Neue Anmeldepflicht: Dortmund plant Corona-Kontrollen bei Hochzeiten

rnVerschärfung der Corona-Regeln

Privatfeiern ab 50 Besuchern müssen aus Corona-Gründen bald offiziell angemeldet werden. In Dortmund bereitet man sich auf die Neuerung vor. Eine Stadt in der Nachbarschaft ist da schon weiter.

Dortmund

, 26.09.2020, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Philip Winterkamp hatte am Freitag einen arbeitsreichen Vormittag: Die Firma des 43-Jährigen vermietet Veranstaltungsorte in und um Dortmund für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage. Für die acht Veranstaltungen, die er im kommenden Monat im Kalender hat (in Corona-freien Oktobern sind es über 30, sagt er), schickte er dem Ordnungsamt alle Termine und - soweit vorhanden - die Gästelisten.

Winterkamps Aktion war eine Vorsichtsmaßnahme. Denn am Donnerstag hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt, dass demnächst alle privaten Feiern mit mehr als 50 Besuchern bei den städtischen Behörden angemeldet werden müssen.

Ordnungsamt braucht Gästeliste und Verantwortlichen

Eingeführt werden soll die entsprechende Verschärfung der Corona-Vorschriften mit der neuen Corona-Schutzverordnung zum 1. Oktober. Außerdem müssen dem jeweiligen Ordnungsamt spätestens zwei Wochen vor der Feier die Gästeliste und ein Verantwortlicher genannt werden.

Nach der Superspreader-Hochzeit eines Hammer Paares, bei dessen Dreifachfeier (ein Fest davon in Dortmund) sich mittlerweile rund 150 Menschen allein in Hamm mit Covid-19 angesteckt haben, kam dieser Schritt für Winterkamp „nicht überraschend“. Aber: „Natürlich ist es nicht toll, weil es mehr Aufwand für uns bedeutet und bei den Gästen zu einer weiteren Verunsicherung führt.“

Dortmund bereitet „stichprobenartige Kontrollen“ vor

Während der Städte- und Gemeindebund NRW positiv reagierte und gegenüber der Rheinischen Post von einem „wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie“ sprach, wollte man bei der Stadt Dortmund die Feier-Anmeldepflicht noch nicht kommentieren: Man wolle erst die neue Verordnung abwarten, hieß es auf Anfrage.

Dennoch bereitet sich das Ordnungsamt bereits auf die Neuerungen vor: Es werde „stichprobenartige Kontrollen“ der Corona-Verhaltensrichtlinien bei den angemeldeten Feiern geben, sagte Stadtsprecher Maximilian Löchter. Dafür werde man auch den Außendienst aufstocken.

Jetzt lesen

Wie viele Ordnungsamtsstreifen es zusätzlich geben wird, mit wie vielen Anmeldungen man rechne und welche Daten man bei der Anmeldung genau brauche, ließ die Stadt Dortmund mit Verweis auf die noch nicht veröffentlichte neue Verordnung offen.

Hamm hat 85 Anmeldungen an einem Wochenende

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, hilft vielleicht ein Blick in die Nachbarschaft: Im seit besagter Superspreader-Hochzeit besonders von Corona gebeutelten Hamm müssen Privatfeiern bereits jetzt angemeldet werden. Allein für dieses Wochenende gingen 85 Anmeldungen ein.

Um diese Veranstaltungen adäquat kontrollieren zu können, habe man das Personal des betroffenen Ordnungsamts-Bereichs etwa verdoppelt, sagt der Hammer Stadtsprecher Tobias Köbberling.

Hochzeiten zu beenden ist „nicht im Ansinnen vom Ordnungsamt“

Nun müssen in Hamm zwar bereits Feiern ab 25 Besuchern gemeldet werden anstatt erst ab 50. Dennoch kann man für das mehr als dreimal so große Dortmund (600.000 Einwohner im Vergleich zu 180.000) davon ausgehen, dass beim hiesigen Ordnungsamt 200 Anmeldungen oder mehr für ein Wochenende auflaufen könnten.

Bei der Stadt Dortmund betont man auf Anfrage, dass es „nicht das Ansinnen vom Ordnungsamt“ sei, Feiern zu beenden. Aber: „Es geht auch darum, dass die Menschen sicher feiern können. Dazu gehört es, dass entsprechende Regeln befolgt werden. Diese können dann auch kontrolliert werden.“

Lesen Sie jetzt