Neue Stadtbahnen kommen erst 2020

DSW21

Bis die Stadtbahnen in Dortmund moderner werden, wird es noch dauern. Zwei Jahre hinkt DSW21 schon hinter dem Zeitplan für die Neuanschaffung und Sanierung der Bahnen mit hohem Einstieg, wie sie auf der Nord-Süd-Strecke fahren, hinterher. Jetzt kommt nochmal Verspätung obendrauf.

DORTMUND

, 30.03.2017, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
64 alte Stadtbahnen sollen bis 2020 umfassend saniert werden.

64 alte Stadtbahnen sollen bis 2020 umfassend saniert werden.

Eigentlich sollte der Millionen-Auftrag für die Lieferung von bis zu 26 neuen Stadtbahnen und die Sanierung von 64 alten Fahrzeugen in der ersten Hälfte dieses Jahres erteilt werden. Doch es gibt nach der vor einem Jahr abgeschlossenen Ausschreibung noch Klärungsbedarf mit den Bietern. „Denn der Auftrag ist sehr komplex und in dieser Form wohl einmalig“, erklärt DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung.

Technisch aus einem Guss

Der Grund: Die Anbieter im Bereich Fahrzeugtechnik und Elektronik sollen sowohl neue Fahrzeuge liefern, wie auch die alten Fahrzeuge sanieren – und das nach dem gleichen Standard. Soll heißen: Alte und neue Fahrzeuge sollen technisch aus einem Guss sein und sich am Ende für die Fahrgäste wie auch die Fahrer „gleich anfühlen“, erläutert Jung. „Die Fahrzeuge sollen das gleiche Erscheinungsbild haben und voll flexibel sein“, formuliert es DSW-Betriebsleiter Ralf Habbes. In den vorliegenden Angeboten der Firmen hat man dazu noch Widersprüche entdeckt.

Die Konsequenz: Allen Anbietern soll bis Ende Juni Gelegenheit zur Nachbearbeitung gegeben werden, teilte Jung dem Aufsichtsrat mit. Nach erneuter Prüfung könnte die Vergabe des Auftrags dann zum Jahreswechsel folgen. Jung hofft aber, dass die gründliche Klärung von technischen Details schon zur Auftragsvergabe dann Zeit bei der Erstellung des Pflichtenhefts ersparen könnte. Schon jetzt umfasst der Anforderungskatalog 1400 Positionen und drei Aktenordner, erklärt Ralf Habbes.

Im Herbst 2019 statt im Frühjahr 2019

Trotzdem ist damit zu rechnen, dass die ersten neuen Bahnen wohl erst im Herbst statt im Frühjahr 2019 auf dem Hof der Stadtwerke stehen und bis Anfang 2020 auf die Strecken gehen könnten. Wenn die ersten neuen Bahnen fit für den Einsatz sind, sollen immer bis zu neun alte Fahrzeuge zur Rundumerneuerung in die Werkstatt.

Das bedeutet auch, dass die 1994 aus Bonn übernommenen Fahrzeuge vom Typ B 100, die inzwischen mehr als 40 Einsatzjahre auf dem Tacho haben und nun eigentlich möglichst bald ausgemustert werden sollten, über 2020 fahren werden. „Sie sind inzwischen technisch unauffällig“, stellt Habbes fest.

Noch immer offen ist, ob DSW21 24 oder 26 neue Fahrzeuge anschafft. Absehbar ist dagegen, dass die ursprünglich auf rund 150 Millionen geschätzten Gesamtkosten für die Flotten-Erneuerung steigen werden – allein schon, weil die Kalkulation inzwischen rund fünf Jahre alt ist.

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