Neue Hoffnung für Mufflon Hermann

Gefährdeter Garten-Gast

Die Lage schien aussichtslos: Mufflon Hermann, der einen Garten an der A 45 als sein Revier auserkoren hatte, sollte eigentlich von Tierschützern betäubt und dann nach Schleswig gebracht werden. Doch das Jagdrecht machte dieses Ansinnen unmöglich. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Hermann darf hoffen.

HOLZEN

, 11.03.2017 / Lesedauer: 3 min
Neue Hoffnung für Mufflon Hermann

Mufflon Hermann stand auch am Freitag wieder in seinem Lieblingsgarten nahe der A 45, die man im Hintergrund erkennen kann.

Hermanns Schicksal brachte es innerhalb kürzester Zeit zu maximaler Aufmerksamkeit. „Ich bin froh, dass jetzt so langsam alle da waren“, sagt Ilse Keinitz. Alle, das waren in diesem Fall diverse Fernsehsender, die auf der Suche nach Hermann durch ihren Garten stapften. Wie es mit Hermann weiter geht, war unklar.

Klar war nur: Der Mufflonwidder muss weg, das Tier hatte sich mit seinem Gehörn diverses Gartenmobiliar vorgeknöpft. Und weil auch die in der Nachbarschaft wohnenden Kinder den Garten nicht mehr nutzen konnten, war aus einem speziellen Garten-Mitbewohner ein Ärgernis geworden.

Doch gegen den ursprünglichen Plan der Arche 90, Hermann betäuben und nach Schleswig zu einer Mufflon-Herde bringen zu lassen, legte die Stadt ihr Veto ein. Zu groß war die Sorge, einen Präzedenzfall zu schaffen, auf den sich jeder berufen könnte. Auch sprach das Jagdrecht dagegen. Eine große Angst vieler: dass das Tier auf die Autobahn läuft. 

Ungewollt zum Star geworden

Während Hermann also ungewollt zum Star wurde, gab es in der vergangenen Woche „gute Gespräche“, so Stadtsprecherin Kartin Pinetzki. Beteiligt waren die Tierschützer von Arche 90, die Stadt mit der Unteren Jagdbehörde und die Anwohner um Ilse Keinitz und ihren Ehemann Manfred Ninnemann. Zwar, so Pinetzki weiter, sei das alles noch ein laufendes Verfahren, doch man sei auf einem guten Weg „im Sinne des Tieres“.

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Der geplante Weg sieht wie folgt aus: Die Anwohner stellen einen Antrag bei der Stadt, dass diese sich um das Tier kümmert, da es eine Gefahr darstellt. Logisch begründet werden muss in diesem Antrag, warum zum Beispiel ein Zaun nicht helfen würde. Ein solcher Zaun war der erste Lösungsvorschlag der Stadt gewesen. Sollten die Anwohner begründen, dass dieser Zaun nicht ausreicht, die Gefahr auszuschließen, müsste die Stadt aktiv werden.

Fachmännische Betäubung

Hermann, so der Plan, würde dann fachmännisch betäubt und dann bei der ursprünglichen Herde, aus der er stammt, ausgesetzt. Im Moment sucht die Untere Jagdbehörde den genauen Standort dieser Herde, deren Vorfahren in den 50er-Jahren ursprünglich an der Syburg ausgesetzt worden waren.

Noch stehen vor der Rettung Hermanns diverse Konjunktive, aber so, wie die Dinge jetzt liegen, dürfte es zu diesem Lösungsversuch kommen. Wo dann mindestens zwei weitere Fragezeichen lauern: Wie wird Hermann von seiner Herde wieder aufgenommen? Und: Will er selber bei seinen Verwandten bleiben? Ihn selbst kann man ja leider nicht fragen. Auch wenn er gestern Vormittag, einmal mehr mit der größten Selbstverständlichkeit in dem Garten an der Wittbräucker Straße stand.

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