Neue Wohnungen am Doldenweg - Anlieger beklagen „Landschaftsfraß“

rnNeubauprojekt

Die Anlieger ärgern sich maßlos, fühlen sich übergangen und finden die Entscheidung nicht mehr zeitgemäß: Es geht um ein Bauprojekt am Doldenweg an der Ecke Kirchhörder Straße.

Lücklemberg

, 04.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bau von zwei Mehrfamilienhäusern an der Ecke Doldenweg / Kirchhörder Straße ist für einige Anlieger ein großes Ärgernis: Sie fühlen sich von dem Vorhaben übergangen und finden, dass die Genehmigung so eines Projekts an dieser Stelle nicht zeitgemäß ist - auch wenn es rechtens sei.

Die vordere Fläche liegt zur Kirchhörder Straße hin. links am Bildrand liegt der Doldenweg. Die Baugrube führt rechts um die Ecke, wo eine Tiefgarage gebaut wird.

Die vordere Fläche liegt zur Kirchhörder Straße hin. links am Bildrand liegt der Doldenweg. Die Baugrube führt rechts um die Ecke, wo eine Tiefgarage gebaut wird. © Britta Linnhoff

Dass das Bauvorhaben rechtens ist, bestätigt auch die Stadt Dortmund auf Anfrage: Die Bebauung dort sei am 4. Mai genehmigt worden. Da aber, kritisieren die Anlieger, sei die Grube schon lange ausgehoben gewesen. Die Stadt betont, der Baubeginn sei „ordnungsgemäß angezeigt worden“.

Das Projekt, so teilt die Stadt mit, sei ein wertvoller Beitrag „zur dringend erforderlichen Wohnraumversorgung dieser Stadt“. Gebaut werden hier zwei Gebäude mit Tiefgarage und jeweils sechs Wohneinheiten. Es handele sich um eine häufig als 2,5-geschossig bezeichnete Bauweise.

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Annegret und Uwe Stephan wohnen auch am Doldenweg. Sie haben schon im September 2019 an das Bauordnungsamt geschrieben. Darin kritisieren sie unter anderem, dass durch das Projekt die Verkehrsbelastung der Sackgasse Doldenweg zu hoch werde.

Straße sei „ausgelastet“

Die Straße sei schon jetzt „verkehrstechnisch völlig ausgelastet“. Der Bereich sei durch hohes Verkehrsaufkommen auf der Kirchhörder Straße, Durchstraße, Wellinghofer Amtsstraße und durch die Nähe zur Bundesstraße 54 sowie durch die Hochspannungsleitungen starken Umweltbelastungen ausgesetzt. „Der Bauwahnsinn geht in unserer Umgebung ungebremst weiter“, sagt Annegret Stephan.

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Dabei rede Planungsdezernent Ludger Wilde immer davon, wie wichtig Dachbegrünungen fürs Klima seien und kritisiere Steingärten. Auf der anderen Seite würden dann solche Neubauten genehmigt. Auch wenn der Bebauungsplan, der von 1972 stamme, das hergebe. Solche Pläne seien nicht mehr zeitgemäß.

Der Werbeslogan von 49 Prozent Grün in der Stadt, sei schon lange „Schnee von gestern“.

Annegret Stephan, die gemeinsam mit ihrem Mann und anderen Mitstreitern „gegen den Landfraß“ kämpft, ergänzt: „Keiner hätte was dagegen gehabt, wenn zwei ganz normale, kleinere Häuser hier gebaut würden“. Es sei an der Zeit, dass „bei der ganzen Klimageschichte ein Umdenken stattfindet“.

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Bauherr am Doldenweg ist die Dortmunder Firma Casasogno. Für das Unternehmen teilt Geschäftsführer Leonard Sträter mit: „In Übereinstimmung mit dem Bebauungsplan entstehen zwei zweieinhalb-geschossige Baukörper mit einer gemeinsamen Tiefgarage und insgesamt 14 Wohnungen, die voraussichtlich ab Januar 2022 zur Vermietung stehen.“

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt nur zwölf Wohnungen angibt, bleibt die Frage, ob und wer sich da möglicherweise „verzählt“ hat, offen. So oder so, den Anliegern ist der geplante Komplex zu groß.

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