Neuer Motorradführerschein: Dortmunder Fahrschulen äußern Bedenken

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Mit einer neuen Führerschein-Erweiterung kommen Autofahrer in kurzer Zeit zum Motorradführerschein. Nicht alle Fahrschulen sind begeistert. Hier gibt es alle Infos zur Umsetzung in Dortmund.

Dortmund

, 23.02.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Schüler der Fahrschule Rasant in Kurl hat sie schon in der Tasche: Die vereinfachte Fahrerlaubnis-Erweiterung für Motorräder. Am 23. Dezember 2019 beschloss das Verkehrsministerium die „Fahrerlaubnis der Klasse B mit der Schlüsselzahl 196“. Mitte Februar hat der Kurler Schüler die letzte Fahrstunde absolviert, wie Nadia Meier von der Fahrschule Rasant berichtet.

Nach vergleichsweise wenigen Fahrstunden kann der Kfz-Führerschein um den Schlüssel 196 erweitert werden. Der berechtigt zum Fahren kleinerer Krafträder. Zum klassischen Motorradführerschein Klasse A gibt es aber einige Unterschiede.

Das müssen Dortmunder jetzt zu der neuen Regelung wissen:

Was sind die Voraussetzungen für die Führerschein-Erweiterung?

Für die Erweiterung muss man älter als 25 Jahre sein und seit mindestens fünf Jahren den Führerschein der Klasse B, also die klassische Kfz-Fahrerlaubnis, besitzen.

Was muss ich für die Erweiterung tun?

Voraussetzung sind mindestens neun Fahrschul-Stunden von jeweils 90 Minuten Länge. Davon sollen vier Einheiten theoretisch und fünf Einheiten praktisch sein. Eine Fahrprüfung gibt es nicht, der Fahrlehrer muss nur die erfolgreiche Teilnahme an den Fahrstunden bestätigen.

Welche Räder darf ich mit der Führerschein-Erweiterung B196 fahren?

Laut Gesetz: Krafträder mit einem Hubraum bis 125 Kubikzentimetern und einer Motorleistung bis 11 Kilowatt. Gemeint sind damit sogenannte Leichtkrafträder, also eher kleine Motorräder. Auch Räder mit Beiwagen dürfen gefahren werden. Für größere Maschinen braucht es aber nach wie vor den Führerschein der Klasse A. Stadtsprecher Christian Schön empfiehlt, sich im Vorfeld von einer Fahrschule beraten zu lassen, ob ein Führerschein der Klasse A nicht sinnvoller ist.

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Was kostet der Spaß?
Die Kosten variieren je nach Fahrschule. Eine Stichprobe bei verschiedenen Dortmunder Fahrschulen hat ergeben, dass für die Fahrstunden und Gebühren in der Regel zwischen 600 und 800 Euro fällig werden.

Bieten alle Fahrschulen in Dortmund die B196-Ausbildung an?
Nein. Für welche Führerscheinklassen ausgebildet wird, entscheidet jede Fahrschule individuell. Zwar berichten viele Fahrschulen der Redaktion, dass es bereits jede Menge Interessenten gibt, trotzdem haben sich einige Schulen bewusst entschieden, nicht für die Erweiterung B196 auszubilden. Nachfragen ist für Interessierte also angesagt.

Was stört sie am Führerschein?

Monika Lühr von der Fahrschule Lühr in Lütgendortmund erklärt das Dilemma, in dem viele Fahrlehrer stecken, weil es keine Prüfung gibt: „Wenn man einem Fahrschüler sagt, er soll noch weitere Stunden nehmen, heißt es, dass man ihm nur das Geld aus der Tasche ziehen will“, so Lühr. Und wenn Fahrlehrer einen Schüler entlassen, obwohl er noch nicht sicher fahren kann, gehen sie ebenfalls ein Risiko ein.
Die Fahrschule Szymanski im Kreuzviertel bietet die B196-Ausbildung zwar an, auch hier gibt es allerdings Bedenken. „Für die Fahrschule ist es natürlich immer gut, wenn eine externe Stelle die Schüler prüft“, erklärt Fahrlehrer Christian Bottmer. Beim B196er entscheidet aber der Fahrlehrer, ob ein Schüler schon ausreichend ausgebildet sind. „Da sind Diskussionen natürlich vorprogrammiert“, sagt Bottmer.

Wo muss ich mich melden und wer hilft mir bei Fragen?

Zuständig für die Eintragung der Schlüsselzahl ist die Fahrerlaubnisbehörde bei den Bürgerdiensten am Südwall 2-4. Allgemeine Infos gibt es unter der Telefonnummer 0231 50-0. Fragen können auch per E-Mail an fuehrerscheinstelle@stadtdo.de gestellt werden.

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