Neue Akademie für Digitales und Theater nimmt Betrieb auf

rnHafen Dortmund

Von Intendant Kay Voges initiiert, von Stadt, Land und Bund gefördert – die Akademie für Digitalität und Theater steht in den Startlöchern. Auch der Leiter steht schon fest.

Dortmund

, 31.03.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem der Rat in der vergangenen Woche den Weg frei gemacht hat, nimmt die vom Dortmunder Schauspielintendanten Kay Voges initiierte Akademie für Theater und Digitalität ihren Betrieb auf – als sechste Sparte des Dortmunder Theaters. Das europaweit einzigartige Modellprojekt wird gefördert von der Stadt, dem Land NRW und der Kulturstiftung des Bundes.

Bis der geplante Neubau für die Akademie in der Speicherstraße am Hafen errichtet ist, bietet die 800 Quadratmeter große ehemalige Schreinerei innerhalb des Theaters ein Interimsdomizil. Sie ist ausgestattet mit modernster Digitaltechnik.

Die ersten Betriebsjahre der Digital-Akademie sind finanziert

Die Kostenschätzung für den Neubau beläuft sich auf rund 7,3 Millionen Euro plus 300.000 Euro für den Abbruch des bestehenden Gebäudes. Geplant ist, dass die Stadtverwaltung dafür einen Kredit aufnimmt. Über die Miete soll der Kredit abgezahlt werden, nach 30 Jahren soll er komplett bezahlt sein. Auch die Miet- und Betriebskosten sind vorerst geschätzt. Sie liegen bei rund 167.000 Euro für 2022 (bei einem vorläufigen Eröffnungstermin am 1. August 2022) und 401.000 Euro in den Folgejahren.

Die ersten drei Betriebsjahre 2022 bis 2025 sind finanziell gesichert: 1 Million Euro für die Forschung von der Kulturstiftung des Bundes, 1,3 Millionen für Personalkosten vom Kulturministerium NRW und 1,5 Millionen Euro für die technische Infrastruktur von der EU-Wirtschaftsförderung.

Marcus Lobbes wird Künstlerischer Leiter

Nach anderthalbjähriger Entwicklungsphase steht mit Marcus Lobbes auch der Künstlerische Leiter fest. Gemeinsam mit Gründungsdirektor Kay Voges und einem Beirat beruft er die Jury für die Auswahl von insgesamt 54 Stipendiaten und Stipendiatinnen. Unterstützt werden sie von Kai Festersen als Betriebsdirektor und Veronika Ortmayr als Referentin der Künstlerischen Leitung.

„Mit der neu gegründeten Akademie“, so Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, „entsteht ein in Europa in dieser Form einzigartiger neuer Ort, an dem über Jahre künstlerische und technische Expertise im Bereich digitaler Theaterproduktion aufgebaut wird. Durch die enge Verzahnung von künstlerischem und technischem Know-How bieten sich neue ästhetische Optionen für Theaterproduktionen, von denen letztlich alle Theaterschaffenden profitieren.“

Erste Stipendiaten werden im Herbst erwartet

Die ersten der insgesamt 54 Stipendien, mit denen Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Theater und Digitalität unterstützt werden, sind ausgeschrieben. Die Fellows, die sich ab sofort bis 28. April bewerben können, werden im Herbst 2019 zum Beginn der Spielzeit in Dortmund erwartet. Die Bewerbungsunterlagen sind unter www.theater.digital abzurufen.

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