Neue Buslinie: Für DSW21 hat der Anschluss in die Innenstadt Vorrang

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Die neue Buslinie 476 verbindet Groppenbruch mit dem Bahnhof Mengede. Eine Anwohnerin beklagt den schlechten Anschluss in die Nachbarstädte. DSW21 zeigt sich für Wünsche offen.

Mengede, Groppenbruch

, 19.08.2020, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mittwoch (12.8.) verbindet die Buslinie 476 Groppenbruch und die Mengeder Heide mit dem Bahnhof Mengede. Die Anschlüsse an Regionalexpress (RE) und Regionalbahn (RB) in Richtung Innenstadt sind optimal. In Richtung Düsseldorf und Duisburg warten die Fahrgäste jedoch 29 Minuten auf den Zug, mit der S-Bahnlinie 2 nach Essen 22 Minuten. „Zu lang“, findet Christiane Brüggemann.

Auf Anfrage erklärt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth: „Die Fahrgäste im Bereich der Mengeder Heide pendeln – wie die allermeisten DSW21-Fahrgäste – innerhalb Dortmunds. Deshalb stand für uns die schnelle Verbindung in Richtung Innenstadt im Vordergrund.“ Von Groppenbruch bis in die Innenstadt bleibe die Fahrtzeit unter 30 Minuten.

„Binnenverkehr innerhalb Dortmunds hat Vorrang“

Aufgrund der Vielzahl an Verbindungen am Mengeder Bahnhof sei es mit zwei Buslinien nicht möglich, alle Anschlüsse ideal zu verknüpfen. Heydenbluth verweist auf vier RE/RB-Abfahrten und bis zu acht Abfahrten der S-Bahn pro Stunde vom Bahnhof. „Deshalb hat der Binnenverkehr innerhalb Dortmunds Vorrang vor den Fahrten in die Nachbarstädte“, erklärt Britta Heydenbluth.

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Die zweite Buslinie, auf die sie sich bezieht, ist die 474 zwischen Mengede Bahnhof und Brambauer. Mit der Einrichtung der Linie 476 veränderte DSW21 dessen Fahrtroute. Die 474er Busse fahren jetzt östlich an Groppenbruch und der Mengeder Heide vorbei.

Die Karte zeigt die Streckenführung der neuen Linie 476 (rot) und der geänderten Linie 474 (blau).

Die Karte zeigt die Streckenführung der neuen Linie 476 (rot) und der geänderten Linie 474 (blau). © Quelle: DSW21 Grafik: Sauerland

Da der Lüner Stadtteil Brambauer über die Stadtbahnlinie U41 einen direkten Anschluss Richtung Innenstadt habe, hätten hier Verbindungen Richtung Westen im Fokus gestanden. Die Ankunft- und Abfahrtzeiten der 474 sind auf den RE3 und die RB32 ins westliche Ruhrgebiet und das Rheinland angepasst.

Anrufsammeltaxi statt Abendverkehr

Grundlage für Planung von Linien und Abfahrtszeiten seien Fahrgastzählungen, Rückmeldungen von Fahrgästen und die Simulation von Fahrgastströmungen in Verkehrsmodellen. „Wie auch in diesem Fall versuchen wir – wenn die Rahmenbedingungen stimmen – Wünsche aus dem jeweiligen Stadtteil zu erfüllen“, schreibt die DSW21-Sprecherin.

„Änderungen sind grundsätzlich immer beim Fahrplanwechsel möglich“, erklärt sie. „Aktuell sind jedoch keine Änderungen geplant, zumal wir mit diesem Konzept bisherige Kundenwünsche umgesetzt haben.“

Zur Kritik, die Busse führen am späteren Abend nicht mehr nach Groppenbruch und die Mengeder Heide, erklärt Britta Heydenbluth: „In diesem Gebiet ist die Nachfrage nach Fahrten ab 20 Uhr schlichtweg nicht groß genug. Nach wie vor bietet hier auch das bestehende Anrufsammeltaxi (AST) Mengede, das auch die Mengeder Heide bedient, eine gute Fahrtmöglichkeit.“

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