Niedrige Wasserstände: Stadt kündigt Grundwasserprüfung in Husen an

rnEhemaliges Zechengelände

Wirken sich die trockenen Sommer negativ auf das Grundwasser aus? Und was ist beim Bau von Grundwasserbrunnen in Husen und Kurl zu beachten? Das wollte die SPD wissen. Die Stadt gibt Antworten.

Husen

, 28.05.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vielen Teilen Husens und Kurls ist der Boden wegen des früheren Standorts von Zeche und Kokerei Kurl konterminiert. Nicht umsonst weigert sich die Stadt, den ehemaligen Parkplatz von Deilmann-Haniel an der Husener Straße für die Öffentlichkeit freizugeben.

Doch wenn der Boden in diesem Gebiet so verseucht ist – wie sieht es dann eigentlich mit der Qualität des Grundwassers aus? Diese Anfrage richtete die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst im November 2019 an die Verwaltung.

„Wir wollten einfach wissen“, sagt der örtliche SPD-Vertreter Herbert Niehage, „wie sich sich vor allem auch die trockenen Sommer auf die Qualität des Grundwassers in diesem sensiblen Gebiet auswirken.“

„Keine Schadstoffe ausgespült“

Dazu liegt nun die Antwort der Stadtverwaltung vor. Die Grundwassersituation im Umfeld der früheren Kokerei, so teilt Stadtrat Ludger Wilde mit, sei seit einem Erstgutachten von 1987 in mehreren Schritten weiter untersucht worden. Nach der vorigen Kampagne 2004 sei festgestellt worden, dass keine Schadstoffe über das reine Zechengelände hinaus gefunden worden seien.

Nur noch die Mauer (links) an der Husener Straße ist heute von der Zeche Kurl übrig.

Nur noch die Mauer (links) an der Husener Straße ist heute von der Zeche Kurl übrig. © Oliver Schaper (Archiv)

Weitere Untersuchungen sollen jedoch erst dann vorgenommen werden, wenn – und so wörtlich – „sich maßgebliche grundwasserbeeinflussende Umstände im Umfeld verändern“.

Weil nicht sicher sei, inwieweit die niedrigen Wasserstände der vergangenen Jahre dazuzählen, sollen erneute Grundwasseruntersuchungen in diesem Jahr erfolgen.

Brunnenbau ist genehmigungspflichtig

Die SPD hatte auch gefragt, was beim Bau von Grundwasserbrunnen in Husen und Kurl zu beachten sei. Grundsätzlich seien der Bau von Brunnen und die Entnahme von Grundwasser aus Brunnen bei der Unteren Wasserbehörde im Umweltamt der Stadt anzeige- oder erlaubnispflichtig, so Wilde.

Dadurch könne sichergestellt werden, dass eine Nutzung nur in unbedenklichen Fällen erfolge. Regenwasser sei dem Grundwasser immer vorzuziehen. In Husen und Kurl gebe es nur drei Haushalte mit einem Grundwasserbrunnen. Alle seien mehr als einen Kilometer vom ehemaligen Zechen- und Kokerei-Gelände entfernt und liegen zudem entgegen der Grundwasserfließrichtung.

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Und auf die Frage, wie sich der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren entwickelt habe, antwortet Wilde: „Kontinuierliche Pegelstandsmessungen über einen längeren Zeitraum liegen nur für Messstellen im nördlichen Böschungsbereich der Körne vor.“

Hier sei – womöglich auch wegen der Nähe zur Körne – keine signifikante Änderung in den letzten Jahren festgestellt worden. Grundsätzlich seien allerdings stadtweit seit den sehr trockenen Sommern 2018 und 2019 deutlich niedrigere Pegelstände beobachtet worden.

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