Noch ein Geschäft weniger: Damen-Boutique schließt nach 44 Jahren

rnRäumungsverkauf

Das Einkaufsverhalten ändert sich, und das kostet den inhabergeführten Einzelhandel zunehmend Kundschaft. Jetzt muss wieder ein Traditionsgeschäft die Türen schließen.

Kaiserstraßenviertel

, 29.08.2019, 14:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Es war ein schönes Abenteuer, aber jetzt ist genug.“ Zum 30. September räumen Christine Winterberg und ihr Lebensgefährte Achim Kemler die Boutique „Carina-Mode“ in der Kaiserstraße.

44 Jahre lang gab es das Traditionsgeschäft an der Ecke Moltkestraße. Die jetzigen Inhaber haben den Laden vor vier Jahren übernommen, nachdem die Vorgängerin ihn aus Altersgründen abgegeben hatte. Jetzt geben sie auf. „Für die viele Zeit, die wir investieren, lohnt es sich nicht“, sagt Christine Winterberg.

Es habe ein Wertewandel stattgefunden. Die ältere Generation achte auf Qualität und Herkunft der Ware, für viele Jüngere spiele das aber kaum eine Rolle. „Schnell und preiswert“ sei die Devise, und da ist das Internet für viele der passendere Anbieter.

Die Carina-Stammkunden schätzen die persönliche Beratung und Gespräche bei einer Tasse Kaffee. Da kann das Internet nicht mithalten, aber diese Kunden werden weniger. „Und sie haben die Schränke voll“, sagt Achim Kemler. Deshalb geben die inhabergeführten Geschäfte mit kleinen Beständen nach und nach auf.

Wie es an der Kaiserstraße 51 weitergeht, ist noch offen. Noch hat sich kein Nachfolger gemeldet. Bis zum 30. September läuft der Abverkauf mit Rabatten bis zu 50 Prozent. Noch sind die Regale mit Damenmode in den Größen 36 bis 48 gefüllt, darunter Marken und bekannte Labels.

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