Dortmund hat ein neues Allzeithoch bei den täglichen Neuinfektionen, trotzdem hat es niemand mitbekommen. © dpa (Archivbild)
Tägliche Neuinfektionen

Neuer Allzeit-Rekord bei Corona-Fällen in Dortmund – doch niemand bemerkt ihn

Erstmals hat es vergangene Woche in Dortmund mehr als 300 Corona-Neuinfektionen an einem Tag gegeben. Ein alarmierender Rekord - doch niemand bekam ihn mit. Warum nicht?

Täglich aktualisiert das Robert-Koch-Institut (RKI) seine Online-Datenbank und informiert über die Neuinfektionen in Deutschlands Städten und Kreisen. Wer am Sonntag (28.11) auf die Zahlen der vergangenen Tage für Dortmund blickte, stieß auf einen bemerkenswerten Wert: 307 positive Testergebnisse wurden dort für Donnerstag (25.11) aufgelistet.

307 neue Corona-Fälle an einem Tag – das ist ein neues Allzeithoch in Dortmund. Seit Pandemie-Beginn gab es in der Stadt nie mehr als 300 tägliche Neuinfektionen.

Trotzdem dürfte den meisten Dortmundern dieser traurige Rekord entgangen sein. Als die Stadt am Freitagmittag ihre werktägliche Status-Meldung zur Corona-Lage in Dortmund verschickte, war noch von „nur“ 224 neuen Fällen am Donnerstag die Rede. An dieser Zahl orientierte sich auch unsere Redaktion bei der Berichterstattung am Freitag.

Der Grund für die unbemerkte Höchstmarke liegt in der Erhebung und Übermittlung der Corona-Daten: Täglich schicken die Gesundheitsämter der deutschen Kommunen ihre Zahl der neu erfassten Corona-Fälle an die Bundesländer und diese wiederum an das RKI.

Diese bestätigten Neuinfizierungen – also die positiven Testergebnisse – erreichen das RKI allerdings nicht immer an dem Tag, an dem sie auch entdeckt wurden. Regelmäßig kommt es deshalb zu Nachmeldungen für den Tag davor, seltener auch für weiter zurückliegende Tage.

Obwohl also am Donnerstag in Dortmund 307 Neuinfektionen nachgewiesen wurden, wurden bis zur turnusgemäßen Meldung an das RKI in der Nacht zu Freitag nur 224 positive Ergebnisse an das RKI übermittelt.

Im Laufe der nächsten Tage wurden also die fehlenden 83 Infektionen, die ebenfalls am Donnerstag entdeckt worden waren, nachträglich an das RKI übermittelt. Das pflegte die Daten nachträglich ein – und bescherte damit Dortmund einen Rekord, über den sich sicher niemand in der Stadt freut.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel
Freier Mitarbeiter

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