Neue Wirtin (45) möchte die letzte Kneipe im Ort retten

rnGastronomie in Dortmund

Schon ihre Oma hatte eine Gaststätte, jetzt ist Jasmin Nickstat selbst Chefin hinterm Tresen. Die 45-Jährige möchte die letzte Kneipe im Ort retten. Eine mutige und emotionale Entscheidung.

Kley

, 20.11.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gaststätten-Gewerbe kennt sich Jasmin Nickstat bestens aus. „Ich habe nie was anderes gemacht“, sagt die 45-Jährige. Schon als Kind habe sie ihre Oma bei der Arbeit in ihrer Kneipe beobachtet. „Ich bin da ganz früh hineingewachsen.“

Vier Jahrzehnte später hat die gebürtige Kleyerin ihre eigene Gaststätte: Seit rund drei Wochen ist sie die neue Pächterin des „Dorfkrugs“, der letzten Kneipe im Stadtteil. „Mir liegt diese Kneipe einfach am Herzen, Sie soll bleiben, deswegen mache ich das jetzt einfach.“

Neue Wirtin (45) möchte die letzte Kneipe im Ort retten

Das Fachwerkhaus samt Dorfkrug ist das älteste Gebäude in Kley und steht unter Denkmalschutz. © (A) Stephan Schütze

Zur Kneipen-Eröffnung kamen 150 bis 200 Gäste

In ihre berufliche Zukunft blickt Jasmin Nickstat relativ gelassen. „Entweder es klappt oder es klappt nicht mit der Kneipe.“ Optimistisch ist sie aber auch: „Ich kenne hier so viele Menschen und vertraue darauf, dass sie mich nicht hängen lassen.“ Im Sommer wäre der Neustart für sie natürlich einfacher gewesen: „Wegen des Biergartens.“ Zur Eröffnung am 2. November seien immerhin 150 bis 200 Gäste gekommen.

Glücklicherweise, sagt Jasmin Nickstat, bekomme sie viel Unterstützung - von ihrem Mann Mark sowieso, aber auch von guten Freunden. „André, Silke und Leif sind immer zur Stelle.“ Auch bei der Renovierung der Gaststätte hätten viele geholfen: „Wir haben alles neu gestrichen und dekoriert.“

Neue Wirtin (45) möchte die letzte Kneipe im Ort retten

Der Dorfkrug verfügt über viel Platz und kann auch für Versammlungen und Feiern gebucht werden. © Beate Dönnewald

„Einfach eine Kneipe mit kleinen Speisen“

Anders als ihre Vorgängerin wird die neue Wirtin keine regelmäßigen Veranstaltungen wie Tanztee oder Schlagerabende anbieten. „Ich werde das erst mal relativ schlicht halten und gucken, was passiert.“

Der Dorfkrug sei einfach eine Kneipe, in der man auch Kleinigkeiten essen kann. Neben Getränken bietet Jasmin Nickstat unter anderem Currywurst, Schnitzel, Pommes, Bock- und Mettwurst an.

Allein mit ihren Stammgästen an der Theke könnte Jasmin Nickstat die Kneipe nicht halten. Deshalb ist sie froh und dankbar, dass jede Woche Dart-Vereine, Skat- und Knobel-Runden in den Dorfkrug kommen. Weil die Gaststätte in dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus, das gleichzeitig das älteste Gebäude in Kley ist, über große Räume verfügt, können hier auch Versammlungen sowie private und Firmen-Feiern stattfinden. Für die Vorweihnachtszeit gibt es noch reichlich freie Termine.

Der Dorfkrug, Kleybredde 77, hat täglich ab 17 Uhr geöffnet, montags ist Ruhetag.

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