Neonazis scheitern mit Kundgebung in der Nordstadt

Protest gegen Rechtsradikale

Die rechtsextreme Partei "Die Rechte" ist mit ihrem Versuch gescheitert, drei Kundgebungen in Dortmund abzuhalten. Hunderte Gegendemonstranten störten die angemeldeten Veranstaltungen, in der Nordstadt kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Linken und Polizisten.

DORTMUND

, 21.12.2014, 16:05 Uhr / Lesedauer: 4 min

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Neonazi-Demo in der Nordstadt

Während einer Neonazi-Kundgebung in der Nordstadt ist es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und linken Gegendemonstranten gekommen. Die Beamten setzten Schlagstöcke, Pfefferspray und Hunde ein.
21.12.2014
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Die rechtsextreme Partei "Die Rechte" hat am Sonntag in Dortmund drei Kundgebungen abhalten wollen.© Foto: Oliver Schaper
In der Nordstadt stellten sich den Rechten Hunderte Gegendemonstranten entgegen.© Oliver Schaper
Anfangs verlief der Protest gegen die Neonazis noch friedlich.© Oliver Schaper
In der Nähe der Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße gelang es den Gegendemonstranten, die Neonazis aufzuhalten: Sie konnten ihren Kundgebungsplatz nicht erreichen.© Oliver Schaper
Mit Transparenten teilten die Dortmunder den Neonazis mit, was sie von ihnen halten.© Oliver Schaper
Noch ist es friedlich: Im Bereich der Ecke Leopoldstraße/Heckenstraße hält die Polizei einige Gegendemonstranten auf.© Foto: Laouari
Nachdem es dunkel wurde, eskalierte die Situation in der Nordstadt allerdings. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstranten ein.© Foto: Linde
Die warfen Flaschen in Richtung der Polizisten.© Foto: Linde
Viele der Gegendemonstranten protestierten friedlich.© Foto: Linde
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Die Rechten sahen sich also gezwungen, auf drei Alternativ-Standorte auszuweichen: am Mengeder Markt, an der Ecke Münsterstraße / Mallinckrodtstraße und an der Schlanken Mathilde in Hörde. Lange erteilte ihnen strenge Auflagen: Uniformierungsverbot, Verbot fremdenfeindlicher Äußerungen und es dürfe kein Klima der Angst und Einschüchterung verbreitet werden. Am Sonntag wollen sich die Rechten zuerst am Hauptbahnhof treffen und dann von Mengede über die Nordstadt nach Hörde ziehen - unter Polizeischutz. Denn die Antifa und das Bündnis Blockado hatten Widerstand gegen die legalen Veranstaltungen der Rechten angekündigt.  

Schon am Mengeder Markt stellen sich den Neonazis etwa 90 friedliche Demonstranten entgegen. Die Polizei meldete keine besonderen Vorkommnisse. Das sollte sich später auf dem Weg durch die Nordstadt zum "Platz der Nationen" ändern.  Gegen 17 Uhr blockieren etwa 300 zum Teil vermummte Demonstranten den Bereich rund um die Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße. Sie verhindern, dass die etwa 60 Neonazis - unter ihnen auch der bekannte Rechtsradikale und ehemalige Dortmunder Ratsherr Siegfried "SS-Siggi" Borchardt - zu einer kleineren Gruppe stößt, die bereits auf dem "Platz der Nationen" wartet. 

Etwa eine Stunde später eskaliert die Situation: Die Polizei versucht, einen Weg für die Rechten freizumachen, die Gegendemonstranten leisten Widerstand. Es fliegen Flaschen und andere Gegenstände in Richtung der Einsatzhundertschaft, die Polizei spricht später in einer Pressemitteilung auch von Pflastersteinen und vereinzelter Pyrotechnik.

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Neonazi-Demo in der Nordstadt

Während einer Neonazi-Kundgebung in der Nordstadt ist es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und linken Gegendemonstranten gekommen. Die Beamten setzten Schlagstöcke, Pfefferspray und Hunde ein.
21.12.2014
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Die rechtsextreme Partei "Die Rechte" hat am Sonntag in Dortmund drei Kundgebungen abhalten wollen.© Foto: Oliver Schaper
In der Nordstadt stellten sich den Rechten Hunderte Gegendemonstranten entgegen.© Oliver Schaper
Anfangs verlief der Protest gegen die Neonazis noch friedlich.© Oliver Schaper
In der Nähe der Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße gelang es den Gegendemonstranten, die Neonazis aufzuhalten: Sie konnten ihren Kundgebungsplatz nicht erreichen.© Oliver Schaper
Mit Transparenten teilten die Dortmunder den Neonazis mit, was sie von ihnen halten.© Oliver Schaper
Noch ist es friedlich: Im Bereich der Ecke Leopoldstraße/Heckenstraße hält die Polizei einige Gegendemonstranten auf.© Foto: Laouari
Nachdem es dunkel wurde, eskalierte die Situation in der Nordstadt allerdings. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstranten ein.© Foto: Linde
Die warfen Flaschen in Richtung der Polizisten.© Foto: Linde
Viele der Gegendemonstranten protestierten friedlich.© Foto: Linde
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Die Polizisten setzen Pfefferspray und Schlagstöcke ein, Polizeihunde werden losgelassen. Mindestens ein Demonstrant wird in den Arm gebissen. Unser Reporter vor Ort berichtet später, dass die Hundeführer Schwierigkeiten haben, den Hund von dem Verletzten zu trennen. 

Gegen 19 Uhr löst die Polizei die Versammlung der Rechten auf. Deren angemeldete Zeit war um 18 Uhr abgelaufen, sie hatten es wegen des Widerstands der Linken nicht geschafft, zu ihrem Kundgebungsort zu kommen. Bedrängt von Gegendemonstranten und geschützt von der Polizei ziehen die Neonazis in Richtung Hauptbahnhof ab. Auf ihre dritte Versammlung in Hörde müssen sie verzichten.  Die genaue Zahl der verletzten Demonstranten und Polizisten ist am Sonntagabend noch nicht bekannt. Sicher ist, dass der Einsatz noch zu längeren Diskussionen führen wird, zu Diskussionen über das Verhalten der Polizei und der linken Gegendemonstranten.

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  Die Neonazis trafen sich am Hauptbahnhof. Von dort aus wollen sich die Rechtsextremen auf die drei Kundgebungsstandorte im Hörder Zentrum, am Mengeder Markt und in der Nordstadt an der Münsterstraße verteilen. Das Bündnis "Blockado" hatte zu Gegendemos aufgerufen. Wie die Polizei mitteilte, protestierten in Mengede rund 90 Gegendemonstranten. Ihnen gegenüber standen ungefähr 60 Neonazis. Am Nachmittag gegen 15.45 Uhr war die Rechten-Kundgebung beendet. Zwischenfälle habe es keine gegeben. An der Münsterstraße waren bis zum späten Nachmittag keine Nazis eingetroffen. Zwischen 80 und 90 Gegendemonstranten stellten sich der angekündigten Kundgebung dort entgegen. Zur Lage in Hörde konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Insgesamt sei die Lage aber ruhig.   

Die Rechtsextremen sind wohl derzeit auf dem Weg in die Nordstadt. Laut Polizei befinden sich im Moment einige Gegendemonstranten an der U-Bahnhaltestelle Leopoldstraße. Von dort aus wollten die Neonazis zum Kundgebungsort an der Münsterstraße ziehen. Die Einsatzkräfte wollen ein Aufeinandertreffen von Rechtsextremen und Gegendemonstranten verhindern. 

Laut Polizei stellen sich am "Platz der Nationen" derzeit ungefähr 300 Demonstranten den Neonazis entgegen. Die Gegendemonstranten blockieren die Kreuzung Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße und verhindern so, dass die Rechtsextremen zu ihrem Kundgebungsort an der Schützenstraße/Mallinckrodtstraße gelangen. Bisher ist die Lage laut Polizei noch ruhig.

Unser Reporter vor Ort beschreibt die Situation im Bereich der Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße als "sehr angespannt". Die Mitglieder der Polizei-Einsatzhundertschaft versuchen weiterhin zu verhindern, dass die Gegendemonstranten zu der kleinen Gruppe von Neonazis auf dem "Platz der Nationen" durchdringen. Es ist zu kleineren Rangeleien gekommen.  Zu den Gegendemonstranten haben sich Bewohner der Nordstadt gesellt, es kommt zu Verkehrsproblemen. 

Die Gegendemonstranten verhindern weiterhin erfolgreich, dass etwa 50 bis 60 Neonazis den angemeldeten Kundgebungsort auf dem "Platz der Nationen" erreichen. Dort wartet seit geraumer Zeit eine sehr kleine Gruppe von Rechten auf den Haupttross.  Den Rechten läuft die Zeit davon: Streng genommen endet ihre Kundgebungszeit um 18 Uhr - und sie haben erst eine ihrer drei Veranstaltungen abhalten können. Ob sie ihr restliches Programm noch durchziehen können oder eine Verlängerung bekommen, ist derzeit noch unklar.

Die Situation der Ecke Leopoldstraße/Mallinckrodtstraße droht zu eskalieren: Unser Reporter Karim Laouari berichtet, dass die Polizei ihre Hunde losgelassen hat, mindestens ein Gegendemonstrant wurde in den Arm gebissen. Die Beamten haben mehrere Demonstranten aus der Menge gezogen und festgenommen. Die Neonazis kommen immer noch nicht zu ihrem Kundgebungsplatz.   

Uns liegen bestätigte Berichte darüber vor, dass die Polizei wiederholt Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Gegendemonstranten eingesetzt hat. Die haben wiederum Flaschen in Richtung der Beamten geworfen. 

Die Neonazis brechen ihren Versuch ab, ihre Kundgebung auf dem "Platz der Nationen" abzuhalten. Erfolgreich haben die Gegendemonstranten verhindert, dass der Haupttross von etwa 50 bis 60 Neonazis die kleine Gruppe auf dem Platz erreichen konnte.  Inzwischen führt die Polizei die Neonazis zur U-Bahn-Haltestelle Leopoldstraße. Die Gegendemonstranten laufen hinter und neben den Rechten her und übertönen ihre Parolen. Ob die Neonazis zu ihrem dritten Versammlungsort an der Schlanken Mathilde in Hörde fahren, ist derzeit noch unklar.

Die Polizei hat die Kundgebung der Neonazis aufgelöst. Deren angemeldete Zeit war um 18 Uhr abgelaufen. Weiterhin bedrängt von linken Gegendemonstranten eskortieren die Polizisten die Neonazis in Richtung U-Bahn-Haltestelle Leopoldstraße. Von dort sollen die Rechten zum Hauptbahnhof kommen, um schließlich abzureisen. Die dritte angemeldete Kundgebung in Hörde an der Schlanken Mathilde wird also nicht stattfinden.     

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