Neue Studie: Wohnraum für Studenten wird knapper

Mieten steigen

Studenten in Deutschland finden immer schwerer bezahlbare Wohnungen. So lautet das Fazit einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Dortmund war nicht Teil der Studie; auch hier lohnt sich aber zum Semesterstart ein Blick auf den studentischen Wohnungsmarkt. Die Lage wird angespannter.

DORTMUND

, 20.04.2017, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Studenten vor einem schwarzen Brett mit Wohnungsanzeigen.

Studenten vor einem schwarzen Brett mit Wohnungsanzeigen.

Wohnen ist in Dortmund im Vergleich zu anderen Städten noch bezahlbar, wird aber teurer: Die Mieten sind in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt um vier Prozent gestiegen, und so dürfte es weitergehen. Mit 1,8 Prozent ist zudem der Leerstand „so niedrig wie nie“, sagt der Leiter des städtischen Wohnungsamtes, Thomas Böhm. „Und wenn etwas knapp wird, steigt auch der Preis.“ Das gilt auch für kleine, bezahlbare Wohnungen, die Singles, alleinstehende Rentner, Bezieher von Transferleistungen und eben Studenten suchen.

Dass die Auswahl für Studenten kleiner wird, bestätigt Nina Zazzi vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der TU Dortmund: „Aus den Anfragen der Studierenden lässt sich ableiten, dass die Wohnsituation in Dortmund im deutschlandweiten Vergleich zwar sehr gut ist, jedoch zunehmend angespannter wird.“ Das Mietpreisniveau habe sich „leicht nach oben verändert“.

"Die Nachfrage ist relativ hoch"

Das gilt nicht für die elf Wohnheime des Studierendenwerks Dortmund mit 2774 Plätzen. Die Mieten seien zuletzt 2013 erhöht worden, sagt Sprecherin Stefanie Kortmann. Je nach Größe und Ausstattung des Zimmers oder Appartments zahlen Studenten in den Wohnanlagen zwischen 194 und 325 Euro im Monat (warm). „Die Nachfrage ist relativ hoch“, sagt Kortmann, „und das seit vielen Jahren.“ Aktuell stehen knapp 1000 Bewerber auf der Warteliste. Im Schnitt dauere es sechs bis zwölf Monate, um einen Wohnheim-Platz zu ergattern.

Viele Studenten müssen sich anderweitig umsehen. Nach Einschätzung des Asta sind Wohnungen in Uni-Nähe preislich im Mittelfeld, aber meist „schnell vergriffen“, sagt Nina Zazzi. In der Innenstadt und damit auch im Umfeld der Fachhochschule sei der begehrte Wohnraum knapp und vergleichsweise teuer.

"Die WG-Suche ist das Einfachste überhaupt"

„Es wird enger“, bestätigt Wohnungsamts-Chef Böhm mit Blick auf den studentischen Wohnungsmarkt. Verglichen mit Münster, Aachen oder Köln sei die Situation aber noch „komfortabel“. Vor allem, so Böhm, weil für Studenten neben Wohnheimen und Wohnungen auch (WG-) Zimmer infrage kommen. „Weil sie flexibel sind, kommen sie auf dem Wohnungsmarkt immer noch besser weg als andere.“ Und Zazzi sagt: „Wir hatten bisher nie das Problem, dass Studierende keine Wohnung finden konnten.“

Studentin Michelle Strauß (19) berichtete der Redaktion, dass bei ihr „die WG-Suche das Einfachste überhaupt“ war. Sie habe bei Facebook bei einer WG-Anzeige „Gefällt mir“ angeklickt – wenig später bekam sie ein Zimmer angeboten. Tatsächlich gibt es vor allem in Gruppen bei Facebook ein augenscheinlich recht großes Wohnungsangebot für Studenten. Wer sucht, der findet.

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