Nightrooms löst Shitstorm auf Facebook aus

Dortmunder Club

Mit einem Post auf Facebook hat sich der Club Nightrooms einen Shitstorm auf Facebook eingefangen. Vor allem Frauen empfanden den Spruch als sexistisch. Die Clubbetreiber haben den Post mittlerweile gelöscht und sprechen von einer "fehlgeleiteten Diskussion".

DORTMUND

29.07.2016, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wenn eine Frau 'Nein' sagt, meint sie 'Nein'. Es sei denn, sie sagt 'Nein', dann meint sie 'Ja'." So lautet der "Witz", den der Facebook-Manager des Clubs Nightrooms am Mittwoch postete. Damit brachte er vor allem Internetnutzerinnen gegen sich auf. "Eine Unverschämtheit" sei das Posting, vor allem angesichts der bis vor kurzem brisanten "Nein heißt Nein"-Debatte, so eine Nutzerin. 

Eine weitere Nutzerin kommentiert: "Das ist widerlich [...l]. Wo gerade in solchen Clubs genau das ein Problem ist, dass ein Nein nie als Nein verstanden wird!". Eine andere schreibt: "entweder kriegst du als Frau ne Flasche an den Kopf oder bist ne Schla***, wenn ein nein nicht akzeptiert wird. habe ich schon mal erlebt und viele andere auch." Eine dritte Nutzerin bezieht sich auf den amüsierten Emoji, mit dem der Club das Posting versehen hat: "Ja nur das schlimmste ist, dass die Kerle das alles nur lustig finden oder angepisst sind. das Nightrooms ist ja auch "belustigt", nur ist das nicht lustig nicht mal ansatzweise". Ein männlicher Kommentator hat den Beitrag sogar bei Facebook gemeldet „wegen Förderung drastischer Gewalt.“

Schnell löschte der Club daraufhin den Post.

Reform des Sexualstrafrechts

Die "Nein heißt Nein"-Debatte hatte am 7. Juli ein Ergebnis' tag=': die lange geforderte Reformierung des Sexualstrafrechts. Die Änderung regelt, dass ein „Nein“ reichen muss, damit sexuelle Übergriffe strafrechtlich verfolgt werden können. Das war bisher anders und vor allem seit den Vorfällen an Silvester in Köln in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

 

Ob die Clubbetreiber mit dem Posting auf diese Gesetzesänderung anspielen wollten? Wohl eher nicht, denn der Betreiber zeigt sich überrascht: Nach dem Löschen des Beitrags reagierte das Nightrooms auf Anfrage dieser Redaktion mit einer schriftlichen Stellungnahme. Darin bezeichnet Sprecherin Antonia Kuster die Diskussion als "fehlgeleitet". Das Posting sei "ein Sprüche-Klassiker, der zwischen flachen Blondinenwitzen und schlechten Anmachsprüchen immer wieder in Programmen von bekannten Comedians Platz gefunden hat und mit einem Gelächter des Publikums, genau richtig, nämlich humoristisch verstanden wurde."

Den Spruch sexistisch zu verstehen sei falsch, so die Sprecherin weiter. Sophia Thomalla als "Person des öffentlichen Lebens" habe den selben Spruch vor einiger Zeit bei Instagram hochgeladen und damit Begeisterung ausgelöst ( sehen Sie diesen Post am Textende ). Gleichzeitig distanziere sich der Betreiber von jedem Sexismus und sexueller Belästigung und beteuert, ein hohes Maß an Sensibilität bei diesem Thema zu haben.

"Fehlgeleitete Diskussion"

Das Löschen des Beitrags wird von den Kommentatoren als falsch empfunden. Der Club entziehe sich damit der Verantwortung und habe auch ansonsten inhaltlich gar nicht reagiert. Antonia Kuster dazu: "Der Post wurde vom Facebook-Manager zeitnah aus dem Chronikverlauf gelöscht, da er nicht wirklich das Gefühl hatte, dass die Diskussion vom gängigen Nightrooms-Klientel geführt wurde. Es ist der Wunsch des Clubs, dass eine solch fehlgeleitete Diskussion nicht auf der Facebookseite stattfindet."

 

Stimmt

Ein von Sophia Thomalla (@sophiathomalla) gepostetes Foto am 15. Feb 2016 um 2:49 Uhr

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