Vom Phoenix-West-Gelände (oben links) soll die Doppelbrücke über die Kreuzung B54/Nordkirchenstraße und von dort mit Anbindung an die Stadtbahn-Station (Bildmitte) zum Rombergpark (rechts) führen. © Hans Blossey
Neubau am Rombergpark

Neuer Anlauf für Millionenbrücke über B54 – wird sie noch teurer?

Die Stadt Dortmund hält an den Plänen für die 12 Millionen Euro teure Doppelbrücke über die B54 am Rombergpark fest. Doch die Finanzierung ist unklar - und der Bau könnte noch teurer werden.

Die Pläne sind schon mehr als zehn Jahre alt. Mit dem Phoenix-Projekt sollten zahlreiche Brücken entstehen, die entlang der Emscher zwischen Phoenix-See und Phoenix-West für neue Verbindungen sorgen.

Letzter Baustein soll ein Brückenschlag für Radfahrer und Fußgänger sein, der den neu entstandenen Phoenix-Park gewissermaßen in zwei Sprüngen über die Nortkirchenstraße und die B54 mit dem Botanischen Garten Rombergpark verbindet.

So soll die Doppelbrücke zwischen Phoenix-West und Rombergpark über die B 54 und die Nortkirchenstraße (vorn) aussehen. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

2009 wurden dafür schon Fördermittel bewilligt. Doch gebaut ist noch nichts. Dafür sind die kalkulierten Kosten für die insgesamt 255 Meter lange Doppelbrücke gestiegen – wegen erweiterter Planung und schwierigem Baugrund zunächst von 3,7 auf 6,6 Millionen Euro.

Doch auch diese Summe war nicht zu halten, wie zwei Ausschreibungen zeigten. Weil sie weit über der Kalkulation lagen, wurden sie wieder aufgehoben. Zuletzt bezifferte die Stadt die Kosten für das Bauwerk auf 12,1 Millionen Euro.

Das zweite Problem: Die schon bewilligten Fördermittel sind weg, weil das Programm dafür ausgelaufen ist. Entsprechend schwer taten sich die Ratsfraktionen im Juni 2019 damit, noch einmal grünes Licht dafür zu geben, die Brückenbau-Pläne weiter voranzutreiben. Maßgabe war, neue Fördermitteln für 80 Prozent der Kosten einzuwerben.

Jetzt bekommt die Politik das umstrittene Projekt erneut auf den Tisch – um den Baubeschluss zu fassen. Die Maßnahmen soll jetzt mit Hilfe des Regionalen Wirtschaftsförderprogramms zu 80 Prozent finanziert werden, teilt die Verwaltung mit. Noch in diesem Jahr werden Fördermittel erwartet.

Allerdings: „Wir sind guter Hoffnung, dass wir die Förderung bekommen. Aber noch haben wir die Förderzusage nicht“, räumte Baudezernent Arnulf Rybicki am Dienstag (23.2.) ein. Insofern sei der jetzt angestrebte Baubeschluss erneut ein „Vorbehaltsbeschluss“.

Entwicklung der Baukosten unklar

Die Unklarheit, ob tatsächlich Fördermittel im erhofften Ausmaß fließen, ist aber nicht das einzige Unwägbarkeit für die Brückenbau-Pläne. Die Frage ist auch, ob der Kostenrahmen von 12 Millionen Euro, der von der Verwaltung weiterhin angegeben wird, noch aktuell ist.

Es ist dieselbe Summe, die schon im Juni 2019 genannt wurde. Angesichts der allgemeinen Klagen über zuletzt immens gestiegene Baukosten, die bereits andere Bauprojekte erheblich verteuert haben, sind Zweifel angebracht, ob die Kalkulation noch aktuell ist.

Rybicki wollte sich dazu nicht festlegen. „Wir haben noch keine Erkenntnisse zu neuen Baukosten“, sagte er auf Nachfrage. Letztlich wird wohl erst die erneute Ausschreibung im Herbst dieses Jahres zeigen, ob die 12 Millionen Euro noch aktuell sind. Geht alles gut, könnte der Brückenbau nach Angaben der Stadt Anfang 2022 starten und nach 18 Monaten Bauzeit Mitte 2023 vollendet sein.

Zweifel an Sinn des Brückenschlags

Das Brückenprojekt steht allerdings nicht nur wegen der hohen Kosten in der Kritik. Der Steuerzahlerbund, aber auch Dortmunder Umweltverbände zweifelten schon vor Jahren den Sinn des Brückenschlags an, weil es einige hundert Meter weiter nördlich bereits eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger über die B54 gibt.

Die Verwaltung verweist dagegen auf die bessere Anbindung von Rombergpark und Phoenix-West an den öffentlichen Nahverkehr, weil die neue Brücke einen direkten Zugang zur Stadtbahnstation Rombergpark bietet. „Die Brücke ist wichtig, weil sie die Entwicklung des Phoenix-West-Geländes mit dem benachbarten Wilo-Park abschließt“, erklärt der Baudezernent.

Auch Oberbürgermeister Thomas Westphal nimmt die Kritik gelassen. „Zur Eröffnung der Brücke laden wir dann auch die Vertreter des Steuerzahler-Bundes ein“, kündigt er an. „Dann können wir ihnen zeigen, wie sinnvoll die Maßnahme ist.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich