-Bahn unvermittelt angegriffen.

Der 20-Jährige gab gegenüber der Polizei an, mit der S-Bahn zunächst in Richtung Westen gefahren zu sein, ehe er diese gegen 20.50 Uhr in Dorstfeld verließ, um umzusteigen. Beim Betreten der anderen Bahn erkannte er eine Gruppe von etwa vier Personen, die er bereits zuvor als Teilnehmer bei der Neonazi-Versammlung gesehen hatte.

„Aus dieser Gruppe heraus ging ein Mann auf den 20-Jährigen zu und griff ihn mit einem Faustschlag sowie einem Tritt in den Rücken an“, so die Polizei in einer Pressemitteilung: „Der Dortmunder konnte sich jedoch wehren und aus der Bahnhofsstation flüchten.“ Er erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen.

Nachdem er den Vorfall der Polizei gemeldet hatte, nahmen Beamte den Tatverdächtigen am Wilhelmplatz in Dorstfeld fest. Es handelt sich um einen 28-Jährigen ohne festen Wohnsitz. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde dieser in der Nacht zu Freitag entlassen.

Etwa 150 Gegendemonstranten am Freitag in der Nordstadt

„Nach ersten Erkenntnissen ist von einer politisch motivierten Tat auszugehen“, schreibt die Polizei. Daher habe die Sonderkommission Rechts die Ermittlungen übernommen. Diese dauern derzeit an.

Nach dem Vorfall war bei der zweiten angemeldeten Demo der Rechtsextremen am Nordmarkt viel Polizei vertreten. Mehr als zehn Polizeiwagen waren dort am Freitagabend zu sehen. Etwa 150 Gegendemonstranten standen rund 50 Neonazis gegenüber. Am Abend berichtete die Polizei von einer Festnahme zur Idenditätsfeststellung nach einer Beleidigung.

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