Neuer Chef will Filmriss kleben

e-m-s-Hauptversammlung

DORTMUND Bei der e-m-s ist ein Happy End nicht absehbar. Der börsennotierte Vermarkter von Spielfilmen auf DVD hängt nach wie vor am Tropf der Gläubiger. Dennoch machte Chef Ralf Simon den Anlegern auf der Hauptversammlung Hoffnung.

von Von Achim Roggendorf

, 23.03.2010, 12:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der neue e-m-s-Chef Ralf Simon muss die Anleger noch überzeugen.

Der neue e-m-s-Chef Ralf Simon muss die Anleger noch überzeugen.

Die Hoffnungen ruhen nun auf Ralf Simon. Der 43-Jährige war bis zum freiwilligen Rückzug von Firmengründer Werner Wirsing Vertriebsleiter. Er ist optimistisch, das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Unter anderem mit einem neuen "Hingucker"-Sortiment auf DVD. Durch Allianzen mit anderen Unternehmen sollen zudem die Kosten möglich gering gehalten werden. Dennoch bleibt e-m-s auch 2010 in den Miesen. Erwartet wird ein operativer Verlust von 500.000 Euro, nach -1,5 Million Euro in 2009. 2011, so das Ziel, will e-m-s wieder eine "schwarze Null" schreiben. 

Jedoch hagelte es vom Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Thomas Hechtfischer, Kritik. Die Sanierungsphase sollte irgendwann auch mal enden, schrieb er Simon ins Stammbuch. Hechtfischer wunderte sich darüber, dass es dem Unternehmen erst wieder besser geht, seitdem der Umsatz sinkt.   "Das spricht nicht gerade für ein nachhaltiges Geschäftsmodell."  Vielmehr handele es sich seiner Einschätzung nach um ein  "Gesundschrumpfen". Von einer  "Wende zum Wachstum" könne jedenfalls noch keine Rede sein. Laut Hechtfischer sitzt e-m-s auf teuer eingekaufte Filme, für die in der Vergangenheit 40 Millionen Euro ausgegeben wurden. Der Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger beglückwünschte e-m-s-Chef Ralf Simon dazu, "dass wir uns hier noch einmal zu Kaffee und Brezeln treffen". So sei e-m-s ein "Scheintoter". "Das Unternehmen lebt noch, es gibt auch positive Ansätze, aber eigentlich müsste man Insolvenzantrag stellen."

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