Neuer Landschaftsplan vereinheitlicht Leinenregelung für Hunde in Naturschutzgebieten

rnÖffentliche Auslegung

Eine eingeschränkte Jagd und das Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten sind nur zwei Änderungen im neuen Landschaftsplan, der Anregungen von Bürgern und Verbänden aufgenommen hat.

26.03.2019, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem neuen Landschaftsplan, der die bisherigen drei Landschaftspläne Dortmund-Nord, -Mitte und -Süd zusammenfasst, will das Umweltamt zehn Prozent des Stadtgebietes zu Naturschutzgebieten machen. Bisher sind es sechs Prozent. Damit verbunden sind auch neue Regelungen zur Jagd, zum Pestizideinsatz auf landwirtschaftlichen Flächen in Naturschutzgebieten und zur Leinenregelung für Hunde.

Bisher gab es in den Naturschutzgebieten im Süden der Stadt keine Regelungen zur Anleinpflicht. Das soll sich ändern, wenn der neue Landschaftsplan voraussichtlich im Sommer 2020 in Kraft tritt und stadtweit einheitliche Regeln schafft. Dann dürfen in allen Wäldern innerhalb von Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbestandteilen Hunde zwar weiterhin ohne Leine laufen, sind aber – auch im Süden – auf den Wegen zu führen. Außerhalb des Waldes müssen Hunde in Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbereichen auch auf den Wegen an der Leine gehen.

Punktuelle Kontrollen

Damit gibt es bei der Leinenregelung nur noch die Unterscheidung zwischen Wald und Nichtwald und nicht mehr wie früher nach alten und neuen Naturschutzgebieten. Die Stadt sei zwar nicht in der Lage, das flächendeckend zu kontrollieren, räumte Umweltdezernent Ludger Wilde ein, doch es gebe bereits heute punktuelle Kontrollen durch die Landschaftswächter: „Wir setzen auf die Mitwirkungsbereitschaft der Hundehalter. Wenn sich alle an die Regelungen halten, haben wir keine Konflikte.“

Um vor allem seltene und störungsempfindliche Wasservögel wie Kiebitz, Flussläufer oder Bekassine vor Störungen zu schützen, wird die Jagd an einigen wenigen Gewässern in Naturschutzgebieten und den drei Hochwasserrückhaltebecken Mengede, Ellinghausen und Scharnhorst eingeschränkt; denn diese Gewässer und ihr direktes Umfeld sind vor allem in der Brut- und Zugzeit wichtige Rückzugsräume. Auf den übrigen Flächen in den Schutzgebieten gibt es keine weiteren Einschränkungen der Wasserwildjagd.

Gegen das Insektensterben

Auf landwirtschaftlichen Flächen in den Schutzgebieten wird der Einsatz von Pestiziden grundsätzlich verboten. Auf Grünlandflächen werden unter anderem die Anwendung von mehr als 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr sowie die Nachsaat verboten; denn Stickstoffüberschuss ist einer der Hauptgründe für den Rückgang der Artenvielfalt, insbesondere von krautigen Pflanzen und Insekten.

Hochwüchsige Gräser ließen keinen Platz und kein Licht für krautige, blütenreiche Pflanzen und damit kaum Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel, sagt Britta Perschbacher vom Umweltamt: „Wir wollen dem Insektenrückgang etwas entgegensetzen.“

Es handelt sich bereits um den zweiten Entwurf des neuen Landschaftsplans. Nach der öffentlichen Auslegung des ersten Entwurfs waren mehr als 500 Anregungen von Bürgern und Verbänden gekommen. Davon fanden nicht wenige Berücksichtigung im zweiten Entwurf. Ein Beispiel ist der kleinere Zuschnitt des Naturschutzgebietes „Mastbruch – Rahmer Wald“, das für naturpädagogische Maßnahmen im dortigen Forsthaus Rahmer Wald genutzt werden soll; denn nur außerhalb eines Naturschutzgebietes können Kinder und Jugendliche auch abseits der Wege die Natur entdecken.

Zweiter Entwurf wird ausgelegt

Die Auslegung des zweiten Landschaftsplan-Entwurfs ist nach Beratung in den politischen Gremien vom 2. September bis 2. Oktober geplant. Die Unterlagen werden im Umweltamt und auf der Webseite des Umweltamtes einsehbar sein. „Ich hoffe, dass das, was ausgelegt wird, eine große Akzeptanz findet“, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Weitere Anregungen seien willkommen.

Der Anteil der geschützten Landschaft und Natur wächst in Dortmund. Laut neuem Landschaftsplan sind 54,2 Prozent der Stadtfläche grün. Vorgesehen ist die Ausweisung von - 35 Naturschutzgebieten auf 2706 Hektar. Das sind fast 10 Prozent der Stadtfläche - 48 Landschaftsschutzgebieten auf 8584,5 Hektar (30,58 Prozent des Stadtgebietes) - 76 Naturdenkmalen -139 geschützten Landschaftsbestandteilen.
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