Ganz große Koalition einigt sich auf Bezirksbürgermeister für Huckarde

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Sieben Wochen nach der Kommunalwahl wählen Huckardes Politiker in dieser Woche den Bezirksbürgermeister. Wer es wird, steht bereits vor der Abstimmung fest.

Huckarde

, 09.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund haben die Bezirksvertretungen der zwölf Stadtbezirke jeweils 19 Sitze. Seit der Kommunalwahl am 13. September steht fest, dass sich diese 19 Sitze in Huckarde auf nicht weniger als acht Parteien und Wählergruppen verteilen.

Am Mittwoch (11.11.) treffen sich die Bezirksvertreter zu ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl. Bei der Sitzung wird es ihre wichtigste Aufgabe sein, den Bezirksbürgermeister zu wählen. Spannend dürfte diese Wahl aber nicht werden, denn die „großen drei“, SPD, CDU und Grüne haben sich bereits im Vorfeld auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigt, wie sie unserer Redaktion verraten haben.

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Dabei wird es sich um SPD-Politiker Harald Hudy handeln, der das Amt des Bezirksbürgermeisters bereits seit den 1990er-Jahren bekleidet. Wie es aussieht, wird wohl Harald Hudy von der SPD Bezirksbürgermeister bleiben. Peter Spineux (CDU) soll sein erster Stellvertreter sein, Anette Yilmaz (Bündnis 90/Die Grünen) seine zweite Stellvertreterin.

Peter Spineux ist 66 Jahre alt und Rentner. Die CDU nominiert den Kirchlinder für das Amt des 1. stellvertretenden Bezirksbürgermeisters von Dortmund-Huckarde.

Peter Spineux ist 66 Jahre alt und Rentner. Die CDU nominiert den Kirchlinder für das Amt des 1. stellvertretenden Bezirksbürgermeisters von Huckarde. © Frederike Schneider

Anette Yilmaz (58) arbeitet als Einzelhandelskauffrau. Wenn alles läuft wie geplant, wird die Grünen-Politikerin am Mittwoch (11.11.) zur 2. stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin von Dortmund-Huckarde gewählt.

Anette Yilmaz (58) arbeitet als Einzelhandelskauffrau. Wenn alles läuft wie geplant, wird die Grünen-Politikerin am Mittwoch (11.11.) zur 2. stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin von Huckarde gewählt. © Frederike Schneider

Diese Reihenfolge spiegelt die Mehrheitsverhältnisse wider. Bei der Kommunalwahl hatte die SPD 7 Sitze erhalten, die CDU 4 Sitze und die Grünen 3 Sitze. Zusammen stellen sie also 14 der 19 Sitze.

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Die drei Parteien haben sich aber nicht nur auf einen Bezirksbürgermeister geeinigt. In einem Papier, das mit „Kooperationsvereinbarung und Zielsetzungskatalog“ überschrieben ist und das der Redaktion vorliegt, haben sich die drei Fraktionen darauf geeinigt, auch inhaltlich einen gemeinsamen Weg einzuschlagen.

Stefan Keller ist Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Dortmund-Huckarde. Der Versicherungsfachwirt wird am 10. November 2020 53 Jahre alt.

Stefan Keller ist Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Huckarde. Der Versicherungsfachwirt wird am 10. November 2020 53 Jahre alt. © Frederike Schneider

Auch die thematischen Schwerpunkte stehen fest:

  • Verkehr entschärfen (Anbindungen schaffen, ÖPNV ausbauen, Parkraumkonzepte erarbeiten, die für Entwicklungsprojekte wie der Internationalen Gartenausstellung 2027 oder dem Energie Campus nötig sind)
  • Schulen mit „bedarfsgerechten Gebäuden und digitaler Infrastruktur“ schaffen
  • Wohnraum nachhaltig gestalten und bezahlbar machen
  • Freizeitangebote verbessern (Spielplätze ausbauen, Sportstätten fördern, kostenlose Angebote für Familien schaffen)
  • Vereine unterstützen
  • Kampf gegen Rechtsextremismus

Fest steht: Auch wenn SPD, CDU und Grüne miteinander kooperieren, wollen sie nicht die Werte der eigenen Partei aufgeben. „Weniger Ideologie als Pragmatismus“, fasst Claudia Brückel (CDU) zusammen. „Es soll keine Grabenkämpfe mehr geben.“ Konkret heiße das zum Beispiel, Anträge sollten nicht abgelehnt werden, bloß weil sie von Partei x eingereicht worden sind.

Claudia Brückel ist 47 Jahre alt, Vertriebsassistentin und Mitglied in der CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Huckarde.

Claudia Brückel ist 47 Jahre alt, Vertriebsassistentin und Mitglied in der CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Huckarde. © Frederike Schneider

Peter Spineux, der wie Harald Hudy seit 1999 Kommunalpolitik macht, freut sich über diese „positive Entwicklung“. Das „Huckarder Modell“, wie SPD, CDU und Grüne ihre Zusammenarbeit nennen, soll für andere Stadtbezirke Vorbild sein.

Kaan Eker ist 30 Jahre alt, arbeitet für eine Versicherung und vertritt Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Dortmund-Huckarde.

Kaan Eker ist 30 Jahre alt, arbeitet für eine Versicherung und vertritt Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Huckarde. © Frederike Schneider

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