Neue Zeiten für Schulbeginn und Schulschluss in Dortmund

rnNeustart nach Ferien

Nach den Ferien sollen Schulen in Dortmund wieder ganz normal öffnen. Für einen Dortmunder Schulleiter ist sicher: Das aktuelle Hygienekonzept ist dann obsolet. Neue Pläne werden erwartet.

Dortmund

, 29.06.2020, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurück zum Normalzustand: Das ist der Plan für die Schulen in NRW, wenn nach den Sommerferien das Schuljahr 2020/21 startet. Schulministerin Yvonne Gebauer erklärte am Dienstag, 23. Juni, dass alle Schulen dann wieder in den Regelbetrieb starten sollen - ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Vorausgesetzt, dass die Infektionslage sich in Dortmund nicht verschlechtert, begrüßt Christof Nattkemper die Entscheidung der Landesregierung. „Egal wie man es dreht“, sagt der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums in Hörde im Gespräch mit der Redaktion, „Schüler brauchen Haltepunkte.“ Und der tägliche Schulbesuch sei so ein Haltepunkt.

Er habe gemerkt, wie sehr den Schülern der tägliche Kontakt fehle. Zwar kämen mit der Rückkehr zum Regelbetrieb auch Gefahren, gleichzeitig habe er auch bei den Eltern und Kollegen mitgekriegt, wie schwierig die Zeit der Schulschließungen für sie war.

Hygienekonzept funktioniert dann nicht mehr

Klar ist für Nattkemper aber auch: Das aktuelle Konzept zum Infektionsschutz mit Hygieneschleusen und versetzten Unterrichtszeiten lässt sich nicht mehr aufrechterhalten, wenn erst einmal alle Schüler wieder jeden Tag in der Schule sind.

Daher würde man das Thema Homeschooling auch nicht wieder abhaken, sondern es vielmehr weiterentwickeln - weil der Präsenzunterricht jederzeit wieder enden könnte. Das Gymnasium führt unter anderem eine Lernplattform ein.

Vorerst setzt Nattkemper aber auf Optimismus: „Ich habe die Hoffnung, dass in den nächsten Wochen eine gewisse Beruhigung in Sachen Coronavirus entsteht“, sagt der Schulleiter. „Und dass so etwas wie in Gütersloh nicht noch mal passiert.“

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger sagt zur Entscheidung des Landes NRW: „Die Gefühlslage ist bei uns allen gemischt.“ Grundsätzlich sei es richtig und gut, dass Kinder und Eltern weitere Schritte in Richtung Normalität gehen: „Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

Nun müssten sich alle Beteiligten möglichst drei Pläne zurechtlegen. „Plan A beinhaltet den Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen“, so Schneckenburger. An- und Abtransport der Kinder müssten entzerrt werden, dafür müssten sich etwa in größeren Schulzentren die einzelnen Schulen wegen ihrer Anfangszeiten abstimmen. „Wir reden hier auch über Spätherbst und Winter, wo der ÖPNV mehr nötig ist als zu Radfahrzeiten.“

Schüler sollen sich die Räume gereinigt übergeben

Die Schulen müssen der Dezernentin zufolge jetzt überlegen, wie sich die Klassen gegenseitig die Räume übergeben können. Tische und Stühle könnten nicht nach jeder Stunde von Reinigungskräften desinfiziert werden - das müsse jeder Schüler für seinen eigenen Platz erledigen.

Der nötige Plan B enthalte all diese Punkte, aber auch den Sonderfall von örtlich aufflackernden Corona-Infektionen. Dann müssten einzelne Klassen oder Teile der Lehrer-Kollegien in Quarantäne geschickt werden. Ob ein stadtweites Konzept denkbar ist? „Das muss jede Schule für sich organisieren“, sagt Schneckenburger. Eventuell seien aber auch Konzepte für die einzelnen Schulformen denkbar.

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Einen dritten Plan C solle man außerdem in der Schublade haben, falls eine erneute „eskalative Entwicklung“ eintreffe: „Was ich natürlich nicht hoffe“, so Schneckenburger. Die Anbindung des Distanzlernens an den Regelbetrieb sei jedoch grundsätzlich ein wichtiges Thema.

Bauliche Änderungen wie Trennwände auf Schulfluren hält die Dezernentin für unrealistisch, etwa mit Blick auf notwendige Rettungswege. Wichtig sei stattdessen, dass die Schüler in festen Gruppen bleiben, um eventuelle Infektionsketten nachvollziehen zu können. Daniela Schneckenburger betont schließlich: „Die Pandemie ist nicht vorbei.“

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